Modernisierungen

Bottrop: Ministerin schaut sich wichtige Wohnbauprojekte an

GBB-Geschäftsführer Stephan Patz (rechts) erläutert NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) die Modernisierungsmaßnahmen im Wohnquartier „Zum Haldenblick“ in der Boy.

GBB-Geschäftsführer Stephan Patz (rechts) erläutert NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) die Modernisierungsmaßnahmen im Wohnquartier „Zum Haldenblick“ in der Boy.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Die NRW-Bauministerin verschafft sich einen Eindruck über zwei Wohnquartiere in Bottrop. Ihr Ministerium stellt dafür Fördermittel bereit.

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NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) informierte sich am Mittwoch an zwei Standorten darüber, wie die Fördermittel ihres Ministeriums von der Bottroper Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBB) in die Tat umgesetzt werden. Erster Treffpunkt dieses Kurztrips: das Quartier „Germania-Eck“ an der Germaniastraße/ Ecke Scharnhölzstraße.

Vier Mehrfamilienhäuser werden aktuell im Rahmen der Modernisierungsoffensive der Landesregierung umfangreich umgebaut. „Wichtig ist für uns, dass wir die energetische Modernisierung vorantreiben“, erklärte die Ministerin auf der Baustelle das Förderprogramm. Anfang der 1950er-Jahre waren diese Häuser das zweite Neubauvorhaben der damals noch jungen Gemeinnützigen Baugesellschaft Bottrop. Der Umbau war bitternötig, der Bestand technisch veraltet und nicht mehr zeitgemäß. Bald verfügen die Wohnungen unter anderem über große Balkone. „Es wird eine Heizungsanlage eingebaut“, erklärte Stephan Patz, GBB-Geschäftsführer. Bisher wurde noch mit Kohle geheizt. „Ernsthaft?“, fragte die Ministerin. Patz bejahte und fügte hinzu. „Es war höchste Zeit, dass wir hier anpacken.“

Modernierungsoffensive kommt zur richtigen Zeit

Am „Germania-Eck“ wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Weitere Aufgaben, die in den nächsten Monaten anstehen: neue Fenster, Dämmung der Kellerdecken, Dacherneuerung und moderne Treppenhäuser. Dazu kommt ein barrierefreier Fahrradunterstand im Hof. Leerstehende Wohnungen werden zudem kernsaniert. Die Fassade wird gedämmt mit nicht brennbaren und auf natürlichen Rohstoffen basierenden Mineralfaserplatten. Die gute Bausubstanz hätte eigentlich schon früher eine Modernisierung möglich gemacht. Dieses Vorhaben hätte dann allerdings einen erheblichen Anstieg der Mieten zur Folge gehabt. „Das wollten wir nicht und haben nach Alternativen gesucht“, erklärt der GBB-Geschäftsführer. „Da kam die Modernisierungsoffensive der Landesregierung gerade richtig.“ Die Mieten pro Quadratmeter im „Germania-Eck“ liegen aktuell laut Stephan Patz ungefähr bei 4,20 Euro. Nach der Modernisierung steigt der Preis auf circa 5,55 Euro.

Nach einem Rundgang setzte sich der Tross in Bewegung in die Boy. Nahezu in Rekordzeit wird dort zurzeit das Neubaugebiet „Zum Haldenblick“ aus dem Boden gestampft. Hierfür wurde nicht nur ein neuer Straßenname ins Leben gerufen. 52 Wohneinheiten für mindestens 160 Menschen sollen auf dem Areal entstehen. Knapp ein Jahr nach dem ersten Spatenstich sind fast alle Gebäude fertig. Die ersten Mieter haben ihre Wohnungen bereits bezogen. Es ist das größte Bauprojekt der GBB in den vergangenen Jahrzehnten.

Der Abbruch schafft Aufbruch

„Diese Gegend hatte bis vor vielen Jahren nicht den besten Ruf“, sagte Oberbürgermeister Bernd Tischler. Patz ergänzte: „Die alten Häuser standen lange Zeit leer. Es lag Sperrmüll vor den Türen. Es sah wirklich schlimm aus.“ Letztlich entschied sich die GBB für einen Abriss und dementsprechend für einen Neubau. Scharrenbach schaute sich eine der vielen Wohnungen an. In den Mehrfamilienhäusern gibt es keine Keller, stattdessen Ersatzräume. Dazu kommen unter anderem Garagen für alle Wohneinheiten, Barrierefreiheit in vielen Wohnungen und als Besonderheit die ersten Unterflur-Müllanlagen in Bottrop als ein Gemeinschaftsprojekt mit der Best.

Mit Blick auf die Umsetzung begrüßte Ina Scharrenbach die damalige Entscheidung eines Abbruchs: „Es gibt im Ruhrgebiet manchmal Wohnbestände, die kann man nicht modernisieren“, so die Ministerin. Zum Quartier sagte sie deshalb: „Abbruch schafft Aufbruch.“ Das schlechte Image der Gegend dürfte somit bald der Vergangenheit angehören. Aufgrund öffentlicher Förderung kann die GBB auch in diesem Quartier eine hohe Wohnqualität zu bezahlbaren Preisen anbieten.

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