Landwirtschaft

Bauern und Unterstützer protestieren mit grünen Kreuzen

Grüne Kreuze an der Dinslakener Straße.

Grüne Kreuze an der Dinslakener Straße.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Auch in Kirchhellen stehen jetzt grüne Kreuze. Sie sollen warnen vor einem Höfesterben in Folge des Agrarpaketes der Bundesregierung.

Die grünen Kreuze sind im Dorf angekommen. An der Dinslakener Straße hat Agraringenieur Ansgar Tubes und am Dahlberg Bauer Burkhard Sagel die ersten aufgestellt. Seit Anfang September mahnen die grünen Kreuze bundesweit vor einem befürchteten Höfesterben in Folge des Agrar-Paketes der Bundesregierung.

Ins Leben gerufen hat die Aktion der in den sozialen Medien gut vernetzte Nebenerwerbslandwirt und Buchautor „Bauer Willi“ Kremer-Schillings aus dem Rheinland. Seine Begründung: „Am 4. September hat das Bundesministerium für Landwirtschaft gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium ein sogenanntes Agrarpaket verabschiedet. Seitdem geht in vielen landwirtschaftlichen Betrieben die Angst um, dass damit jegliche Produktion auf dem Acker und im Stall erschwert und in Einzelfällen nahezu unmöglich gemacht wird.“ Er befürchtet sinkende Erträge und so die Gefährdung der Versorgung mit regionalen Produkten.

Genossenschaft unterstützt die Aktion

„Bauer Willis“ Aufruf verbreitet sich schnell. Ansgar Tubes hat ihn befolgt, „um in dieser Region für die Landwirtschaft Flagge zu zeigen“, sagt er. „Das ist mir eine Herzensangelegenheit“. Der Agraringenieur ist zwar selbst kein Bauer, aber ein Dienstleister für die Landwirtschaft etwa bei den Themen Düngung und Pflanzenschutz. Auch die Genossenschaft AgriV, Betreiber des Raiffeisenmarktes, ruft zur Unterstützung der Aktion auf.

Burkhard Sagel will mit seinem Kreuz auf dem Dahlberg vor allem die Kleinbauern unterstützen, die es im Dorf allerdings kaum noch gebe, sagt er: „Die kleinen und mittleren Betriebe werden mit dem Agrarpaket an die Wand geklatscht.“ Vom Agrarpaket über die Gülleverordnung bis zur Rentenversicherung sei es „eine Summe von Kleinigkeiten“, die kleine Bauern in die Knie zwängen.

„Muntere Diskussion“

Und was sagen die Funktionäre? Der Bayrische Bauernverband unterstützt die Aktion mit den grünen Kreuzen. Nach seiner Einschätzung sei die Stimmung in den forst- und landwirtschaftlichen Betrieben „so schlecht wie nie“. Beim westfälisch-lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) gibt es noch keinen Aufruf zur Unterstützung, sagt Pressesprecher Hans-Heinrich Berghorn: „Es gibt unter unseren Mitgliedern derzeit eine muntere Diskussion, ob die Symbolik passt.“ Einige Landwirte stoßen sich daran, dass für den Protest ein christliches Symbol verwendet wird.

In der Sache ist der Verband allerdings bei den teilnehmenden Bauern, sagt Berghorn: „Es ist nachvollziehbar, dass unsere Mitglieder sich Sorgen um ihre Zukunft machen.“ Die Vorsitzenden der WLV-Kreisverbände Soest und Paderborn formulieren in einem Brandbrief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet deutlich schärfer: „Wenn das Agrarpaket so kommt, wie es die Ministerinnen Klöckner und Schulze am 4. September vorgestellt haben, wird es das Aus für viele heimische Bauernfamilien bedeuten“.

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