Race@Airport

Am Flugplatz brennt die Luft: Wettrasen auf der Viertelmeile

Gehört zum Favoritenkreis: der Österreicher Jürgen Dutter von Dutter Racing.

Gehört zum Favoritenkreis: der Österreicher Jürgen Dutter von Dutter Racing.

Foto: MSC Race@Airport

Kirchhellen.  170 Fahrer treten mit ihren PS-Protzen am Sonntag an der Schwarzen Heide an. In zehn Klassen liefern sie sich Beschleunigungsrennen.

Zum zwölften Mal gastiert das Motorsport-Spektakel „Race@Airport german series“ am Sonntag, 4. August, auf dem Flugplatz Schwarze Heide. Das Starterfeld ist übervoll: 170 Fahrzeuge gehen an den Start und versuchen die Viertelmeile (402,34 Meter) in kürzester Zeit zurückzulegen. Veranstalter Michael Augustin („Gustl“) ist sicher: „Der Rekord für Motorräder wird fallen.“

„Das ist unsere schwierigste Fläche in Deutschland“

Für den Veranstalter der Rennserie ist das Gastspiel „Race@Airport Kirchhellen“ ein Saisonhöhepunkt wegen des großen und dankbaren Publikums und wegen der Lokalmatadoren im Starterfeld. Michael Augustin sagt aber auch: „Das ist unsere schwierigste Fläche in Deutschland.“ Um 20.30 Uhr am Samstag endet der Flugbetrieb an der Schwarzen Heide, erst dann kann das MSC-Team auf der Start- und Landebahn mit dem Aufbau beginnen. Und auch am anderen Ende ist die Nacht kurz: Sonntag pünktlich um 7 Uhr bitten die Vertreter des Kreises Wesel zur Abnahme der Veranstaltung.

Weltrekordler muss passen: Schlüsselbeinbruch

Einen Weltrekord von Extremsportler Dirk Auer wie im Vorjahr mit einem raketenbetriebenen Bobbycar wird es diesmal nicht geben. Auer hat Augustin letzte Woche ein Röntgenbild geschickt von seinem gebrochenen Schlüsselbein. Augustin: „Dirk muss jetzt erst mal genesen. Und dann werde ich ihm verkaufen, dass er mit seinem nächsten Rekordversuch warten soll bis zu ersten Augustwochenende 2020.“ Dann ist „Race@Airport“ nämlich wieder an der Schwarzen Heide.

„Selbstverständlich sind viele Lokalmatadoren im Starterfeld“, sagt Augustin. Sie werden zum Angriff blasen auf den 2018 gefahrenen Streckenrekord von 9.065 Sekunden in der Autoklasse. Dazu treten neben anderen schnellen Rennfahrern an: Christian Mählen (Opel Corsa A, 900 PS, Gelsenkirchen), Michael Mählen (Opel Speedster 2.0 Turbo, 800 PS, Gelsenkirchen), Martin Berghof (Audi S2 2.2 Turbo, 1000 PS, Bottrop), Stephan Klasen (Audi R8 V10 Turbo, 1050 PS, Bottrop).

Bei den Motorrädern wird es knapp werden

„Auch bei den Motorradklassen dürfen Zuschauer und Starter viel erwarten“, sagt Augustin. Er rechnet damit, dass der Streckenrekord von 9,146 Sekunden geknackt wird. Und wahrscheinlich wird es wie im Vorjahr sehr, sehr knapp werden. Augustin: „2018 waren in der offenen Motorradklasse mit mehr als 750 Kubik Hubraumunglaublich knappe 11 Tausendstel Differenz zwischen erstem und zweitem Platz. Außer regionalen Bikern fahren sehr schnelle Bayern, Niederländer und Österreicher um Pokale und Podestplätze der Motorradklassen mit.

Wie in den Vorjahren erwartet Augustin „einen Kampf mit allen psychischen und physischen Tricks um Zehntelsekunden“. So werden Motor- und Fahrwerksabstimmungen sowie Reifenluftdrücke im Laufe des Renntages geändert. Und wie immer gilt für das Publikum: „Fotografieren, filmen, grenzenlose Begeisterung und tobender Applaus sind ausdrücklich erwünscht.“ Das Fahrerlager ist frei zugänglich, die Rennteilnehmer beantworten gerne Fragen interessierter Zuschauer. Das Starterfeld ist begrenzt auf 170 der schnellsten VW, Audi, Opel, Ford, BMW, Japaner, US-Cars sowie Youngtimer, Oldtimer, Sportwagen, Slalom- und Bergrennwagen, Motorräder jeglicher Hersteller bis 400 PS, Rennkarts bis 240 PS. Für die Kategorien Diesel mit mehr als zwei Litern Hubraum sowie Harley Davidson hat Augustin dieses Mal nicht genügend Teilnehmer gefunden.

Die schnellsten Fahrer erreichen Tempo 250

Wie schnell die Boliden werden auf der Startbahn? Augustin rechnet vor: „Die schnellsten Fahrzeuge durchsprinten die Renndistanz in 9 Sekunden-Zeiten und erreichen Zielgeschwindigkeiten von 250 km/h mit Beschleunigungswerten 0 bis 100 in 2.3 Sek. Also schneller als Formel-1-Autos. Sportwagen wie Porsche Turbo, Audi R8 oder Ferrari 488 benötigen für die Distanz zwei Sekunden länger und erreichen Geschwindigkeiten um 210 km/h.“ So schnell musste Dirk Auer 2018 auf seinem Bobbycar nicht rasen.. Für seinen Weltrekord reichte Tempo 119.

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