Klassik

Valère Burnon gestaltet Klavierabend mit eigener Note

Der Pianist Valère Burnon stellte sich in Bochum vor.

Der Pianist Valère Burnon stellte sich in Bochum vor.

Foto: Thürmerkonzerte

Bochum.  Beim Bochumer Thürmer-Konzert gab Nachwuchspianist Valère Burnon eine Kostprobe seines Könnens. Werke von Debussy und Brahms nahm er mit Bravour.

Ein junger Preisträger betrat das Podium im Thürmer-Saal. Pianist Valère Burnon hatte als Bestplatzierter des Klavierwettbewerbes von Epinal (Frankreich) soeben einen wichtigen Preis eingefahren. Im Bochumer Thürmer-Saal zeigte sich der junge Belgier, der derzeit in Köln studiert, von seiner poetischen Seite.

Freie Assoziationen

Mit Debussys „Suite pour le piano“ interpretierte er ein Werk von 1901, das mit einer umstürzlerischen Harmonik an die Stilistik des Barock erinnerte. Claude Debussys „Cinq Préludes“ lassen sich wunderbar in die Lyrik und impressionistische Kunst seiner Zeitgenossen einordnen: mit ihren blumigen Überschriften wie „Klänge und Düfte erfüllen die Abendluft“ (Les sons et les parfums tounent dans l’air du soir) laden sie den Hörer zu freien Assoziationen ein. Neben hoch technischen Debussy-Werken interpretierte der junge Pianist immer wieder solche, die mit Minimalismus und Fokussierung auf den Klang im wahrsten Sinne „atmeten“.

Eher streng gehalten

Brahms Klaviersonate Nr. 3 bildete zu diesen luftigen Klängen einen gewissen Kontrapunkt. Mit vielen Bässen „geerdet“ und formal eher streng gehalten, nahm sich Burnon der gestalterischen Herausforderung der Romantik mit Bravour an, ohne den dramatischen Bogen zu überspannen!

Ein programmatisch ungewöhnlicher Klavierabend im sommerlichen Bochum.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben