Museumserweiterung

Bald kommt Bewegung in die Steinwüste am Bottroper Museum

Vorarbeiten zur Erweiterung des Josef Albers Museums Quadrat im Stadtgarten. 

Vorarbeiten zur Erweiterung des Josef Albers Museums Quadrat im Stadtgarten. 

Foto: DA

Bottrop.  Im Herbst sollen die Hochbauarbeiten für den Museumsanbau beginnen. Bevor die Arbeiten vergeben werden, muss der Bauausschuss grünes Licht geben.

Steinwüste statt Biotop: Mit diesem Anblick am Eingang zum Stadtgarten unmittelbar neben dem Museum müssen sich die Bottroper noch einige Zeit abfinden. Aber dafür wird dann auch alles schöner und das Biotop rückt sogar etwas näher in Sichtweite zur Straße. Zurzeit laufen noch die Erd- und Untergrundarbeiten für den Anbau, der künftig vor allem die neue Halle für Wechselausstellungen beherbergen wird. Man entdeckt Zu- oder Ableitungsrohre. Es lässt sich schon erahnen, wo einmal der neue Teich liegen soll. Bis es dort wieder grünt, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Im Oktober werden wohl die Hochbauarbeiten beginnen können, zeigt sich Museumsdirektor Heinz Liesbrock zuversichtlich.

Zunächst aber beschäftigt sich der Bau- und Verkehrsausschuss in nicht öffentlicher Sitzung am 11. September mit der Vergabe für die Hochbauarbeiten. Erst wenn die erfolgt sei und entscheiden sei, welchen Ausschreibungen man zustimme, könne mit diesen Arbeiten begonnen werden, so Stadtsprecher Thorsten Albrecht. Das passiere aber in der Regel bei solchen Aufträgen recht zeitnah.

Im übrigen sei die Stadt im Zeitplan, was die Museumserweiterung betreffe. Da die letzte Förderbescheide recht spät eingetroffen seien, habe man bis dahin auch keine Verträge abschließen können, so der Stadtsprecher weiter. Ursprünglich war sogar einmal an einen Baubeginn im vergangenen Jahr gedacht worden.

Derzeit das größte Kulturprojekt der Stadt

Erst am 31. Mai diesen Jahres hatte Regierungspräsidentin Dorothee Fellner aus Münster symbolisch den Scheck überreicht, mit dem das Land 1,75 Millionen Euro für den Museumsanbau zur Verfügung stellt. Dieses war der letzte Teil eines ambitionierten Förder-Puzzles aus privaten und öffentlichen Geldgebern, der das größte Bottroper Kulturprojekt seit langer Zeit überhaupt erst möglich macht.

Verwirklich wird dann der Entwurf des Zürcher Architekturbüros von Annette Gigon und Mike Gyuer. Annette Gigon wurde unter anderem auch durch Museumsbauten in Winterthur, Davos, Appenzell oder das archäologische Museum samt Park in Kalkriese bei Osnabrück bekannt. Für die Bottroper Arbeit sollen Aspekte wie Leichtigkeit und Lichteinfall von oben eine wichtige Rolle spielen. Außerdem wollte die Architektin den Park mit seinen alten Bäumen und die das Haus umgebende Skulpturensammlung in ihren Entwurf mit einbeziehen, wie sei vor einiger Zeit sagte.

Neubau 1976, Erweiterung 1983. Jetzt folgt der Anbau einer Wechselausstellungshalle

Das Museumszentrum Quadrat mit dem Haus für Ur- und Ortsgeschichte und der Modernen Galerie wurde 1976 eröffnet. Sieben Jahre später folgte der Anbau des heutigen Josef Albers Museums für die zwischenzeitlich durch großzügige Stiftungen deutlich angewachsene Sammlung mit Arbeiten von Josef Albers. Dieses Herzstück der Albers-Präsentation und -Forschung wird nun durch den Anbau für Sonderausstellungen ergänzt. Dies war nötig geworden, da inzwischen nicht nur die Albers-Sammlung des Hauses kontinuierlich ergänzt und erweitert wurde. Auch soll so die ständige Ausstellung, die das Werk des auch international bekanntesten Künstlers, der aus Bottrop stammt, auch während der regelmäßigen Wechselausstellungen gezeigt werden können. Dies wäre ohne den neuen Anbau weiterhin nicht möglich, was sich immer stärker als Nachteil für die Museumsarbeit herausstellte.

Die Geldgeber

Die auf rund 10 Millionen Euro bezifferten Kosten für der Erweiterung des Museums Quadrat übernehmen zu etwas mehr die Hälfte die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Josef and Annie Albers-Foundation, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie das land NRW und der Bund.

Sponsoren wie die Brost-Stiftung, Evonik Industries und die RAG-Stiftung übernehmen 4,5 Millionen Euro. In der RAG-Stiftung entstand auch die Idee, nach dem Ende des Steinkohlebergbaus in Bottrop etwas für die ehemalige Zechenstadt zu hinterlassen.

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