Bochum vor Hitzerekord

Wie sich Bochum auf die Hitzewoche vorbereitet

Mit kühlen Eisbomben werden diese Kattas im Bochumer Tierpark bei Laune gehalten.

Mit kühlen Eisbomben werden diese Kattas im Bochumer Tierpark bei Laune gehalten.

Foto: Foto: Tierpark Bochum

Bochum  Bochum bereitet sich auf eine rekordverdächtige Hitzewoche vor. Es gibt Hinweise für die Bevölkerung. Außerdem steigt die Waldbrandgefahr an.

. Auf einen Hitzerekord muss sich Bochum in dieser Woche vorbereiten. Das hat Folgen. Schon jetzt müssen Einheiten der Feuerwehr immer wieder zu kleinen Böschungs- oder Grasbränden ausrücken. „Wir haben das bis jetzt aber gut in den Griff bekommen“, sagt Feuerwehr-Sprecher Werner Nowak. Der Waldbrandindex des Deutschen Wetterdienstes sagt für die kommenden Tage für Teile des Ruhrgebiets die zweithöchste Gefahrenlage (4) voraus. Das bedeutet eine hohe Gefahr für das Ausbrechen von Feuern.

„Bei großer Hitze und Trockenheit kann schon eine Glasscherbe auf dem Boden zu einem Brand führen“, erklärt Nowak und erinnert an den großen Einsatz im Herbst letzten Jahres, als es aus ungeklärter Ursache zu einem Waldbrand im Lottental nicht weit von der Ruhr-Universität gekommen war. Damals gab es eine wochenlange Trockenperiode. Dies führte dazu, dass winzige Funken ausreichten, um das knochentrockene Unterholz zu entzünden. Erstmals musste in Bochum ein Löschhubschrauber eingesetzt werden, um das Feuer, das aufgrund der extremen Hanglage nur schwer zu bekämpfen war, zu löschen. So konnte gerade noch eine gefährliche Ausbreitung des Brandes verhindert werden.

Das Grünflächenamt der Stadt unterstreicht als untere Landschaftsbehörde die Warnung der Feuerwehr: „Wir erinnern daran, dass es in dieser Jahreszeit generell verboten ist, in den Wäldern zu rauchen.“

Dies regelt das Landesforstgesetz für NRW ganz genau. Konkret ist das Rauchen im Zeitraum vom 1. März bis 31. Oktober in den Wäldern verboten. Das ganze Jahr über ist das Entzünden von Feuern oder das Grillen im Abstand von weniger als 100 Metern vom Waldrand verboten.

Aus dem schlimmen Fischsterben vor allem im Gondelteich des Stadtparks im vergangenen Sommer hat die Stadt die Konsequenz gezogen, dass der Teich nun in Zusammenarbeit mit der FH Georg Agricola überwacht wird. Sinkt der Sauerstoffgehalt oder steigt die Wassertemperatur über eine bestimmte Höhe, schlägt das System Alarm. Prof. Bernd vom Berg erläutert, wie es funktioniert: „Alle 15 Minuten wird automatisch gemessen. Liegen die Abweichungen über definierten Grenzen, gibt es bei der Stadt eine Nachricht und es kann rechtzeitig reagiert werden.“

Stadtsprecher Thomas Sprenger ergänzt: „Wir appellieren an die Bürger, bei allen Teichen aufmerksam zu sein“, so Sprenger. Wenn etwas in anderen Teichen auffällig ist, kann jederzeit der Technische Betrieb (technischerbetrieb@bochum.de) per Mail informiert werden.

Wer sich also Sorgen um den Zustand von Teichen, Tieren oder extrem trockene Baumbestände macht, kann sich auch über die Behördennummer 115 an die Stadt wenden. Diese ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Alternativ kann auch das Bürger-Echo genutzt werden. Dieses ist unter www.bochum.de/buergerecho erreichbar. Insbesondere junge Bäume sind gefährdet. Hier kann der Bürger auch selbst zur Gießkanne greifen.

Schulleiter entscheidet, wann es Hitzefrei gibt

Bei großer Wärme in den Schulräumen entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter, ob Hitzefrei gegeben wird (BASS 12 - 52 Nr. 1, Ziffer 4.5). Anhaltspunkt ist eine Raumtemperatur von mehr als 27° C. Bei weniger als 25° C ist Hitzefrei nicht zulässig. In der Sekundarstufe II gibt es kein Hitzefrei.

Folgen haben die Trockenheit und Hitze auch auf die Erträge der Landwirte wie etwa bei Achim Heinrich aus Höntrop. „Der Weizen als Hauptgetreideart leidet darunter. Er hat auch keine Lust mehr zu produzieren, er streikt einfach.“ Selbst wenn es wieder regnen sollte, würde er nicht mehr anfangen zu wachsen. Der Wachstumsstopp sei unumkehrbar. Zwar würde der Weizen weiterhin reifen, aber nicht mehr größer werden. Deshalb sei der Ertrag in diesem Jahr begrenzt, sagt Heinrichs.

Bei normalen Niederschlägen würde der Landwirt in der ersten Augusthälfte den Weizen abernten. Wegen des Wassermangels werde die Ernte aber wohl auf Juli vorziehen. Keine Probleme gebe es wegen des Wetters bei der Wintergerste: Sie befinde sich bereits in der Abreife, so dass die Erträge nicht bedroht seien.

Manche Tiere freuen sich auf kalte Duschen

Aus dem Tierpark heißt es: „Wir sind bestens vorbereitet.“ Pressesprecherin Miriam Kreimeyer sagte, dass es in diese Woche zum Beispiel Eisbomben aus Früchten für die Nasenbären, die Kattas und die Totenkopfaffen gibt. Die Alpakas werden geduscht. Die Pinguine bekommen schattige Plätze, indem Sonnensegel aufgestellt werden. Den Schweinen wird gekühlter Tee serviert. Gekühlt wird auch das Wasser in einigen Aquarien, damit die Temperatur gleich bleibt. So etwa im Ruhr-Panorama mit den heimischen Fischen.

Aber nicht alle Tiere ficht die Hitze besonders an. Etwa die Erdmännchen. Sie kommen ja auch aus Afrika.

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