Senioren

Wie die „Unterstützpunkte“ Senioren in Not helfen sollen

Eine schöne Idee: Ludwika Saraniti (links), Co-Chefin der Pizzeria Angelo im Kirchviertel, und Bezirksvertreter Gerd Sauer (CDU) bringen einen der ersten „Unterstütz-Punkte“ in Wiemelhausen an.

Eine schöne Idee: Ludwika Saraniti (links), Co-Chefin der Pizzeria Angelo im Kirchviertel, und Bezirksvertreter Gerd Sauer (CDU) bringen einen der ersten „Unterstütz-Punkte“ in Wiemelhausen an.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Wiemelhausen.  In einigen Stadtteilen gibt es sie schon, jetzt auch in Wiemelhausen: Rote Punkte weisen Ältere darauf hin, dass sie hier schnelle Hilfe finden.

Das kennen viele Senioren: Um die täglichen Wege zu den Geschäften zu meistern und alle Besorgungen zu erledigen, nehmen viele teils große Anstrengungen auf sich. Und so manchem geht mitten im hektischen Wirrwarr des täglichen Einkaufs sprichwörtlich die Puste aus. „Viele Ältere haben schon oft den Wunsch geäußert, sich einfach mal setzen zu können, um einen kurzen Moment zu verschnaufen, wenn der Weg dann doch zu weit ist“, erzählt Sabine Böhnke-Egbaria vom Seniorenbüro Süd. „In Ruhe ein Glas Wasser zu trinken und zur Toilette zu gehen, wirkt oft Wunder.“

Doch wohin geht man in der Not? Viele Cafés und Bäcker verlangen für die Nutzung der Toiletten Gebühren, oftmals sind sie auch nicht barrierefrei erreichbar. Da soll jetzt der sogenannte „Unterstützpunkt“ helfen: In leuchtendem Rot hängen die Aufkleber in den Schaufenstern von Geschäften, Einrichtungen und Lokalen und sollen Senioren, aber auch anderen wie Familien mit Kindern signalisieren: Hier wird Ihnen geholfen!

In Linden und Dahlhausen gibt es sie schon

Die Idee der „Unterstützpunkte“ stammt aus Wattenscheid. Mittlerweile findet man sie auch in anderen Stadtteilen wie Linden, Dahlhausen, Altenbochum – und in Wiemelhausen. Auf Initiative von Erika Stahl (SPD) und Gerd Sauer (CDU) aus der Bezirksvertretung Süd sollen möglichst viele Geschäfte und Einrichtungen angesprochen werden, um daran teilzunehmen. Die ersten zwei Unterstützpunkte sind jetzt gefunden, doch das soll erst der Anfang sein: „Ich bin mir sicher, dass wir noch viele finden, die bei dieser tollen Aktion mitmachen“, sagt Sauer.

Der erste ist der Haushalts- und Familienservice „Acura-Bo“ an der Brenscheder Straße 60a, wo der rote Punkt bereits seit Juli an der Eingangstür hängt. „Schon zwei bis dreimal ist das mittlerweile genutzt worden“, erzählt Geschäftsführer Rüdiger Jessen. „In Wiemelhausen sind viele ältere Menschen unterwegs, die sich freuen, wenn ihnen in der Not schnell geholfen wird. Das gibt vielen auch Sicherheit.“ Wem unterwegs plötzlich übel wird, wer einfach mal einen Sitzplatz zum Durchschnaufen sucht und etwas zu Trinken braucht, findet bei „Acura-Bo“ also jederzeit eine offene Tür.

Noch viele Geschäfte sollen folgen

Eine ganze Reihe anderer Geschäftsleute wollen Stahl und Sauer gemeinsam mit dem Seniorenbüro im Kirchviertel noch ins Boot holen. So muss Ludwika Saraniti, Co-Chefin der Pizzeria Angelo, nicht lange überredet werden, einen Fragebogen auszufüllen und den roten Punkt ins Fenster zu kleben. „Wir haben älteren Menschen aber auch vorher schon immer geholfen, wenn mal jemand zur Toilette musste“, erzählt sie. Daher sei diese bei der Renovierung vor eineinhalb Jahren extra auch barrierefrei eingerichtet worden.

Für Ilona Weitz, die vorübergehend auf den Rollator angewiesen ist, sind die „Unterstützpunkte“ eine prima Sache: „Wenn man ins Café geht und um ein Glas Wasser bittet, dann muss man das direkt bezahlen“, sagt sie. „Das finde ich nicht okay. Wenn einer Hilfe braucht, dann sollte ihm auch geholfen werden.“

Auch in Stiepel sollen alsbald die ersten „Unterstützpunkte“ angebracht werden. Erika Stahl hat schon einige Ideen, wen sie ansprechen möchte. „Dort gibt es viele Cafés, Apotheken und eine Mucki-Bude: Da bin ich sehr zuversichtlich.“

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