Bergbau

Förderturm der Bottroper Zeche Franz Haniel soll fallen

Der Förderturm der Zeche Franz Haniel in Bottrop soll abgerissen werden, fordern Vertreter von CDU und ÖDP.

Der Förderturm der Zeche Franz Haniel in Bottrop soll abgerissen werden, fordern Vertreter von CDU und ÖDP.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Vertreter von CDU und ÖDP wollen nicht, dass das alte Doppelbock-Gerüst stehen bleibt. Darum sprechen sie sich gegen das Denkmal aus.

Der Förderturm der Zeche Franz-Haniel soll weg. Vertreter von CDU und ÖDP sprechen sich entschieden dagegen aus, dass das Doppelbock-Fördergerüst der Schachtanlage an der Fernewaldstraße als Bergbaudenkmal stehen bleibt. "Wir brauchen keinen weiteren Förderturm als Erinnerung an den Bergbau", sagte CDU-Vertreterin Susanne Jungmann. Auch der neue ÖDP-Ratsherr Markus Stamm forderte den Abriss des alten Fördergerüstes.

Die Stadtplaner legen gerade den Bottroper Bezirksvertretungen die Pläne zum Ausbau der stillgelegten Zeche zu einem neuen Gewerbegebiet vor. Dabei weisen sie ausdrücklich darauf hin, dass der Förderturm der Schachtanlage möglichst als Landmarke erhalten bleiben soll. "Das ist das Ziel der Stadt Bottrop", erklärte auch Beigeordneter Klaus Müller im Austausch mit der WAZ-Redaktion.

Übernahme der Kosten muss geklärt werden

"Es wird nun zu klären sein, ob und wie ein Erhalt wirtschaftlich darstellbar ist", erläuterte Müller. Die Stadtverwaltung sei derzeit dabei zu prüfen, wie die Kosten für die notwendige Sanierung und die jährliche Unterhaltung des Förderturms aufgebracht werden können, berichten die Stadtplaner. Sie hoffen, dass die Stadt dafür womöglich auch Fördergelder erhalten kann. Beigeordneter Müller machte in einem WAZ-Gespräch bereits klar, dass die RAG-Tochter Montan Immobilien, die die Zechengstandorte vermarktet, für den alten Förderturm kein Geld übrig habe. "Das gibt das Budget nicht her", sagte Müller.

Vertreter von CDU und ÖDP wollen auch gar nicht, dass für die Rettung des Doppelbock-Turms Geld ausgegeben würde. "Bitte, bitte lassen Sie uns das nicht machen. Wir haben schon so viele alte Fördertürme im Ruhrgebiet", appellierte der frisch gewählte ÖDP-Ratsherr Markus Stamm in der Bezirksvertretung Mitte an die Stadtplaner. "Auch in Bottrop steht ein besonders markanter Förderturm", spielte er auf den Malakoff-Turm auf der stillgelegten Zeche Prosper II an der Knappenstraße an.

Besser mehr Platz für neue Betriebe schaffen

Auch die neu gewählte CDU-Ratsvertreterin Susanne Jungmann meint, dass es in der Stadt genügend Bergbau-Erinnerungen gebe. Sie wies zum Beispiel auf die Bergmannsstatue hin, die in der Nähe des Rathauses steht. Das Grundstück unter dem Förderturm der Zeche Haniel könne als Gewerbefläche viel besser genutzt werden. "Wir wollen nicht, dass die Ansiedlung eines Unternehmens womöglich scheitert, weil auf der dafür dann benötigten Fläche der Förderturm stehen soll", machte sie die Haltung der CDU klar.

Das Fördergerüst der Zeche Haniel sei nicht einmal ein besonderers, meint ÖDP-Ratsherr Markus Stamm. Seine Erhaltung führe nur zu hohen Kosten. Stamm: "Es macht keinen Sinn, diesen Förderturm aus nostalgischen Gründen stehen zu lassen".

Große Transparenz zugesagt

>>> Die Vorlage des Berichtes über die künftige Nutzung der Bottroper Bergbauflächen verstehen die Stadtplaner als Einstieg in den Planungsprozess. "Wir werden dabei alles so transparent wie wie möglich", sagte Sachgebietsleiter Oliver Schüttler den Bezirksvertretern zu.

Diese hatten zuvor eine stärkere politische Beteiligung an den Planungen verlangt. "Die Räte der Städte sind diejenigen, die die Entscheidungen treffen", versicherte der Stadtplaner.

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