Theater

Verwirrspiel auf Volksbühne: Gefängnis wird zum Seniorenheim

Im Haus Spitz probt die Volksbühne Bochum ihr neues Stück „Residenz Schloss & Riegel“. Die Premiere ist am 19. Oktober.

Im Haus Spitz probt die Volksbühne Bochum ihr neues Stück „Residenz Schloss & Riegel“. Die Premiere ist am 19. Oktober.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Stiepel.  Die Volksbühne Bochum gastiert mit ihrer neuen Herbstkomödie „Residenz Schloss & Riegel“ im Haus Spitz. Premiere hat das Stück am Wochenende.

Eigentlich wollten sie ins Altenheim ziehen – stattdessen landen die beiden Senioren Willi und Irmgard Pape im Gefängnis. „Das Stück nimmt die Zuschauer in Lach-Haft und lässt sie ein unvergessliches Abenteuer hinter Gittern erleben“, schreibt Theaterautorin Winnie Abel zu ihrer Komödie „Residenz Schloss & Riegel“. Die Volksbühne Bochum studiert das Stück derzeit ein. Die Premiere der traditionellen Herbstkomödie des 102 Jahre alten Theatervereins ist am Samstag, 19. Oktober.

Thema Altersverwirrtheit ist neu für den Verein

Regisseurin Conny Schiedung ist auch zufrieden mit dem Werk, das sie zusammen mit Maxi Loebel und acht Schauspielerinnen und Schauspielern einstudiert und im Haus Spitz aufführt. „Wir bringen damit ein sehr aktuelles Stück in drei Akten auf die Bühne, das bisher noch nicht häufig gespielt wurde“, erzählt sie. Spannend sei daran auch, wie die Autorin die Charaktere der Figuren sehr geschickt in Szene setze, so die langjährige Aktive der Volksbühne weiter. „Und dann ist da noch die Thematik, die wir so noch nicht hatten“, betont die 63-Jährige: „Die Komödie spielt im Gefängnis und greift das Thema Altersverwirrtheit auf. Und das mit supertollen Sprüchen und Aktionen der einzelnen Akteure.“

Seniorenresidenz mit Stockbetten macht Ehepaar stutzig

Willi Pape, der den tüdeligen Senior Hermann Krause mimt, sagt: „Gar nicht so einfach, die Hose falsch herum zu tragen.“ Und erklärt schmunzelnd weiter: „Ich kann mich hier mal so kleiden, wie ich gerne aussehen würde. Und ohne Probleme meinen Text vergessen.“ Allerdings kommt dem Mann und seiner Ehefrau Irmgard (Rosi Kaufmann) in ihrer neuen Seniorenresidenz doch manches auf Dauer komisch vor. Die beiden schlafen in Stockbetten. An den Türen gibt es keine Klinken. Und vor der Toilette gibt es keine Tür.

Irmgard durchblickt die Situation im Gefängnis zwar schneller. „Aber meine Rolle ist die einer klassischen Hausfrau“, berichtet Rosi Kaufmann. „Das heißt, ich tue zunächst alles, damit sich mein Mann in diesem Altenheim wohl fühlt.“ Bestärkt wird sie darin von den beiden Häftlingen Jacqueline (Tanja Wiemann-Kranz) und Kalle (Armin Schönberner). Die beiden gaukeln den Senioren ständig vor, dass sie in ihrem gehobenen Alterssitz angekommen sind.

Verwirrspiel sorgt für Situationskomik des Stücks

Aber wie kommt das Ehepaar überhaupt in ein Gefängnis? Hier kommt Dr. Sandra Reschke ins Spiel: „Ich bin schuld daran“, sagt Schauspielerin Nina Klee, die in die Rolle der Psychologin schlüpft. „Als Nichte der beiden Senioren sowie psychologische Mitarbeiterin in der Justizvollzugsanstalt lade ich sie ein, um mit ihnen den Umzug in eine Seniorenresidenz zu planen“, sagt Klee. Daraus wird aber nichts, weil Dr. Reschke bei der Ankunft ihrer Verwandten aufgrund ihrer starken beruflichen Herausforderungen einen Kollaps erleidet. Jacqueline und Kalle wissen das auszunutzen und erhoffen sich durch ihren Einsatz Hafterleichterungen, sobald die Psychologin wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt. Kurzerhand werden die Senioren im Gefängnis einquartiert. So nimmt die Geschichte mit allen Verwicklungen sowie viel Situationskomik ihren Lauf. Die Zuschauer sind mittendrin. Souffleuse Karin Sünnemann: „Das ist ein sehr lustiges Stück. Und natürlich kann Willi Pape seinen Text.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben