Senioren

Verhaltener Start der Seniorenberatung im Germanenviertel

Johannes Bielawa (58) und Sylvia Hornung (60) vom Seniorenbüro beraten Irmgard Rudniki (93) bei der ersten Seniorensprechstunde im Germanenviertel.

Johannes Bielawa (58) und Sylvia Hornung (60) vom Seniorenbüro beraten Irmgard Rudniki (93) bei der ersten Seniorensprechstunde im Germanenviertel.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Westenfeld.  Das Seniorenbüro Wattenscheid hat erstmals eine Sprechstunde für Senioren im Germanenviertel angeboten. Die Resonanz war zunächst gering.

„Heute Sprechstunde von 14 bis 16 Uhr: Beratung zu allen Fragen des Älterwerdens“, steht auf dem großen Plakat vor dem Ladenlokal. Der Pfeil weist in Richtung des Kinder- und Jugendtreffs am Frankenweg 47 im Germanenviertel. Dazu hat das Seniorenbüro Wattenscheid am Donnerstag eingeladen: „Wir bieten hier vor Ort Hilfe beim Ausfüllen von Formularen sowie die Vermittlung von Dienstleistungen und Hilfen für Ältere“, erklären Johannes Bielawa und Sylvia Hornung vom Seniorenbüro zu dem Angebot, das erstmals dort stattfindet.

Denn: „Es gibt immer Senioren, die nicht gut zu Fuß sind, sich unsicher fühlen, wenn sie ihr Viertel verlassen und dann einen kurzen Weg suchen, wenn plötzlich eine Frage auftaucht“, erklärt Bielawa.

Sprechstunde fand versuchsweise statt

Diesem Umstand will das Seniorenbüro Wattenscheid Rechnung tragen, „wir haben deshalb versuchsweise die Sprechstunde im Germanenviertel angeboten“. Die Mitarbeiter wollen versuchen, Fragen von Senioren, aber auch von deren Angehörigen oder ihren Nachbarn, zu beantworten. Was ihnen besonders wichtig ist: Bei umfassenden Beratungen können auch Hausbesuche oder weitere Termine im Wattenscheider Seniorenbüro an der Propst-Hellmich-Promenade vereinbart werden – die Beratung ist stets kostenlos.

Geht man von der Resonanz in dieser ersten Sprechstunde aus, scheint die Senioren-Welt im Germanenviertel in Ordnung zu sein. Die Besucherzahl ist jedenfalls überschaubar. Eine Frau, 93 Jahre alt, ist gleich zu Beginn dabei. Sie wohnt am Frankenweg, und das schon seit 32 Jahren. „Ich fühle mich wohl. Was mir aber fehlt, ist hier mehr Kontakt zu den Mitbürgern“, sagt Irmgard Rudniki. Und meint damit weniger die Nachbarn in dem Elf-Familien-Miethochhaus, in dem sie wohnt. „Hier ist alles okay. Es ist aber schwierig, neue Kontakte zu knüpfen.“ Es ist ihr wichtig, „unter Menschen zu sein, an Treffen teilzunehmen, Neuigkeiten zu erfahren“. Und deshalb ist sie donnerstags von 14.30 bis 17 Uhr beim Seniorentreff im ev. Gemeindehaus an der Emilstraße zum Singen und Kaffeeklatsch dabei; „ich komme immer eine Stunde früher, helfe bei den Vorbereitungen und der Durchführung“.

Gesellige Angebote im Umfeld

Gesellige Angebote wie diese gebe es im direkten Umfeld des Germanenviertels viele, sagt Sylvia Hornung. „Zum Beispiel in St. Nikolaus in Westenfeld, im Kolpinghaus Höntrop, im katholischen Begegnungszentrum Magma an der Vincenzstraße oder durch die ZWAR-Gruppe Höntrop.“ Entscheidend sei, „dass diese Angebote bekannt sind und vor allem dass die Menschen auch daran teilnehmen möchten. Das ist schließlich nicht jedermanns Ding“. Und es gebe auch im Germanenviertel einige „ausländische Bevölkerungsgruppen, die eher unter sich bleiben wollen“.

Das Seniorenbüro bietet diese Sprechstunde auch deshalb an, weil in dem großen Hochhausviertel in Westenfeld viele ältere Menschen wohnen – „denen vielleicht der Weg zu unserem Büro in der Wattenscheider Innenstadt zu weit ist“, sagt Johannes Bielawa. Ob es eine Neuauflage der Senioren-Sprechstunde im Germanenviertel geben wird, bleibe abzuwarten. Die regelmäßigen Spaziergänge durch das Quartier seien mittlerweile mangels Teilnehmern eingestellt worden.

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