Hochschule Ruhr West

Damit das Studium läuft: HRW bietet Nachwuchs Hilfen an

Erstsemesterbegrüßung am Campus Bottrop im Wintersemester 2018/19. Gerade in ihrer Studieneingangsphase werden die jungen Leute von der HRW unterstützt.

Erstsemesterbegrüßung am Campus Bottrop im Wintersemester 2018/19. Gerade in ihrer Studieneingangsphase werden die jungen Leute von der HRW unterstützt.

Foto: HRW

Bottrop.  Nicht jeder Studienabbruch lässt sich vermeiden. Doch es gibt durchaus Unterstützungsmöglichkeiten. Professor François Deuber zeigt einige auf.

Rund ein Drittel der Studierenden bricht laut einer Studie das Studium vorzeitig ab. Demnach halten gerade in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern viele nicht durch. An der Hochschule Ruhr West (HRW) schwanke die Abbrecherquote ebenfalls rund um ein Drittel, sagt Prof. Dr. François Deuber, Vizepräsident für Studium und Lehre. Die Gründe für einen Ausstieg sind unterschiedlich. Wo die HRW Einflussmöglichkeiten sieht, bietet sie den Studienanfänger Unterstützung.

Bei etwa 33 Prozent der Studierenden registriert Deuber einen tatsächlichen Abbruch, also eine Einschreibung ins Studium ohne Abschluss. „38 Prozent sind es, wenn wir auch interne Studienwechsler berücksichtigen.“ Die haben dann an der HRW ein anderes Fach für sich entdeckt. „Ob die, die uns komplett verlassen, woanders weiter studieren, wissen wir natürlich nicht.“

HRW bietet schon Schülern Orientierungshilfen

Grundsätzlich stellt er fest: „Aus unserer Sicht ist ein Abbruch nicht per se schlecht. Es kommt auf das Wann, Wie und Warum an.“ Manche Faktoren ließen sich nicht beeinflussen, etwa geänderte Lebensumstände. Oder wenn die falsche Studienentscheidung getroffen wurde. „Das ist nicht schlimm, wenn man das nach einem halben oder einem Jahr feststellt.“

Wobei die HRW einiges unternimmt, um schon Schülern Orientierungshilfen zu geben. Dazu zählen Ferienangebote, ein Schnupperstudium, die Mint4u-Workshops. „Sobald sie sich für uns interessieren, können wir sie noch einmal gezielt ansprechen“, so Deuber. Da ist die Studienberatung im Boot. „Sind die Studierenden dann da, kümmern wir uns um sie. Wobei wir gerade dabei sind, das Konzept für die Studieneingangsphase ein bisschen zu modernisieren.“ Die HRW sei schnell gewachsen, mit ihr auch die Betreuungsangebote bis hin zur neuen psychologischen Beratung. Die Erfahrungen werden nun bewertet und neu sortiert. Zum Auftakt des Studiums wird den Studierenden aber beispielsweise fachliche Unterstützung in Vorkursen für Mathe und Physik zuteil; erfahrene Lotsen begleiten die Erstsemester.

Ohne akademischen Hintergrund an die Hochschule

Ein besonderes Augenmerk richtet Deuber auf die jungen Leute, die ohne akademischen Hintergrund an die Hochschule kommen. „Es gibt gegenüber früher viel mehr junge Leute, die studieren. An der HRW haben nur circa 50 Prozent ein gymnasiales oder Gesamtschul-Abitur. Die anderen waren auf einer Fachoberschule oder dem Berufskolleg. Und es ist nicht die Aufgabe des Berufskollegs direkt, auf die Hochschule vorzubereiten.“ Zudem: „Etwa 60 Prozent der Studierenden sind die ersten in der Familie, die studieren. Sie sind teilweise unsicher, wissen nicht, was sie erwartet.“ Damit könne man sie nicht alleine lassen.

„Wir sehen es als unsere Aufgabe, ihnen zu erklären, wie ein Studium funktioniert, welche Erwartungshaltung es gibt und dass sie nicht alleine sind“, so Deuber. „Wir müssen sie auf die Rolltreppe stellen. Nach oben fahren und dort zurecht kommen müssen sie selbst.“ Als wichtiges Feld der Studieneingangsphase beschreibt Deuber die akademische Integration. Dabei solle den Anfängern geholfen werden, im Umfeld von Wissenschaft und Hochschule anzukommen, wissenschaftliche Gedanken zu fassen und zu formulieren.

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