Hilfsaktion

In Bom Conselho wird eine neue Waschmaschine benötigt

Pater Zito aus Brasilien besuchte Kirchhellen und erzählte von den Erfolgen und Problemen der Stiftung „Bon Conselho Kirchhellen“.

Pater Zito aus Brasilien besuchte Kirchhellen und erzählte von den Erfolgen und Problemen der Stiftung „Bon Conselho Kirchhellen“.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Pater Zito besuchte das Ehepaar Koller in Kirchhellen und berichtete von der Arbeit in Brasilien. Transport der Waschmaschine ist ein Kraftakt.

Immer wenn Pater Zito in Kirchhellen zu Gast ist, hat er viele Berichte, Bilder und Videos mit im Gepäck. Er leitet in Brasilien die Stiftung „Bom Conselho - Kirchhellen, O Amor vencerá“ (Bom Conselho - Kirchhellen, die Liebe siegt). Hedwig und Werner Koller hoben vor mehr als zwanzig Jahren dieses Hilfsprojekt aus der Taufe. Die Stiftung benötigt dringend eine neue Waschmaschine wie sie in der Industrie eingesetzt wird.

Die alten Geräte im Waschhaus geben nach vielen Jahren treuer Dienste allmählich ihren Geist auf. Sie sind dauernd im Einsatz. Eine neue Maschine in Halbautomatik, nicht Vollautomatik, würde in der Gemeinde Bon Conselho immens helfen. Vollautomatische Maschinen seien zu reparaturanfällig, meint Pater Zito. Zunächst muss die Waschmaschine gekauft werden (Neupreis: umgerechnet circa 12.000 Euro). Die Anschaffung ist für die Stiftung schon ein echter Kraftakt und hofft deshalb auf zahlreiche Spenden.

Transport ist ein Kraftakt

Und zweitens muss die Maschine noch an ihren Bestimmungsort transportiert werden. Diese Aufgabe dürfte eine logistische Meisterleistung werden. Was in Deutschland mehr oder weniger banal klingt, gestaltet sich vor Ort als ziemlich kompliziert. In unmittelbarer Umgebung gibt es keinen Elektrofachmarkt. Pater Zito muss die Waschmaschine andernorts kaufen und diesen speziellen Transport mit einem Lkw organisieren. Die Entfernungen sind nicht einmal ansatzweise mit denen in Deutschland zu vergleichen. Zum Beispiel ist die Hafenstadt Recife mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern rund 250 Kilometer von Bom Conselho entfernt.

Ehepaar Koller hält Kontakt über Handy

Seit Gründung der Stiftung konnten viele Projekte angeschoben und umgesetzt werden. Darunter der Bau eines Altenheims, Gründung einer Nähschule und der Bau eines Hauses für Straßenkinder. Dazu die Einrichtung einer Schule, der Neubau einer Waschküche mit Trockenraum und der Neubau einer Kleiderkammer. Die Region um Bom Conselho hat sehr oft Wasserprobleme, was die Landwirtschaft einschränkt. Sechs Zisternen sind dank der Stiftung gebaut worden. Außerdem herrscht immer großer Futtermangel. Zuletzt ergab sich für die Stiftung allerdings im Trockengebiet die Gelegenheit, eine kleine Farm käuflich zu erwerben. Dort kann man Kakteen als Futter für die Rinder anbauen. Pater Zito hofft, dass das Futterproblem damit gelöst wird.

Kauf von Farmland „goldrichtig“

Schon vor mehr als 15 Jahren wurde Farmland gekauft. „Diese Entscheidung war goldrichtig“, meint Werner Koller. Dieser Schritt liegt zwar schon einige Jahre zurück, entpuppt sich aber schon seit geraumer Zeit als wirtschaftlicher Volltreffer. Mittlerweile werden 50 Prozent der Lebensmittel des täglichen Bedarfs (Salat, Tomaten, Kaffee, Kartoffeln etc.) von den Menschen vor Ort selber angebaut und geerntet.

Werner und Ehefrau Hedwig Koller machten sich in den vergangenen Jahren selbst mehrmals ein Bild von den Problemen und vielen positiven Entwicklungen vor Ort. Dieses Zeiten sind altersbedingt vorbei. Der Kontakt mit Pater Zito besteht dennoch in schöner Regelmäßigkeit - vor allem mithilfe von Handys und dem Nachrichtenservice Whatsapp.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben