Kampagne „Grünes Bottrop“

In Notzeiten diente der Stadtgarten zum Anbau von Gemüse

Eine Exkursion zum „Tag des offenen Gartens“ fand auch im Stadtgarten von Bottrop statt. Stadtführer Holger Kröcher informierte über die wechselvolle Geschichte der Anlage.

Eine Exkursion zum „Tag des offenen Gartens“ fand auch im Stadtgarten von Bottrop statt. Stadtführer Holger Kröcher informierte über die wechselvolle Geschichte der Anlage.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.  Die historische Tour durch den Stadtgarten der Kampagne „Grünes Bottrop“ stieß auf geteiltes Echo. Besucher wollten mehr über Botanik erfahren.

Bei einer Exkursion zum Tag des offenen Gartens stand eine historische Führung durch den Stadtgarten und eine Besichtigung naturnaher Gärten jetzt im Mittelpunkt. Die Tour war zugleich ein Beitrag zur Innovation-City-Kampagne „Grünes Bottrop“.

Mit gut 25 Teilnehmern startete jetzt die historische Führung von Holger Kröcher im Stadtgarten. Eng verbunden war die Führung mit dem Thema Bergbau, der der Auslöser und Grund für die Anlage des Stadtgartens um die Zeit des ersten Weltkrieges war. Ursprünglich geplant als Erholungsgebiet entwickelte sich der Stadtgarten in Notzeiten aber auch zur Versorgungsquelle für die Bewohner der Stadt. „Eigentlich sollte mit dem Park ein Ausgleich zur körperlichen Arbeit geschaffen werden“, erklärt Köcher den Besuchern. Die Idee dahinter war, den Bergarbeitern Anfang des 20. Jahrhunderts ein Stück Natur zurückzugeben.

In Kriegszeiten könnten Bürger Parzellen im Stadtgarten pachten

Zur Zeit des ersten Weltkrieges dann hatten die Leute die Möglichkeit, ein Stück des Stadtgartens zu pachten, um dort Obst und Gemüse anzubauen. „Als die Nahrungsmittel knapp wurden, mussten die Leute lernen sich selbst zu versorgen. Und der Stadtgarten bot die Möglichkeit dazu“, so Kröcher. So ging es zum Beispiel durch den vorderen, den alten, Teil des Stadtgartens mit der Büste von Alexander von Humboldt, dem gelben Torbogen und der Gedenksäule in der linken Hälfte des Stadtgartens von der Parkstraße aus gesehen.

Zudem gab es einen kleinen spontanen Abstecher zur Nabu-Wiese auf der gegenüberliegenden Seite, sowie einige Erklärungen und Fakten zur Dieter Renz Halle und dem neuen Hallenbad.

Innovation City: Bottrop soll noch grüner werden

Nach der historischen Führung gab es Besichtigungen eines Kleingartens im Kleingartenverein Overbeckshof und die Besichtigung eines naturnahen Gartens und einem kleinen Imkerteil am Quellenbusch. Martina Kupper vom Innovation City Management und Projektleitung der Kampagne „Grünes Bottrop“ erklärt: „Bottrop ist ja schon schön grün. Aber wir wollen es noch grüner gestalten“. Dazu gäbe es sowohl für private als auch gewerbliche Immobilieninhaber die Möglichkeit, Zuschüsse zu beantragen, um Dächer und Einfahrten begrünen zu lassen. „Wir haben auch schon einige Themenabende veranstaltet, die mehr als gut besucht waren“, erklärt Martina Kupper.

Stadtjubiläum spielte auch eine Rolle

Die Verbindung zum Thema Bergbau bei der historischen Führung sei für die nur logisch gewesen. „Wir wollten auch die Überleitung zum Stadtjubiläum schaffen. Der Bergbau hat die Stadt sehr lange Zeit geprägt und gehört einfach dazu“, so die Projektleiterin. Die Tour sei auch als historische Führung ausgeschrieben und beworben gewesen, doch die falsche Erwartungshaltung unter den Besuchern wurde schnell deutlich: Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer warteten schon ungeduldig auf den botanischen Teil, der im zweiten Part der Exkursion durch den Nabu übernommen wurde. So war die spontane Besichtigung der Nabu-Wiese mit ihren Pflanzen und Gehölzen gegenüber des Stadtgartens für viele ein spannenderes Unterfangen.

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