Schwarm

Bienenvolk lässt sich bei Privatmann im Pflaumenbaum nieder

Ein Bienenvolk ist Christoph Gläßer zugeflogen. Er hat es in seinem Pflaumenbaum im Garten entdeckt.

Ein Bienenvolk ist Christoph Gläßer zugeflogen. Er hat es in seinem Pflaumenbaum im Garten entdeckt.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Ein Bienenvolk ist dem Bottroper Christoph Gläßer zugeflogen. Es hat sich in einem Pflaumenbaum niedergelassen. Jetzt wird der Besitzer gesucht.

Christoph Gläßer hat auf einen Schlag Tausende neue Nachbarn. Seit Pfingstmontag bevölkern Honigbienen seinen Pflaumenbaum im Vorgarten, wo es nun summt und brummt. Gestört fühlt er sich davon nicht, doch fragt er sich, wem die Tiere gehören. Gläßer vermutet, dass sich ein Teil entfernt hat, um ein neues Volk zu gründen und sich zu vermehren - ein natürlicher Prozess zu dieser Jahreszeit.

Angefangen hat das tierische Schauspiel vor drei Tagen. Als er aus dem Fenster blickte, sah er einen Schwarm über dem Baum fliegen. Nicht einmal eine Stunde hätten die Bienen benötigt, um eine Traube zu bilden, die zurzeit rund 80 Zentimeter misst. Nachbarn hatten ihm berichtet, dass der Schwarm plötzlich aus Richtung Im Scheierbruch gekommen sei. „Sie saßen gerade draußen bei Kaffee und Kuchen, als die Bienen über sie hinweg flogen.“

Neue Nachbarn unter die Lupe genommen

Gläßer nahm die „neuen Nachbarn“ mit etwas Sicherheitsabstand genauer unter die Lupe. Denn mittlerweile haben sie sich im Pflaumenbaum eingenistet. Die Traube hängt in Kopfhöhe auf mehreren dünnen Ästen. Wenn ein leichter Wind weht, gerät die Masse in Bewegung: „Es ist kein starres Gebilde“, stellte Gläßer fest. Die Königin meint er auch schon ausgemacht zu haben. Sie lässt sich allerdings kaum blicken.

Herkunft noch unbekannt

Oberhalb der Traube wirkt alles ruhig. Am sichtbaren Einflugloch herrscht dagegen Betriebsamkeit. Vor allem bei schönem Wetter fliegen die Bienen rund um ihre teils bewegungslosen Artgenossen an der Behausung und im Baum herum. Bei schlechtem Wetter sieht es anders aus. „Als es am Dienstagmorgen um acht Uhr etwas kälter wurde, sah die Traube aus wie ein starrer Block“, erinnert sich Gläßer. Den Bottroper Imkerverein hat er bereits informiert. Bisher hat aber niemand ein Bienenvolk als vermisst gemeldet.

Imker möchte er nicht werden

Seit fast zwei Jahren betreibt Christoph Gläßer die Ruhrmühle, Bottrops erste Öl-Mühle, auf dem Gelände an der Tannenstraße. Zum Imker möchte er nicht umsatteln. Deshalb hofft er, dass sich in den kommenden Tagen der Besitzer oder ein Imker findet, der die Bienen in seinem Garten abholt und sich um sie kümmert. Sollte sich keiner melden, bleiben die Bienen erst einmal seine summenden Nachbarn. „Sie sind ja harmlos und tun nichts.“

In Zukunft macht er sich vor allem Sorgen um zwei Dinge. Die Bienen könnten von der Varroa-Milbe, dem gefährlichsten Feind der Tiere, befallen werden. Und spätestens ab Herbst benötigen die Bienen aufgrund niedriger Temperaturen eine andere und sichere Behausung.

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