Heiraten

Linke: Mit mehr Personal klappt auch die Trauung in Bottrop

Fürs Heiraten werden in Bottrop im nächsten Herbst die Termine knapp. Hier eine Szene auf der Hochzeitsmesse im Grusellabyrinth.

Fürs Heiraten werden in Bottrop im nächsten Herbst die Termine knapp. Hier eine Szene auf der Hochzeitsmesse im Grusellabyrinth.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Dass Paare in Bottrop ab Herbst 2020 an Wochenenden nicht heiraten können, stößt bei der CDU auf Kritik. Doch die Linke sagt: Selbst schuld.

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Im Streit um zu wenig Trautermine an Wochenenden wirft die Linkspartei der CDU vor, für die Situation selbst verantwortlich zu sein. „Die CDU hat Humor: Sie beklagt den Mangel an Arbeitskapazitäten im Standesamt für weitere Trauungstermine. Die Pointe ist: Die CDU hat den Mangel selbst herbeigeführt“, meint Linke-Sprecher Niels Holger Schmidt. Denn sie habe seit vielen Jahren gemeinsam mit der SPD dafür gesorgt, dass die Verwaltung zu wenig Personal habe. „Das ist das Ergebnis der Streichungspolitik, die CDU und SPD seit Jahrzehnten betrieben haben“, meint Schmidt. Deshalb sei „die christdemokratische Meckerei eine Frechheit“.

Die CDU hatte kritisiert, dass die Stadt ab September 2020 an Wochenenden keine Trautermine mehr vergibt. Sie berichten auch, dass sich bereits Hochzeiter beschwert hätten. CDU-Vertreter werfen der Verwaltung vor, so Brautpaare zur Stadt hinaus zu treiben. Denn viele Hochzeiter laden gerade an Wochenenden zu ihrer Feier ein. Sie suchten sich nun Orte, an denen das auch möglich sei. Frühzeitige CDU-Vorschläge, wegen der sich abzeichnenden Terminnot ehrenamtliche Standesbeamte einzusetzen, habe die Stadtverwaltung abgelehnt, bedauerte die Parteivertreter.

Mitarbeiter bekommen 50 Euro für jeden Hochzeitstermin

Hier gibt es mehr Artikel, Bilder und Videos aus Bottrop CDU-Vertreter Michael Pricking macht darauf aufmerksam, dass andere Städte wie etwa Hamm nebenamtliche Standesbeamte beschäftigen. In Hamm seien es zehn. „Das sind allesamt städtische Bedienstete, die dafür Lehrgänge besucht haben. Sie übernehmen die Trautermine außerhalb der normalen Öffnungszeiten des Standesamtes“, erklärte der Bottroper. Dafür würden die städtischen Mitarbeiter pauschal mit 50 Euro pro Termin entlohnt. Die Absage von Hochzeitsterminen in Bottrop empfände auch er als „hochgradig ärgerlich“, sagte Pricking.

Die Linkspartei weist unterdessen darauf hin, dass allein bei den Beschäftigten der Bottroper Kernverwaltung fast 36.000 Überstunden angefallen sind. „Es gibt einfach zu wenig Beschäftigte, um alle notwendigen Arbeiten zu erledigen. Das hat sichtbare Folgen, nicht nur in der Grünpflege, sondern auch im Standesamt“, sagte Ratsherr Niels Holger Schmidt. „Hobby-Standesbeamte sind da sicherlich keine Lösung“, unterstrich er.

Bis August 2020 hat die Stadt noch hunderte Termine frei

Die Linkspartei werde für den kommenden Haushalt wieder 22 zusätzliche Neueinstellungen bei der Stadt beantragen, kündigte ihr Ratssprecher an. Das würde zumindest die aktuellen Überstunden wettmachen. Schmidt: „Dann klappt‘s auch mit der Trauung wieder. Oder CDU-Mitglied Paul Ketzer muss selbst zur Extraschicht im Trauzimmer antreten.“

Dabei hat die Stadt auch im kommenden Jahr an Freitagnachmittagen und Samstagen durchaus noch Hochzeitstermine frei. An Freitagen ab 14 Uhr seien noch mehr als hundert Termine buchbar, an Samstagen seien noch um die 250 Termine frei, teilte die Stadtverwaltung mit - allerdings eben nicht das ganze nächste Jahr über, sondern nur bis August 2020.

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