Straßenverkehr

Elternhaltestellen entzerren Verkehr vor Schulen

Im September 2017 wurde eine Hol- und Bringzone für die Droste-Hüls-Schule an der Friedrich-Ebert-Straße eingerichtet.

Im September 2017 wurde eine Hol- und Bringzone für die Droste-Hüls-Schule an der Friedrich-Ebert-Straße eingerichtet.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Polizei und ADAC berichten von positiven Erfahrungen mit Hol- und Bringzonen im Kampf gegen das Chaos vor Schulen. Club bietet finanzielle Hilfe.

Mit dem Schulbeginn in dieser Woche beginnt vielfach das Chaos vor den Schultoren. Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen und direkt vor dem Gebäude halten, sorgen nicht selten für gefährliche Situationen. Gleiches gilt mittags und nachmittags beim Abholen. So genannte Elternhaltestellen sollen Abhilfe schaffen. Anstatt direkt vor der Schule lassen Eltern ihre Kinder in einiger Entfernung aussteigen, die letzten Meter legen die Kinder zu Fuß zurück. Drei solcher Haltestellen gibt es in Bottrop bereits.

Die Polizei befürwortet diese Einrichtungen. Sprecher Michael Franz sagt, dass man damit nur gute Erfahrungen gemacht habe, weil alles geordnet sei. „Es kommt nicht mehr zu wuseligen, teils gefährlichen Situationen“, schildert er. In Bottrop gibt es solche Hol- und Bringzonen beispielsweise auf dem Gleiwitzer Platz für die Cyriakus- und die Schule am Stadtgarten, an der Friedrich-Ebert-Straße für die Droste-Hülshoff-Schule und am Westring für das Josef-Albers-Gymnasium. Dort können die Eltern zu bestimmten Zeiten halten und ihre Kinder aus- und einsteigen lassen.

ADAC übernimmt Kosten für die Beschilderung der Hol- und Bringzonen

Auch der ADAC empfiehlt solche Haltestellen und rät Eltern dringend davon ab, die Kinder bis vor das Schultor zu chauffieren. Der Automobilclub unterstützt Schulen, Städte und Gemeinden deshalb bei der Einrichtung von schulnahen Hol- und Bringzonen und übernimmt die Kosten für die Beschilderung. „Wir sehen uns die Situation auch vor Ort an und beraten Städte und Schulen“, sagt Sprecher Thomas Müther.

Studien weisen nach, dass die tägliche Bewältigung des Schulwegs zu Fuß positive Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung hat. Dazu zählen eine höhere Konzentrationsfähigkeit im Unterricht, eine gesteigerte körperliche Fitness, der Abbau von Übergewicht sowie - bei gemeinsamer Bewältigung des Schulwegs mit anderen Kindern - die Verbesserung des Sozialverhaltens. „Kinder entwickeln frühzeitiger ein Bewusstsein für Gefahrensituationen und werden überhaupt erst in die Lage versetzt, ein räumliches Bild der eigenen Stadt und des eigenen Schulwegs zu entwerfen“, erläutert ADAC Verkehrsexperte Roman Suthold.

Polizei kündigt verstärkte Kontrollen zum Schulanfang an

Die Polizei wird rund um den ersten Schultag verstärkt im Einsatz sein, kündigt Michael Franz an. Das Augenmerk der Beamten gelte dabei insbesondere den Erstklässlern und den Schulwechslern, weil sich für sie vieles ändert. Daher sind die Verkehrssicherheitsberater der Polizei im Einsatz, ebenso die Bezirksbeamten. Im Fokus steht Aufklärung. „Die Kollegen achten zum Beispiel darauf, dass die Kinder rechts aus dem Auto aussteigen. Außerdem weisen sie darauf hin, dass auch Radwege eine Gefahr darstellen können, wenn sie überquert werden müssen.“

Die Kommunalpolitiker wollen sich demnächst noch einmal mit dem Thema Hol- und Bringzonen befassen. Das kündigte Rüdiger Lehr, Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses, auf Nachfrage an. „Wir wollen uns von der Verwaltung einen Sachstand geben lassen, wie sich die bisher eingerichteten Zonen ausgewirkt haben.“ Aus dieser Erfahrung heraus werde es dann sicher auch um die Frage gehen, wie an anderen Standorten zu verfahren ist.

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