Eichenprozessionsspinner

Mieter in Bottrop fürchten giftige Raupen an Gartenbäumen

Uwe und Heike Heinze in ihrem Garten an der Heinrich-Heine-Straße: Sie befürchten gesundheitliche Probleme durch Raupen des Eichenprozessions- spinners, der die umstehenden Eichen besiedelt.

Uwe und Heike Heinze in ihrem Garten an der Heinrich-Heine-Straße: Sie befürchten gesundheitliche Probleme durch Raupen des Eichenprozessions- spinners, der die umstehenden Eichen besiedelt.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Heike und Uwe Heinze fürchten, dass giftige Raupen Bäume an ihrem Haus befallen haben. Müsste ihr Vermieter da nicht etwas tun, fragen sie.

Heike und Uwe Heinze und ihre Nachbarn wohnen gern in der Heinrich-Heine-Straße im Fuhlenbrock. Auch die hohen Eichen, die um die Häuser herum stehen, gefallen ihnen eigentlich. Wären da nur die schädlichen Raupen der Eichenprozessionsspinner nicht. Die Fuhlenbrocker erzählen, dass sie voriges Frühjahr schlechte Erfahrungen mit den Raupen gemacht haben.

Jetzt fragt das Paar, ob so wie die Stadt nicht auch ihr Vermieter, das Wohnungsunternehmen Vivawest, und andere private Eigentümer Vorsorge gegen die Schädlinge treffen müssen. Seit immerhin 35 Jahren sind die Heinzes zufriedene Mieter in dem kleinen Haus an der Heinrich-Heine-Straße, doch: „Letztes Jahr waren die Bäume hier alle voll mit Eichenprozessionsspinnern. Wir haben deshalb auch einen starken Hautausschlag bekommen“, sagt Heike Heinze. Seine Frau habe sich im Krankenhaus behandeln lassen müssen, berichtet Uwe Heinze.

Schädlinge mit Brennhaaren nisten auf den Eichen im Garten

Nester der Schädlinge mit ihren giftigen Brennhaaren und Widerhaken hat der Anwohner an den alten Bäumen auch jetzt wieder in seinem Garten gesehen. „Die Brennhaare fliegen weit“, sagt Heike Heinze. Wo die Raupen einmal waren, kommen sie wieder, hat die Fuhlenbrockerin von Experten erfahren. „Da hat man doch schon ein ungutes Gefühl. Müssen wir jetzt etwa jedes Jahr hoffen, dass da nichts passiert?“, sorgt sie sich.

Sich bei schönem Wetter in den Hausgarten zu setzen, darauf verzichten die beiden jetzt lieber, die Fenster der Wohnung öffnen sie nicht mehr so oft wie gewohnt. „Gäste zu empfangen und mit ihnen in den Garten gehen, das geht ja auch schlecht“, bedauert Heike Heinze. Die Nester an den Bäumen in dem kleinen Garten hinter dem Mietshaus eigenhändig entfernen, will Uwe Heinze lieber nicht. Das überlasse er besser professionellen Schädlingsbekämpfern, meint er und hofft dass die Wohnungsgesellschaft, solche beauftragt.

Die Stadt kämpft in Parks und an Wegen gegen die giftigen Raupen an

Die Fuhlenbrocker Mieter erinnern daran, dass die Stadt in ihren Parks und an ihren Wegen längst wieder gegen die Raupenplage ankämpft und auch ein Biozid versprühen lässt, damit die Schädlinge absterben. „Bei befallenen Bäumen auf privaten Grundstücken muss sich grundsätzlich der Eigentümer darum kümmern“, sagt Stadtsprecher Ulrich Schulze.

Anordnen können die Behörden allerdings nicht, dass private Eigentümer etwas unternehmen. Das liege daran, dass es sich nicht um „eine akute Gefahrenlage“ handele, wenn die Bäume von den giftigen Raupen befallen seien, erklärt Stadtsprecher Ulrich Schulze. „Es gibt daher keine Rechtsgrundlage, jemanden zu verpflichten, etwas dagegen zu tun“, betonte er.

Vivawest durch Behörden in die Pflicht nehmen zu wollen, scheint allerdings auch gar nicht nötig zu sein. Das Unternehmen sagte zu, den Eichenbestand an der Heinrich-Heine Straße kurzfristig auf einen Befall mit den Schädlingen untersuchen zu lassen. „Für die Besorgnis der Mieter vor Ort haben wir Verständnis und nehmen die Verdachtsmeldungen ernst“, teilte Sprecherin Katrin-Julia Lamprecht mit.

Vermieter Vivawest lässt Baumbestand regelmäßig überprüfen

„Wir bedauern, dass eine Mieterin aufgrund des Kontakts mit den Haaren des Eichenprozessionsspinners im vergangenen Jahr unter einer allergischen Reaktion gelitten hat“, betont die Vivawest-Sprecherin. Das Unternehmen habe die Bäume in dem Quartier an der Heinrich-Heine-Straße zuletzt im Januar und Februar 2019 untersuchen lassen. Dabei seien allerdings keine Gefahrenverdachtsmomente festzustellen gewesen, teilte sie mit. Vivawest überprüfe die Bäume in ihrem Bestand ohnehin regelmäßig sorgfältig.

„Darüber hinaus gehen wir im Falle von Gefahrenverdachtsmomenten den Hinweisen unserer Mieter nach, überprüfen den Baumbestand und ergreifen die notwendigen Maßnahmen, sofern sich der Verdacht bestätigt“, erklärte Katrin-Julia Lamprecht. Bei einem konkreten Verdacht, dass sich Eichenprozessionsspinner eingenistet haben könnten, stehen professionelle Baumpfleger und Baumkletterer einer Dienstleistungsfirma bereit. Die Profis kümmerten sich dann spätestens innerhalb von wenigen Tagen fachmännisch um solche Fälle.

Maßnahmen zur Vorbeugung gegen den etwaigen Befall von Eichenprozessionsspinnern nehme Vivawest aber nicht vor.

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