Stadtarchiv

Heimatforscher serviert eine gemischte Tüte Stadtgeschichte

   Heimatforscher Josef Bucksteeg und Heike Biskup, Leiterin des Stadtarchivs, mit Bucksteegs jüngstem Band der „Geschichtsstunde“.                                                                                               

   Heimatforscher Josef Bucksteeg und Heike Biskup, Leiterin des Stadtarchivs, mit Bucksteegs jüngstem Band der „Geschichtsstunde“.                                                                                               

Foto: Thorsten Albrecht, Stadt Bottrop

Bottrop.   Josef Bucksteeg hat Fundsachen aus den Archiven in historische Zusammenhänge gestellt. Das Ergebnis ist eine vergnügliche „Geschichtsstunde“.

Das Bottroper Stadtarchiv hat in seiner Schriftenreihe „Geschichtsstunde“ Band 18 herausgegeben. Unter der Überschrift „Als noch die Postkutsche durch Bottrop fuhr“ hat Heimatforscher Josef Bucksteeg genau das zusammengestellt, was der Untertitel verspricht: „Ein Streifzug durch die Geschichte mit Fundsachen aus dem Stadtarchiv“.

Zu schön zum Vergessen

Bucksteeg hat sich in den vergangenen 20 Jahren verschiedenen Ereignissen, Entwicklungen und Persönlichkeiten in seinen Beiträgen zur Stadtgeschichte gewidmet. Bei seinen Forschungen vor allem im Bottroper Stadtarchiv, aber auch in Kirchen- und Staatsarchiven sind ihm immer wieder Themen und Geschichten unter die Finger gekommen, die er ablegte unter einem Register: „Zu schön zum Vergessen. Kann ich später mal was draus machen.“ Diese Ablage hat er jetzt durchgearbeitet. Hat seine Fundsachen sortiert, zu Themenfeldern gebündelt und in einen historischen Zusammenhang gestellt.

Die Mönchskuhle in der Heide

Zum Beispiel die Sagen, die sich um die „Mönchskuhle“ ranken, ein Teich in der Heide am alten Postweg, wo einst ein ganzes Kloster mit Mauern, Mann und Maus in den Abgrund gerissen worden sein soll. Bucksteeg geht davon aus, dass in dieser Sage zwei historische Ereignisse verwoben sind. Einmal die kurze Geschichte des Damenklosters Grafenwald, deren Damen schon nach wenigen Jahren eine Schenkung dankbar zum Anlass nahmen, nach Sterkrade umzuziehen.

Das andere war der Ärger um die Einsiedler im Kuhkampe in Osterfeld, deren liederliches Leben weltlichen wie geistlichen Herren ein steter Dorn im Auge waren, bis Graf Franz von Nesselrode die Klause bei Nacht und Nebel abreißen ließ.

Wildschweine, Wildpferde, Wölfe

Auf diese Weise erzählt Bucksteeg von früheren Wolfsplagen, von Wildschweinen und den Wildpferden im Emscherbruch, von den Kriegswirren in den Religionskriegen des Mittelalters bis hin zum 1648 beendeten dreißigjährigen Krieg. Er lässt den früheren Stadtarchivar Aloys Dickmann berichten über die große Bottroper Hungersnöte 1794/95 und 1847/48. Er berichtet von den ärmsten Bottropern, die im 19. Jahrhundert im Fuhlenbrock Holzkohle für die Erzhütten brannten und Holzschuhe herstellten.

Gastronomen-Dynastie Schäfer

Zum Schluss des Heftes nimmt Bucksteeg sich ganz zurück und präsentiert die Familiengeschichte der Gastronomenfamilie Schäfer in Berichten der Bottroper Volkszeitung und der WAZ vom ersten Wirt Heinrich Schäfer 1821 und mit Bildern aus dem Familienarchiv. Zweimal mussten die Schäfers mit ihren Häusern der Innenstadtentwicklung weichen. 1913 der Straßenbahn, in den 1950er Jahren dem Sparkassen-Neubau.

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