Stadtbegrünung

Zerstörte Blumenbeete machen Anwohner ratlos

Elisabeth Pracht-Müller-Eckhard begutachtet eines der umgewälzten Beete.

Elisabeth Pracht-Müller-Eckhard begutachtet eines der umgewälzten Beete.

Foto: Steffen Elsebrock / WAZ

Bochum.  Im Stadtparkviertel haben die Anwohner an den Bäumen neue Blumen gepflanzt. Diese wurden nun auf grobe Weise zerstört.

Elisabeth Pracht-Müller-Eckhard steht vor einem von vielen kleinen Bäumen an ihrer Straße, die die Stadt im Frühjahr gepflanzt hat. Die Anwohner der Straße Am Alten Stadtpark hatten die Baumscheiben in Eigenregie verschönert. So hat Pracht-Müller-Eckhard beispielsweise Korn- und Mohnblumen gesät. „Alle Nachbarn auf der Straße haben mitgezogen. Das sah richtig toll aus“, sagt sie.

„Anordnung vom Meister“

Am Montagmittag gab es jedoch für viele Blumen ein vergleichsweise unschönes Ende: Ein Mitarbeiter der Gartenfirma,

die für das Gießen der Bäume zuständig ist, entfernte die Pflanzen auf eine eher rustikale Art. „Der hat einfach mit seinen dicken Stiefeln die Blumen kaputt getreten“, so die Anwohnerin. Pracht-Müller-Eckhard hat den Mitarbeiter sofort angesprochen: „Das Einzige, was er mir dann gesagt hat, war: Anordnung vom Meister.“

Mit dem Spaten

Zuerst wurden in fünf von insgesamt neun Baumscheiben die Blumen beseitigt. Am Donnerstag wurden schließlich auch die restlichen Pflanzen entsorgt. „Dann aber nicht mehr mit dem Stiefel rausgehauen, sondern mit dem Spaten“, so Pracht-Müller-Eckhard.

„Das tut richtig weh“

Darauf hin hat die Bochumerin direkt einen Hinweis geschrieben und an den Baum geklebt. Die Aufschrift lautet: Vandalismus. „Ich war sowas von geladen“, sagt sie. Eine weitere Anwohnerin ist ebenfalls bedient: „Wir haben die Blumen hier jeden Abend gegossen und dann passiert so etwas. Das tut richtig weh.“

„Blühende Inseln“

Nachdem die Stadt die Bäume im Frühjahr hat pflanzen lassen, wurde dafür geworben, dass die Anwohner die Beete gerne mit Blumen einsäen sollen. Mit der Kampagne „Bochum blüht und summt!“ regt das Umwelt- und Grünflächenamt die Bürger dazu an, „dass zahlreiche blühende Inseln geschaffen werden.“ Weiter heißt es auf der Homepage der Stadt: „Nicht nur die Stadt Bochum kann auf den eigenen städtischen Flächen einen Beitrag leisten, sondern auch Bochumer Bürgerinnen und Bürger können helfen.“

Eine Entschädigung erwartet Pracht-Müller-Eckhard nicht: „Ich möchte jetzt nicht mein Geld zurück. Aber ich hoffe, dass die Verursacher die Baumscheiben neu gestalten, mit Pflanzen.“

Die Stadt bestätigte auf WAZ-Anfrage, dass die Firma für das Gießen der Bäume am Stadtpark beauftragt wurde. „Junge Bäume brauchen in den ersten drei Jahren einen sogenannten Gießring. Diese sind in der Erde verankert und sichern, dass die Bäume ausreichend mit Wasser versorgt werden“, so Pressesprecherin Katrin Müller. „In diesem Fall haben die vielen Blumen leider verhindert, dass die Bäume genug Wasser erhalten. Für die Anwohner, die sich mit den Blumen so viel Mühe gegeben haben, tut es uns natürlich sehr leid.“

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