Straßenbau

Uralte Straßenbahnschienen verschwinden aus dem Stadtbild

Tückisch: Uralte Schienen auf der Wiemelhauser Straße zwischen Wasserstraße und Springorumradweg.Foto:Dana Westholt

Tückisch: Uralte Schienen auf der Wiemelhauser Straße zwischen Wasserstraße und Springorumradweg.Foto:Dana Westholt

Bochum.   Seit Jahrzehnten liegen ungenutzte Straßenbahnschienen auf Bochums Straßen. Hier steht, wann die Stadt und die Bogestra sie bald herausreißen.

Wie Denkmäler der Straßenbahngeschichte muten sie heute an: die uralten, seit Jahrzehnten nicht mehr genutzten Schienen der Bogestra auf zahlreichen Straßen der Stadt. Die Verwaltung hat jetzt einen Plan erstellt, wann diese Relikte aus dem Asphalt entfernt werden.

Für Menschen jenseits der 50 gehören die Schienen, die oft inmitten von Kopfsteinpflaster verlaufen, zu einem Markenzeichen der Stadt. Typisch Bochum. Viele sind mit dem U-Bahn-Bau in den 80er-Jahren überflüssig geworden. Nach und nach sind sie ausgebaut worden, zuletzt auf der Ferdinandstraße, der Kreuzung Wittener Straße/Kurt-Schumacher-Platz und Teilen des Harpener Hellwegs. Doch noch immer liegen an zehn verschiedenen Straßenabschnitten nutzlose Schienen in einer Gesamtlänge von 8,3 Kilometer oberirdisch in den Fahrbahnen herum.

„Kein attraktives Eingangsportal für Bochum“

Vor allem für Zweiradfahrer ist das gefährlich: Das Kreuzen von Schienen, vor allem bei Nässe, ist ungefähr so beliebt wie eine scharfe Kurve auf Blankeis zu fahren. „Gleichzeitig sind die alten Gleisanlagen auf den City-Radialen und wenig positiv für das Stadtbild“, heißt es in einem Antrag der Ratsfaktionen von SPD und Grünen vom April. Der Antrag wurde vom Rat beschlossen.

Nun hat die Verwaltung in Abstimmung mit der Bogestra einen Zeitplan vorgelegt. In solchen Fällen, in denen die Stadt nicht sowieso innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Um- und Ausbau einer betroffenen Straße plant, wird die Bogestra die Schienen selbst und auf eigene Kosten ausbauen und die Stadt die Fahrbahn herrichten. Die Reihenfolge des Ausbaus richtet sich nach der Bedeutung der Straße und nach Fördermöglichkeiten.

Hier die Liste der betroffenen Straßen:

- Universitätsstraße zwischen DB-Brücke und Alsenstraße: drittes Quartal 2019

- Hattinger Straße zwischen Königsallee und Hunscheidtstraße: viertes Quartal 2019

- Alleestraße zwischen Schmidt-straße und Bessemer Straße: 2021

- Castroper Straße zwischen Finanzamt und VfL-Stadion: ab 2022

- Wittener Straße zwischen Steinring und Tonderner Straße: 2019/2020.

- Engelsburger Straße zwischen Essener Straße und In der Senke: 2020

- Alte Wittener Straße in Höhe Im Kreuzacker: ab 2022

- Wiemelhauser Straße zwischen Wasserstraße und Springorumradweg: ab 2022

- Harpener Hellweg zwischen Laurentiusweg und Im Klappheck: spätestens 2020

- Rüsingstraße zwischen Im Meerland und Rixenburgweg: 2019/2020.

>>> Noch kein Zeitplan bei zwei maroden Straßen

  • Zwei besonders sanierungsbedürftige Straßen sind beispielsweise die Rottstraße und der Gersteinring.

  • Noch kann die Stadt aber nicht sagen, wann die Fahrbahn erneuert wird. Sie werden aber regelmäßig kontrolliert und wenn notwendig ausgebessert, teilt die Stadt auf Anfrage mit.

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