Hilfe für Bosnien

Bottroper Verein organisiert Hilfstransporte nach Bosnien

Herbert Schröer (r.) und Peter Gauer vom Bottroper Verein „Aktion Leben und Lernen in Bosnien" beim Packen von Hilfsgütern für die nächste Tour nach Bosnien.

Herbert Schröer (r.) und Peter Gauer vom Bottroper Verein „Aktion Leben und Lernen in Bosnien" beim Packen von Hilfsgütern für die nächste Tour nach Bosnien.

Foto: Gauer

Bottrop.  Die „Aktion Leben und Lernen“ bringt wieder Hilfsmittel für Behinderte, Computer aber auch Sportkleidung für Jugendliche in die Region Sarajewo.

Der Verein „Aktion Leben und Lernen in Bosnien“ steckt zurzeit mitten in neuen Hilfsprojekten, die Menschen in dem Balkanstaat zu Gute kommen. Soeben ist Vereinsmitglied Herbert Schröer aus Fojnica in der Nähe von Sarajewo zurückgekehrt. Dort hatte er hauptsächlich Materialien für „DRIN“, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen. Dazu gehörten zum Beispiel Pflegebetten, Rollstühle aber auch Windeln oder Bekleidung für die Bewohner der Einrichtung. „Ich war jetzt das erste Mal allein vor Ort und habe dort neben dem Verteilen der Hilfsgüter sogar eine einwöchige Hospitanz absolviert, um die Arbeitsbedingungen einmal kennenzulernen“, sagt Herbert Schröer. Dabei war sein eigener beruflicher Werdegang als ehemaliger Leiter einer Behinderteneinrichtung natürlich ein Vorteil.

Die Kriegsfolgen sind dort noch nicht vergessen und teilweise noch zu sehen

Wie sehr das Land immer noch von den Kriegsereignissen der 90er Jahre geprägt ist, konnte der Bottroper gleich zu Beginn seine Aufenthaltes in Bosnien erleben. Bei der Anreise Richtung Fojnica geriet er in stundenlange Auto- und Motorradkorsos, mit denen die Menschen dort an das Massaker von Srebrenica erinnert, bei dem vor 24 Jahren etwas 8000 Bosniaken, Jungen und Männer zwischen 13 und 78 Jahren, von Truppen unter Leitung des Serben Ratko Mladić getötet wurden.

„Das ist nicht vergessen, aber man bemüht sich um Aussöhnung, Aufbau der inneren und äußeren Strukturen dieser alten europäischen Region.“ Schröer erzählt von Thermalquellen, die schön die Römer nutzten und von einer neuen Rheumaklinik, aber auch vom Zusammenleben der unterschiedlichen Ethnien und Religionen. Seit dem 15. Jahrhundert bestehe es dort ein Franziskanerkloster, eine erste Moschee sei aber ebenfalls um diese Zeit herum dort gebaut worden. Die Behinderteneinrichtung selbst sei aber wohl auf Jahre hinaus auf Hilfe angewiesen. So würden nicht nur rund Gruppen von 30 Personen von drei bis vier ungelernten Pflegerinnen betreut. „Es gibt kein Beschäftigungsmaterial für die Bewohner, wenig Aufenthalte an der frischen Luft, manche Kinder oder Jugendlichen verbringen dort fast den ganzen tag im Bett ohne nennenswerte Betreuung“, sagt Schröer. Man fühle sich um Jahrzehnte zurückversetzt.

Nächster Transport startet am 15. August

Einen zweiten Hilfstransport bereitet Herbert Schröer mit Vereinsmitglied Peter Gauer derzeit vor. Am 15. August werden sie neben Betten und Rollstühlen auch 70 Computer im Gepäck haben, die die Mülheimer Labdoo-Stiftung zur Verfügung gestellt hat, aber auch rund 1000 Euro Spendengelder. „Davon wollen wir Sportkleidung für Jugendliche kaufen.“ Bei dieser Tour arbeitet der Bottroper Verein mit dem Roten Kreuz Ahrweiler und der Stiftung Menschen in Not aus Castrop-Rauxel zusammen.

2. Auflage des Festivals mit Filmen aus Bosnien und Herzegowina im November

Der Verein „Aktion Leben und Lernen in Bosnien“ engagiert sich auch für den kulturellen Austausch. So ist auch nach der Premiere im vergangenen Jahr im Bottroper Filmforum die zweite Auflage des Filmfestivals geplant. Vom 8. bis 10. November steht dann wieder aktuelles Filmschaffen aus Bosnien und Herzegowina auf dem Programm.

Mehr Infos zu dem Bottroper Verein und dessen Aktivitäten auf: www.aktion-bosnien.eu

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