Schacht 9 wird verfüllt

Nachts darf kein Lkw zur Bottroper Zeche Prosper IV fahren

Vor dem Förderturm der Zeche Prosper IV: Vertreter der Stadt und des Bergwerks Prosper-Haniel nach ihren Gesprächen über die Verfüllung von Schacht 9.

Vor dem Förderturm der Zeche Prosper IV: Vertreter der Stadt und des Bergwerks Prosper-Haniel nach ihren Gesprächen über die Verfüllung von Schacht 9.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Der Schacht der Bottroper Zeche Prosper IV wird zugeschüttet. Vertreter von RAG und Stadt berieten, wie man die Bürger dabei am wenigstens stört.

Nachts werden keine Lastwagen mehr zur Zeche Grafenwald fahren, wenn deren Schacht 9 verfüllt wird. Zwar müssen die Arbeiten ab Ende November ohne Unterbrechung laufen, und üblich ist, dass dann auch schwere Silofahrzeuge den dafür benötigten Zement rund um die Uhr anliefern. Weil das Bergwerk nun aber vorher in größeren Silos auch einen enormen Vorrat an Zement für die Verfüllmaschine anlegen lässt, müssen die Lkw nachts nicht mehr fahren. Für die Anwohner rund um die Zeche Prosper IV bedeutet das weniger Lärm.

Regulär fahren nachts zwar keine Lkw mehr. Falls es ausnahmsweise doch sein müsse, schränkt Werksleiter Thomas Telsemeyer ein, werden die Lastwagen beim Rückwärtsfahren das vorgeschriebene akustische Sicherheitssignal abschalten. Möglich machen das mehr Sicherungsposten, die die schweren Fahrzeuge dann einweisen. Vor allem der Verzicht auf die Nachtfahrten ist auch Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (CDU) wichtig. „Wir haben erreicht, dass die Lkw jetzt von elf Uhr abends bis zum anderen Morgen nicht fahren. Das ist ein großer Schritt“, sagte Schnieder. Zwar bringe die Verfüllung des Schachtes Belastungen für die direkten Anwohner mit sich, doch für einen begrenzten Zeitraum, erklärte er.

Es rollen nicht mehr so viele Lkw am Tag zur Zeche

Vorher hatte es intensive Gespräche gegeben, bei denen Vertreter von Bergwerk und Stadtverwaltung auch über die Anregungen von Anwohnern berieten. Sie hatte Werksleiter Telsemeyer vorab während einer Anwohnerversammlung in der Zeche informiert. „Wir haben einige Verbesserungen für die Bürger erzielt“, sagt er jetzt. Dazu zählt Telsemeyer auch eine generelle Entzerrung des Lkw-Verkehrs zur Grafenwälder Zeche. Bisher war geplant, dass ab Mitte August pro Tag mehr als 50 Lkw Tonnen von Sand aus einer Grube an der Gahlener Straße nach Grafenwald bringen. Auf Wunsch der Anwohner werden das nun weniger Fahrten am Tag sein. Allerdings dauert die Sandlieferung nun auch bis in den November hinein.

Die Sattelschlepper bringen ab Mitte August von montags bis freitags zwischen 7 Uhr und 17 Uhr insgesamt rund 56.000 Tonnen Sand in ein Zwischenlager auf dem Gelände der Zeche Prosper IV. Der Sand wird zum Mischen des Betons benötigt, mit dem der Zechenschacht zugeschüttet wird. Ende November wird dann die eigentliche Verfüllung beginnen und gut drei Wochen lang dauern. Die Lkw werden bei der Anlieferung des Materials im Kreis fahren: Sie bringen den Sand über die Fernewaldstraße zur Zeche und fahren leer über die Straße Vossundern zurück zur Bottroper Straße. Zeitweise könne es aber auch einen Richtungswechsel geben, schränkte der Werksleiter ein.

Vossundern wird nach der Schachtverfüllung erneuert

Grundsätzlich hält das Bergwerk demnach an der geplanten Lkw-Route fest. Die Bürgeridee, die Sandtransporte über den Schotterweg südlich der Schöttelheide zu führen, verwarfen sowohl Vertreter des Bergwerks wie auch der Stadt ausdrücklich. Dies sei wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet Köllnischer Wald nicht möglich. Auch Fahrradfahrer und Fußgänger auf den Freizeitwegen in den Wald und zur Grafenmühle würden dann zu sehr beeinträchtigt, gab Tilman Christian, Abteilungsleiter im städtischen Umweltressort, zu Bedenken.

Die Straße Vossundern sei als Kreisstraße dagegen auch für derartigen Lkw-Verkehr gebaut worden, erklärte auch Tiefbauamtsleiter Heribert Wilken. Er bekräftigte, dass die Straße nach der Schachtverfüllung auch bis zur Bottroper Straße erneuert werde. Der Zustand der Straße sei dokumentiert. Für eventuelle Schäden durch den starken Lkw-Verkehr komme die RAG auf. Wilken: „Die Befürchtung der Bürger, die da lautet: Die RAG fährt uns die Straße kaputt und wir müssen dann zahlen, kann man definitiv ausschließen.“

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