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Der zweite Narkose-Pfeil traf: Wildhüter fängt Luchs ein

Der zweite Narkosepfeil setzte den Luchs außer Gefecht.

Der zweite Narkosepfeil setzte den Luchs außer Gefecht.

Foto: Max Schulte Limbeck

Bochum.   Der Luchs, der auch in Bochum-Werne gesichtet worden war, ist eingefangen. Ein Wildhüter setzte ihn mit einem Narkosepfeil außer Gefecht.

Ein Wildhüter hat in Bochum einen freilaufenden Luchs eingefangen. Der Luchs hatte sich auf einem Baum versteckt, der Wildhüter setzte ihn durch einen Betäubungsschuss außer Gefecht.

Das Tier war im Dezember aus dem Tierpark in Haltern ausgebrochen. Danach war es in mehreren Städten im Ruhrgebiet gesichtet worden. Unter anderem in Dortmund und Herne und eben auch in Bochum-Werne.

Bauer Herbert Schulte Limbeck hatte ihn am Samstagabend erneut entdeckt. Seine Hunde hatten den Luchs am Abend gewittert und auf einen Baum gejagt. „Der Luchs ist hier ja immer noch häufig herumgelaufen“, sagt der 67-Jährige, der in Werne einen Hof betreibt. Der Landwirt informierte den Park in Haltern, der schickte einen Wildhüter, der eine Stunde später in Bochum ankam.

Abgemagert und voller Zecken

„Der Wildhüter hat den Luchs mit einem Narkosepfeil betäubt. „Der erste ging daneben, traf einen Ast. Der zweite Pfeil saß dann.“ Der Luchs sei langsam vom Baum heruntergekommen und noch etwa 400 Meter durchs Unterholz in Richtung Lütgendortmund geschlichen. „Die Hunde haben die Fährte aufgenommen, sonst hätten wir den nie gefunden.“

Der Wildhüter habe das Tier dann eingefangen. „Der Luchs war total abgemagert, voller Zecke und Flöhe“,sagt Landwirt Herbert Schulte Limbeck. „Ein armes Tier!“ Wildhüter Holger Beckmann widerspricht: „Der Luchs hat abgenommen, er erfreut sich aber dennoch bester Gesundheit.“

Der Luchs war vor Weihnachten aus dem Wildpark Granat ausgebrochen. Unbekannte hatten dort den Zaun zerschnitten. „Das war Vandalismus aus falsch verstandener Tierliebe“, sagt Wildhüter und Wildpark-Chef Holger Beckmann.

Wildhüter sucht nun eine neue Heimat

Der Tier ist zurzeit in einer Station in Rheine in Quarantäne. Dort wird zunächst geguckt, wie er die Zeit in freier Wildbahn überstanden hat. Was danach mit dem Luchs passiert? Nach Haltern kann er auf jeden Fall nicht zurück. „Er war jetzt ein halbes Jahr unterwegs, seine Mutter und sein Vater würden ihn nicht mehr akzeptieren“, sagt Wildpark-Chef Holger Beckmann.

Ohnehin sei der Luchs eigentlich schon verkauft gewesen. „Er sollte nach China, das ist jetzt geplatzt. Wir sind nun auf der Suche nach einer neuen Heimat.“ Etwa 400 Euro koste der ausgewachsene Luchs.

Landwirt Herbert Schulte Limbeck hätte da einen Vorschlag: „Ich habe ja angeregt, dass der in den Bochumer Tierpark kommt. Hier hat’s ihm ja anscheinend gut gefallen!“ Das aber wird nicht passieren.

Der Tierpark hat die Luchs-Haltung 2016 aufgegeben. „Luchs Garfield war der letzte, den wir in Bochum hatten“, sagt Tierpark-Chef Ralf Slabik. „Wir haben das Luchsgehege quasi gegen ein Waldrapp-Gehege getauscht.“ Der Waldrapp ist eine vom Aussterben bedrohte Vogelart. Slabik: „Aber es wäre schon eine schöne Idee gewesen, den Luchs in Bochum zu behalten.“

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