Politik

Droste-Hülshoff-Schule – Klage über Raumnot

Der Altbau der Droste-Hülshoff-Schule wurde 1992 um einen Anbau erweitert.

Der Altbau der Droste-Hülshoff-Schule wurde 1992 um einen Anbau erweitert.

Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool

Bottrop.   In einem Brief an den Oberbürgermeister wünscht sich der Schulleiter einen Ausbau der Grundschule im Bottroper Süden. Jeder Schüler hat hier nur 4,4 Quadratmeter Platz. In der Bezirksvertretung Süd wurde darüber bereits diskutiert.

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Eine Erweiterung der Droste-Hülshoff-Schule fordert Schulleiter Christoph Mewes. In einem Brief an Oberbürgermeister Bernd Tischler wies er im Juni auf die „seit Jahren im Kollegium gefühlte besondere räumliche Enge“ an der Grundschule hin und untermauerte sie mit Zahlen aus dem Schulentwicklungsplan. Demnach hätten Schüler der Grundschule im Schnitt 4,4 Quadratmeter Platz. Das ist Minus-Rekord in Bottrop. Im Schnitt stehen Bottroper Grundschülern laut Schulentwicklungsplan 7,3 Quadratmeter zur Verfügung.

In dem Brief, der der WAZ vorliegt, geht der Schulleiter weiter auf den Schulentwicklungsplan ein. Dessen Autoren gehen von einem mittelfristig notwendigen Raumbedarf an der Karl-Englert-Straße von 1449 Quadratmetern aus. Aktuell stehen 975 zur Verfügung, Die Diskrepanz von 474 Quadratmetern zwischen Ist und Soll ist an keiner Grundschule der Stadt größer.

Laut Mewes besuchten 216 Schüler die Schule, aufgeteilt in acht Klassen. „Weitere Klassenräume, Nebenräume, Fachräume oder Mehrzweckräume stehen nicht zur Verfügung.“ Besonders prekär sei die Situation im offenen Ganztag, der ursprünglich für 50 Kinder konzipiert gewesen sei. Inzwischen würden im Ganztag und in der „Verlässlichen Betreuung“ bis 13.30 Uhr täglich bis zu 160 Kinder betreut. Hinzu käme Raumbedarf für Projekte wie „jedem Kind ein Instrument“ oder Lernförderung.“

Aufstockung des Anbaus oder ein Pavillon

Gegenüber der WAZ wollte sich Mewes auf Nachfrage nicht äußern, im Brief macht er jedoch einen Vorschlag: So könnte beispielsweise die Aufstockung des Anbaus aus dem Jahr 1992 das Problem lösen. Aber auch ein Pavillon auf dem Gelände sei vorstellbar. Mewes hofft, dass die Schule „bei den Planungen eventueller Baumaßnahmen an Bottroper Schulen in den kommenden Jahren berücksichtigt wird.“ Im Bezirk Süd wurde der Brief des Rektors bereits diskutiert, Bezirksbürgermeister Gerd Bongers hat sich zudem selbst dort umgeschaut und teilt Mewes Kritik: „So kann es nicht weiter gehen.“ Allerdings stellte der Bezirksbürgermeister klar, dass für derart umfangreiche Umbauten bezirkliche Mittel nicht ausreichen. Die Bezirksvertreter sicherten jedoch zu, die Schule zu unterstützen und – falls nötig – Geld des Bezirks beizusteuern.

Besonders liegt Bongers eine Rettungstreppe am Herzen, denn bisher, so der Bezirksbürgermeister, sei als zweiter Rettungsweg aus dem Obergeschoss ein Fenster vorgesehen, vor dem die Feuerwehr eine Leiter platziert.

Hohe Belastungen für den Schuletat

Karl Trimborn, Leiter des Fachbereichs Jugend und Schule, erklärte, das zunächst ein Ortstermin an der Schule geplant sei. Da gelte es herauszufinden, ob „ordnungsgemäßer Unterricht“ möglich sei. Wenn dem so sei, müsse überlegt werden, ob man die Situation durch eventuelle Um- oder Anbauten komfortabler gestalten könne. Solche Maßnahmen hätten dann jedoch nicht höchste Priorität, da die Verwaltung die Situation an anderen Schulen auch im Blick haben müsse.

Generell ist der Etat für Schulen arg belastet. Allein für die Errichtung der Sekundarschule in Kirchhellen sind rund sieben Millionen Euro angesetzt. Größere Projekte wie der Bau von Sporthallen an der Willy-Brandt-Gesamtschule oder am Josef-Albers-Gymnasium sollten – wenn es nach der Verwaltung geht – zunächst zurück gestellt werden. Außerdem, so Trimborn, drohten bei der Umsetzung des Schulentwicklungsplans weitere Kosten. Schließlich sieht der Plan unter anderem die Zusammenlegung von Schulen vor. Ein Unterfangen, das wahrscheinlich auch nicht ohne Umbauten über die Bühne geht.

Drohende Kosten durch die Inklusion

Vierter großer unbekannter Faktor im Schuletat der nächsten Jahre: die Inklusion. Ob und in welcher Höhe Kosten für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern auf die Kommunen zukommen, ist noch unklar. Nach wie vor streiten das Land und die kommunalen Spitzenverbände über diese Frage.

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