Feuerwehreinsatz

Brand in Lagerhalle gelöscht - Warnungen sind aufgehoben

In der Lagerhalle einer Mülldeponie in Bochum brannte es ab Donnerstagabend.

Foto: FUNKE Foto Services

In der Lagerhalle einer Mülldeponie in Bochum brannte es ab Donnerstagabend. Foto: FUNKE Foto Services

Bochum.   80 Feuerwehrkräfte kämpfen eine ganze Nacht und einen Vormittag hinweg gegen den Brand eines riesigen Abfallberges. Die Rauchwolke ist ungiftig.

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Die ganze Nacht hindurch und auch den Vormittag danach kämpften sich die mächtigen Radlader durch den brennenden Sperrmüllberg. Die Fahrer dieser vier Meter hohen Monstermaschinen tragen Atemmasken, weil sie sonst ersticken würden. Erst am Freitagmittag ist ihre gefährliche Arbeit beendet. Die Feuerwehr gibt Entwarnung. Auch für die Bevölkerung.

Brand bei USB in Bochum

Großbrand in einer Lagerhalle des USB am Freitag den 29.9.2017 in Bochum.
Brand bei USB in Bochum

Es war der größte Feuerwehreinsatz seit dem Großbrand im Bergmannsheil im September 2016. Am Donnerstag um 19.20 Uhr schlug die automatische Brandmeldeanlage im Eko-City-Center des USB Alarm. Auf dem 4800 Quadratmeter große Gelände an der Straße „Obere Stahlindustrie“ in Stahlhausen wird in mehreren Hallen Hausmüll umgelagert sowie Gewerbe- und Sperrmüll sortiert und aufbereitet.

Der Sperrmüllhaufen, der dann immer stärker zu brennen begann, war rund fünf Meter hoch, hatte eine Fläche von etwa 30 mal 30 Metern und umfasste 2500 Kubikmeter. In der zehn Meter hohen Halle herrschte eine Höllenatmosphäre: alles verraucht und düster, meterhohe Flammen – und unter der Decke eine Hitze von 500 bis 700 Grad. Vier Mitarbeiter des USB klagten über Atemprobleme und Kopfschmerzen, Übelkeit und Schweißausbrüche. Sie wurden im Krankenhaus versorgt, sind aber jetzt wieder zu Hause.

THW half mit 60 Ehrenamtlichen

Sofort nachdem die ersten Löschfahrzeuge den Brandort erreicht hatten, war klar: Es muss Verstärkung her. 80 Feuerwehrkräfte leisteten dann ganze Arbeit. Hinzu kamen in zwei Schichten 60 Kräfte des THW, die den Brandort ausleuchteten und die Radlader fuhren. Damit der Rauch aus der Halle besser abziehen und die Hitze etwas entweichen konnte, schlug die Feuerwehr große Löcher in die oberen Wände der Halle. Gleichzeitig hatte sie dadurch einen besseren Zugriff mit ihrer Drehleiter und den Schläuchen auf das Feuer.

Brand in Bochum

Ein Feuer ist in der Lagerhalle einer Mülldeponie in Bochum ausgebrochen.
Brand in Bochum
Ingo Otto

Mehrfach hatte sie im Eko-City-Center mit dem USB trainiert, zuletzt am 12. Juli. USB-Chef Dr. Thorsten Zisowski sagte am Freitag nach dem Brand: „Man merkt, dass es hier ein gutes Zusammenspiel gab. Dass sich hier nicht Unbekannte gegenüber standen. Ein klasse Job der Feuerwehr: Sehr umsichtig, sehr souverän.“

Einsatz von Radladern zwingend notwendig

Der Müllberg bestand zu 60 Prozent aus Holz, der Rest waren Metalle, Matratzen, Teppiche und andere Stoffe.

Das Ablöschen war sehr zeitintensiv. Immer nur Wasser auf den Müllberg zu spritzen, hätte nicht gereicht, weil die Holzplatten abweisend wie Dachschindeln wirkten. „Keine Chance“, sagt Feuerwehrsprecher Nicolas Ennenbach.

Deshalb trugen die Radlader den Müllberg Stück für Stück ab und brachten die Ladungen ins Freie, wo sie abgelöscht wurden. Selbst als der Müll auf den Schaufeln schon triefend nass und breiig war, rauchte alles noch stark; so heiß war die Masse. Über drei Wasserwerfer und mehrere Strahlrohre schossen bis zu 4000 Liter Wasser pro Minute aus den kilometerlangen Schläuchen.

Warnfahrzeuge mit Sirenen

Im Laufe des Abends wurde die Rauchwolke immer größer. Sie zog über das halbe Stadtgebiet: Stahlhausen, Weitmar, Eppendorf, Höntrop, Hamme, Innenstadt. Die Bevölkerung wurde bereits um 20.35 Uhr über die Internet-Anwendung „Nina“ gewarnt. Es sei „mit Rauch- und Geruchsbelästigungen zu rechnen“. „Bitte schließen Sie sofort Fenster und Türen. Schalten Sie Lüftungs- und Klimaanlagen ab.“ Dasselbe wurde Freitagmorgen wiederholt, denn auch dann war selbst auf der A40 noch deutlicher Brandgeruch zu vernehmen.

In der Nacht fuhren auch die „Warnfahrzeuge“ der Feuerwehr durch die Straßen. Mit Sirenen und Sprachnachrichten per Lautsprechern. Manch einer, der dadurch aus dem Schlaf gerissen wurde, nahm aber nur die Sirenen wahr – und rief besorgt die Feuerwehr an. Diese überprüfte die Luft im Stadtgebiet mit einem Messfahrzeug – und konnte keine bedenklichen Schadstoffe nachweisen

>>>>Brandursache ist noch ungeklärt

  • Die Polizei ermittelt jetzt die noch ungeklärte Brandursache.
  • Der Sachschaden könnte im ungünstigen Fall wohl auch siebenstellig werden.
  • Der Sperrmüll stammt aus Bochum und anderen Städten. Er wird so sortiert, dass er am Ende zu 90 Prozent nur aus Holz besteht. Damit werden Kraftwerke für Strom und Wärme befeuert.
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