Favelas

Unermüdlich im Einsatz für Kinder in Brasilien

Der Schulunterricht für die Grundschulkinder in Sao Luis findet in den fünf Zweigstellen der Frei-Alberto Schulen statt.

Der Schulunterricht für die Grundschulkinder in Sao Luis findet in den fünf Zweigstellen der Frei-Alberto Schulen statt.

Foto: Wicho Herrmann / FUNKE Foto Services

Bochum-Wiemelhausen.  Johann Gels sammelt seit 1995 Spenden für die „Frei-Alberto-­Schule“ in Brasilien. Er machte das Projekt über Bochum-Wiemelhausen hinaus bekannt.

Die „Frei-Alberto-­Schule“ des deutschen Franziskanerordens in Sao Luis, Brasilien, ist vielen Menschen im Stadtteil Wiemelhausen, aber auch darüber hinaus, ein Begriff. Das ist Johann Gels zu verdanken, er ist aktives Mitglied der katholischen Gemeinde St. Johannes. Der heute 84-Jährige sammelt seit 1995 unermüdlich Spenden für die Schule des Ordens in den Slums der nordostbrasilianischen Millionenstadt.

Diese unterstützt Kinder, bietet ihnen eine Schulbildung und eine täglichen Mahlzeit. Dem Nachwuchs soll damit eine Chance gegeben werden, den ärmlichen Verhältnissen zu entkommen. Für Gels seit 24 Jahren der Antrieb: Seine Aktivitäten beim Spenden sammeln für die Schule umfassen Aktionen wie der Informationsstand auf dem diesjährigen Stadtteilfest von „Wir sind Wiemelhausen“ ebenso wie das persönliche Ansprechen von Mitmenschen.

Neues Leben jenseits der Armut

Im Mittelpunkt steht stets sein Herzensanliegen: Die „Frei-Alberto-­Schule“ und die Kinder für ein Hineinwachsen in ein neues Leben jenseits der Armutsspirale zu unterstützen. Gern zitiert der Senior dafür eine Weisheit des chinesischen Philosophen Konfuzius: „Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.“ Wie kam es zu dieser Hilfsbereitschaft?

„Im Frühjahr 1991 fuhren wir - meine Frau Irmgard und ich - für fünf Wochen nach Brasilien“, erinnert sich Gels. Anlass war der 50. Geburtstag von Franziskanermönch Wolfgang Bödeker von Ehefrau Irmgard, der damals in dem südamerikanischen Land lebte. In Sao Luis besuchten die beiden zudem eine Niederlassung der Franziskanerinnen aus Olpe in einem der dortigen Elendsviertel („Favela“).

Bettelbrief der Franziskaner

„Mich beeindruckte die Lebensfreude der Kinder, trotz aller Entbehrungen“, erinnert er sich. Gleichwohl vergingen vier Jahre, bevor Gels zum ersten Mal Spenden für die „Frei-Alberto-Schule“ sammelte. „Im Nachlass meiner Schwiegermutter fand ich einen ,Bettelbrief’ der Franziskaner, der zur Spende für die Schule aufforderte. Ansonsten drohe die Schließung“, erzählt er.

Als damaliges Mitglied des Pfarrgemeinderates von St. Johannes nahm er dies zum Anlass, das Spendenprojekt ins Leben zu rufen. „Wir haben seitdem - wenn man die D-Mark in Euro umrechnet - fast 300.000 Euro für die Kinder gesammelt“, sagt der Senior. 1999 war Gels zum zweiten Mal in Sao Luis. Er vergewisserte sich, dass die Spendengelder ankamen. Seine Bilanz: „Ich habe die Menschen dort kennen und lieben gelernt. Das treibt mich, genau wie unser gesamtes Team, immer wieder an.“

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