Kevelaer-Wallfahrt

1784 dauerte der Rückweg der Pilger zwei Tage

Mitpilgerer sind herzlich eingeladen: Die Fußpilger im Jahr 2017 auf dem Weg zur Frühstückspause.

Mitpilgerer sind herzlich eingeladen: Die Fußpilger im Jahr 2017 auf dem Weg zur Frühstückspause.

Foto: Susanne Breit

Kirchhellen.  Letzter Serienteil: Mit einem fiktiven Bericht von der ersten Kevelaer-Wallfahrt im August 1784 wirbt die Gemeinde St. Johannes um Teilnehmer.

Der dritte Teil des fiktiven Berichts über die erste Pilgerfahrt von Kirchhellen nach Kevelaer 1784 hat mit der heutigen Wallfahrt, zumindest mit dem Ablauf am Sonntag, nur bedingt Ähnlichkeit.

Nach einem frühen Sonntagsgottesdienst hatte der Zug bald wieder die Straße unter den Füßen, denn um 9 Uhr mussten Sonsbeck und um 12 Uhr Winnekendonk erreicht sein, wollte man pünktlich wie geplant in Kevelaer ankommen. Auch hier hatten Quartiermacher sich bereits zuvor um geeignete Unterkünfte bemüht.

Wenig Zeit zum Ausruhen

Zum Ausruhen aber blieb nicht viel Zeit, denn bis zum Abend stand noch eine Menge auf der Tagesordnung: Rosenkranzgebet und Predigt bei der Gnadenkapelle, Andacht in der Kirche, der jetzigen Kerzenkapelle und dann noch der Kreuzweg. Selbstverständlich gehörte auch ein Gang an den vielen Verkaufsbuden vorbei dazu, wo es „Keamsfähnkes“, Bildchen, Rosenkränze, Heiligenfigürchen als Andenken in nie gesehener Fülle zu kaufen gab.

Eine oder mehrere Kerzen mussten noch geopfert werden für die Oma, die zu Hause die Kinder hütete, für die Tochter Mariechen, die in Kürze ein Kind erwartete und für die eigenen Sorgen und Anliegen natürlich auch.

Heute klingelt der Wecker morgens um 5

Heute klingelt um 5 Uhr der Wecker der noch müden Fußpilger. Nach einem kurzen Frühstück starten sie um 6 Uhr. Um 10 Uhr werden sie in Kevelaer am Bahnhof von den Fahrrad-, Bus- und Familienpilgern mit Beifall empfangen. Feierlich ziehen alle durch die Straßen Kevelaers und tragen die Hoffnungen und Sorgen, die uns den ganzen Weg über begleitet haben, zum Gnadenbild der Gottesmutter Maria. Das Hochamt wird um 11.15 Uhr gehalten.

Damals ging es müde, aber glücklich auf den Strohsack, denn am nächsten Morgen um 6 Uhr machte sich die Prozession, natürlich frisch verproviantiert, wieder auf den Heimweg. Wieder standen in den Dörfern und Städtchen gefüllte Wassereimer mit einem „Schleif“ – einer Schöpfkelle- am Straßenrande, die Durstigen zu tränken. Endlich am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr durften die Daheimgebliebenen und die Kirchenglocken die Zurückgekehrten begrüßen. Heute kehren die Pilger am späten Sonntagnachmittag ins Dorf zurück, ebenso erschöpft aber glücklich, es geschafft zu haben - wie schon vor über 200 Jahren ihre Vorfahren.

Die Anmeldefrist für die Wallfahrt am 24. und 25. August endet am Dienstag, 15 August. Anmeldungen sind in den Pfarrbüros möglich.

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