Versteigerung

Bunker in Bottrop kommt im September unter den Hammer

Der Bunker am Boyer Markt wird am 21. September versteigert.

Der Bunker am Boyer Markt wird am 21. September versteigert.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Der Bund will den Hochbunker am Boyer Markt loswerden. Ein Auktionshaus bietet das besondere Gebäude nun an und sucht einen „kreativen Investor“.

Wer 189.000 Euro übrig hat, kann eine außergewöhnliche Immobile in Bottrop zu ersteigern. Der Bund will sich vom Hochbunker am Boyer Markt trennen. Am 21. September soll er in Berlin versteigert werden, das Startgebot liegt bei 189.000 Euro. Nach oben hin gibt es üblicherweise keine Grenze. Doch was kann man dem Bunker eigentlich anfangen?

Das Berliner Auktionshaus Karhausen ist spezialisiert auf außergewöhnliche Immobilien und bietet den Bunker an. In den vergangenen Jahren habe sein Unternehmen rund 30 bis 40 Bunker versteigert, sagt Vorstand Matthias Knake. Die Nutzungen im Anschluss seien vielfältig. Einige seien am Ende lediglich als Lager genutzt worden, in anderen Anlagen dieser Art würden nun Pilze gezüchtet. In Ballungsräumen gebe es aber auch Beispiele dafür, wie aus Bunkern Wohnhäuser geworden sind.

Spezialfirmen können Fensteröffnungen sägen

Das jedenfalls ist mit einem enormem Aufwand verbunden. Denn naturgemäß gibt es in solchen Bunkern keine Fenster. Um entsprechende Öffnungen in die dicken Stahlbetonwände zu sägen, ist Spezialwerkzeug nötig. Es gibt Firmen, die sich auf solche Arbeiten spezialisiert haben, doch der Aufwand ist groß – mal abgesehen von den Kosten. Ach ja: Eine Heizung gibt es laut Exposé in dem Bunker auch nicht. Hinzu kommt in der Boy noch der Umstand, dass der Bunker unter Denkmalschutz steht. Nicht umsonst hofft Knake auf einen „kreativen Investor“.

Der könne sich im Falle des Bottroper Bunkers sogar über Mieteinnahmen freuen, wirbt das Auktionshaus. Gegenwärtig hat die Stadt in dem Bunker in der Boy Lagerflächen angemietet, außerdem nutzen die Boyer Schützen einen Bereich der Anlage als Schießstand. Für Knake eine Premiere. „Einen Bunker mit Schießstand hatten wir auch noch nicht im Angebot.“ Doch eigentlich sei so ein Gebäude dafür ideal.

Boyer Schützen sehen der Auktion mit gemischten Gefühlen entgegen

Der BSV Boy sieht der Auktion mit gemischten Gefühlen entgegen. Der Vorsitzende Andreas Gehrke verweist auf den Mietvertrag. Den müsse ein neuer Besitzer auch übernehmen, sagt Knake. Im Exposé im Internet weist das Auktionshaus aber vorsichtshalber bereits auf die dreimonatige Kündigungsfrist hin. Dem Verein bleibe nichts anderes, als abzuwarten, ob sich ein neuer Besitzer findet und was der mit dem Bau vorhat. Seit 2012 nutzen die Boyer Schützen die ehemalige Stadtteilbücherei im Bunker für ihre Zwecke, noch im vergangenen Jahr hätten sie den Fußboden erneuert, sagt Gehrke.

Auch die Stadt wartet die Entwicklung in der Boy ab. Man wisse, dass der Bunker versteigert wird, so Stadtsprecher Ulrich Schulze. „Doch von unserer Seite gibt es keine Ambitionen, in den Bieterwettbewerb einzusteigen.“ Für eine derartige Immobilie habe die Stadt keine Verwendung.

Der Boyer Bunker ist in einem „sanierungsbedürftigen Zustand“

Matthias Knake ist optimistisch, den Bunker am 21. September an den Mann oder die Frau bringen zu können. Dabei weisen er und seine Kollegen ausdrücklich auf den „sanierungsbedürftigen“ Zustand der Immobilie hin.

Die Versteigerung findet in Berlin statt. Allerdings ist es auch möglich, bis zum 13. September ein Maximalgebot zu hinterlegen oder sich als Telefonbieter registrieren zu lassen. Neben dem Boyer Bunker kommen 66 weitere Objekte unter den Hammer, darunter auch einige ehemalige Bahnhöfe, diverse Waldstücke und ein großes Grundstück auf Hiddensee.

Ein ausführliches Exposé, in denen auch die Vertragsbedingungen der Auktion enthalten sind, erhalten Interessenten beim Auktionshaus unter oder info@karhausen-ag.de.

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