Gesundheit

Wie die Bochumer Hustadt fitter und gesünder werden soll

Gemeinsam für die Menschen in Querenburg und der Hustadt: Das Team von „Quer gesund“ der IFAK hat seine Zelte am Brunnenplatz aufgeschlagen.

Gemeinsam für die Menschen in Querenburg und der Hustadt: Das Team von „Quer gesund“ der IFAK hat seine Zelte am Brunnenplatz aufgeschlagen.

Foto: Ingo Otto

Hustadt.   Das Projekt „Quer gesund“ der IFAK möchte die Menschen ermuntern, gesünder zu leben. Neben Kochkursen gibt es auch Beratung in Alltagsfragen.

Was ist eigentlich gesunde Ernährung? Was tut meinem Körper gut? Und wie halte ich mich und meine Familie fit und aktiv? Es sind zentrale Fragen ganz nah am Alltag, die bei „Quer gesund“ gestellt werden.

Das ehrgeizige Projekt der IFAK, das seine neu eingerichteten Räume jetzt am Brunnenplatz geöffnet hat, möchte etwas Konkretes für die Menschen vor Ort tun und ihnen bei wichtigen Lebens- und Gesundheitsfragen beratend zur Seite stehen – auf Augenhöhe und niemals von oben herab.

Gesundes Kochen: unkompliziert

„Es geht ums Mitmachen“, sagt die Diplom-Pädagogin Dina Gorch, die das Büro gemeinsam mit der Medizinethnologin Annika Strauss leitet. „Wir unterstützen gerne, aber wir geben nichts vor.“

Auf ganz verschiedene Weise möchte „Quer gesund“ mit den Menschen in der Hustadt, in Querenburg und auch darüber hinaus in Kontakt kommen. So wird bei einem regelmäßig stattfindenden Gesundheitsforum gemeinsam diskutiert, wie man sich gesund ernähren kann, ohne gleich auf jegliche Leckerei verzichten zu müssen. Auch Kochkurse soll es geben, bei denen Eltern und ihren Kindern gezeigt wird, wie schnell und unkompliziert gesundes Kochen mit möglichst wenig Zucker und Fett sein kann. Fahrrad-Ausflüge sind ebenso geplant.

„Es ist wichtig, die Menschen mitzunehmen, damit sie ein besseres Lebens- und Selbstwertgefühl entwickeln“, sagt IFAK-Geschäftsführerin Friederike Müller. „An anderen Stellen der Stadt wäre ein solches Angebot garantiert ebenfalls von Nutzen.“

Kampf dem inneren Schweinehund

Auch bei bürokratischen Hürden möchte „Quer gesund“ beratend zur Seite stehen. „Viele wissen gar nicht, welche Präventionskurse von der Krankenkasse übernommen werden und was da überhaupt alles möglich ist“, sagt Annika Strauss.

Daneben gibt es ein festes Team von geschulten Stadtteilforschern: Jeweils im Zweierteam sind die Studenten der Hochschule für Gesundheit (HSG) gemeinsam mit engagierten Bürger in der Hustadt unterwegs und klingeln an den Wohnungstüren. „Dabei wollen wir die Menschen motivieren, etwas für ihre Gesundheit zu tun“, sagt Nadine Pahl, die im Uni-Center wohnt und aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer es ist, sich für sportliche Betätigungen aufzuraffen. „In einer Gruppe aktiv zu sein, gibt gleich mehr Motivation, als wenn man das alleine macht.“

Eine gesundheitliche Förderung sei bei vielen Menschen angebracht. Gerade bei Mädchen im Alter ab 11 Jahren beobachten die Mitarbeiter von „Quer gesund“ einen gefährlichen Hang zur Faulheit. „Die treiben häufig am wenigsten Sport und sitzen lieber daheim mit der Chipstüte vor dem Computer“, sagt Prof. Christiane Falge von der HSG. „Was dann oft folgt, ist eine Tendenz zur Ausgrenzung. Die Mädchen fühlen sich in ihrem Körper nicht mehr wohl, was schnell Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.“

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