Feuerwehr-Einsatz

Gasleitung brennt: Bei Anwohnern sitzt der Schrecken tief

Einsatzkräfte der Feuerwehr kühlen die Fassaden der Gebäude rund um die Brandstelle, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreitet.

Einsatzkräfte der Feuerwehr kühlen die Fassaden der Gebäude rund um die Brandstelle, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreitet.

Foto: Feuerwehr

Bottrop.   Strom und Wasser gab es mittags wieder. Für die Anwohner ging der Brand der Gasleitung in Bottrop glimpflich aus. Aber der Schock sitzt tief.

Ein größeres Unglück konnte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf der Rippelbeckstraße durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr verhindert werden: Hier war gegen 3.30 Uhr eine sechs Meter hohe Stichflamme aus einer Baugrube geschossen, nachdem eine unterirdische Gasleitung zwischen zwei Häusern in Brand geraten war. Verletzt wurde niemand.

Die Feuerwehr evakuierte sofort 25 Anwohner. Helfer brachten die auf dem Schlaf gerissenen Menschen auf den nahegelegenen Aldi-Parkplatz an der Gladbecker Straße. Dort wurden sie vom DRK in einem Bus der Vestischen versorgt. Die Feuerwehr kühlte die Umgebung um die Brandstelle, bis der Energieversorger Ele die Gaszufuhr abgestellt hatte.

Stromausfall war Ursache des Unglücks

Ursache für das Unglück war gegen Mitternacht ein Stromausfall in der kleinen Stichstraße an der Rippelbeckstraße, auf der fünf Doppelhäuser stehen. Zu dem Stromausfall war es auf Grund eines Kabelfehlers gekommen. „Wir haben noch in der Nacht ein Unternehmen beauftragt, den Schaden zu beheben“, erklärt Peter Efing, Pressesprecher der Ele. Bei der Reparatur kam es zum Brand der Gasleitung.

Noch am Mittwochmittag stehen mehrere Laster in der Nähe der Unfallstelle. Sie ist durch rot-weiße Schrankenzäune abgesichert. Rund zehn Mitarbeiter der Energie- und Wasserversorger Ele und RWW kümmern sich seit 7 Uhr in der Frühe um die Reparatur. Die Anwohner konnten gegen 6.30 Uhr wieder in ihre Häuser. Der Strom wurde zwischen 14 und 15 Uhr wieder angestellt, Wasser hatten die Anwohner der Stichstraße schon früher wieder. Die Gasleitungen können erst am Donnerstag wieder repariert werden. Mögliche Schäden an Telefonleitungen und Internet müssen von den Anbietern behoben werden.

Anwohner haben diese Nacht nicht geschlafen

Bei den Betroffenen sitzt der Schock noch tief. Sie haben die Nacht nicht geschlafen und sind erschöpft. „Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, Es war dramatisch“, berichtet Thomas Praß, während er einen kurzen Blick in die Baugrube wirft. „Wir sind von der Feuerwehr geweckt worden und haben direkt nach den Flammen gesehen. Die Rettungskräfte sind nur schwer zur Unglücksstelle durchgekommen. Das lag zum einen an der engen Straße, zum anderen auch an der ungünstigen Parksituation“, so der 52-Jährige. Die Helfer hätten die Evakuierten auf dem Aldi-Parkplatz auf dem Laufenden gehalten. Dort hatte der Filialleiter den Betroffenen die Toiletten geöffnet.

Thomas Praß konnte am Mittwoch nicht zur Arbeit. Er ist froh, alles unbeschadet überstanden zu haben: „Heute müssen wir ein bisschen improvisieren. Wir haben zum Glück eine tolle Nachbarschaft, so kann auch eine schwer pflegebedürftige Frau versorgt werden.“

Anwohnerin Renate Weis hat mitbekommen, wie alles anfing: „Ich habe zuerst ein komisches Geräusch gehört. Dabei habe ich mir nichts weiter gedacht, bis es wie verrückt an der Haustür hämmerte. Dann ging es schnell. Jemand schrie: Raus, raus, raus!“ So eine Situation hat die 66-Jährige noch nicht erlebt. Zwischendurch sei die Angst um ihre Wohnung groß gewesen.

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