Callcenter

Verdi erhebt schwere Vorwürfe gegen Callcenter-Betreiber

In Osnabrück hat KiKxxl seinen Hauptsitz. 300 Beschäftigt gibt es in Bochum. Hier könnte demnächst ein Betriebsrat gewählt werden.

In Osnabrück hat KiKxxl seinen Hauptsitz. 300 Beschäftigt gibt es in Bochum. Hier könnte demnächst ein Betriebsrat gewählt werden.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Bochum.  Seit 2015 betreibt KiKxxl ein Callcenter in Bochum. Ohne Betriebsrat. Verdi wirft dem Unternehmen vor, die Gründung eines solchen zu verhindern.

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Seit knapp fünf Jahren betreibt der Kommunikationsdienstleister „KiKxxl“ ein Callcenter im Jahrhunderthaus an der Alleestraße. 300 Beschäftigte sind derzeit dort für das Unternehmen aus dem niedersächsischen Osnabrück tätig. Bislang ohne Mitarbeitervertretung.

Die Gewerkschaft Verdi wirft der Geschäftsführung vor, „in Bochum und Dortmund in diesem Jahr mit außerordentlichen Kündigungen die Gründung eines Betriebsrates zu stören“, sagt Gewerkschaftssekretärin Katja Arndt. Am vergangenen Donnerstag (8.) „wurde den drei Überbringern einer Einladung zur einer Wahlversammlung direkt fristlos gekündigt, auch die Freundin eines der Einladenden wurde vorsorglich fristlos gekündigt“.

Unternehmen bestreitet Vorwürfe

Dass die Kündigungen mit der Initiierung der Betriebsratswahl in Zusammenhang stehen, bestreitet das Unternehmen. Im Gegenteil: „Wir unterstützen die Betriebsratswahl und respektieren den Wunsch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach einem Betriebsrat“, so Geschäftsführer Andreas Kremer. An allen anderen Standorten des Kommunikationsdienstleisters gebe es seit zwölf Jahren eine „gut funktionierende Mitarbeitervertretung mit insgesamt 16 Mitgliedern“. Und: Die Kündigung von drei Mitarbeitern habe nichts mit der Betriebsratswahl zu tun, vielmehr habe „Fehlverhalten“ der Betroffenen zur Kündigung geführt.

Hier gibt es mehr Artikel, Bilder und Videos aus BochumVerdi sieht das anders. „Um was für ein Fehlverhalten es sich dabei handeln soll, wurde uns nicht mitgeteilt. Es ist nicht das erste Mal, dass es im Zusammenhang mit einer möglichen Betriebsratsgründung in diesem Unternehmen zu fristlosen Kündigungen gekommen ist“, sagt die Gewerkschaftssekretärin. Sie kündigt Klagen vor dem Arbeitsgericht an.

Solidaritätsaktion vor dem Jahrhunderthaus

Dass am Freitag doch eine Wahlversammlung ausgetragen werden soll, damit ein Wahlvorstand die Betriebsratswahl vorbereiten kann, erstaunt Verdi. Katja Arndt: „Nun sollen es rein zufällig drei andere Beschäftigte geben, die für den gleichen Tag zu einer Wahlversammlung einladen.“ Verdi werde an der Versammlung als Beobachter teilnehmen. An diesem Mittwoch würden außerdem von 9 Uhr an vor dem Jahrhunderthaus Solidaritätsunterschriften für die gekündigten Mitarbeiter gesammelt. „Zudem wollen wir mit Beschäftigten des Callcenters ins Gespräch kommen und für ihre Teilnahme an der Wahlversammlung werben.“

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