Kunst im öffentlichen Raum

Neue Humboldt-Büste steht im Stadtgarten

Bildhauer Dominik Mack, Oberbürgermeister Bernd Tischler und Sponsor Dr. Arndt Begemann vor der neuen Büste von Alexander von Humboldt im alten Teil des Bottroper Stadtgartens..

Bildhauer Dominik Mack, Oberbürgermeister Bernd Tischler und Sponsor Dr. Arndt Begemann vor der neuen Büste von Alexander von Humboldt im alten Teil des Bottroper Stadtgartens..

Foto: Labus / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Mit der neuen, von Arndt Begemann gestifteten, Steinskulptur des Bildhauers Dominik Mack hat der alte Teil des Stadtgartens wieder einen Hingucker. Auch das Tohaus wurde von Schmierereien befreit

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Was hat Alexander von Humboldt mit Bottrop zu tun? Das mögen sich Besucher des Stadtgartens wieder verstärkt fragen, denn seit gestern steht die Büste des adeligen Naturforschers wieder im Stadtgarten steht. Eine Antwort gibt Dr. Arndt Begemann, Anwalt und Anwohner des Stadtgartenquartiers bei der Enthüllung der Steinskulptur durch Oberbürgermeister Bernd Tischler.

Humboldt habe nämlich eine Ausbildung im Bergamt gemacht und später auch zumindest eine Zeit in diesem Bereich gearbeitet, da habe es 1959 wohl nahe gelegen, an den bekannten Wissenschaftler zu dessen 100. Todestag in der Bergbaustadt Bottrop zu erinnern, so Begemann. Der Jurist hat die Figur der
Stadt gestiftet, nachdem die frühere Bronzebüste des bekannten Künstlers Toni Stockheim im vergangenen Jahr gestohlen worden war.

Hintergründiges Lächeln in Sandstein

Jeden morgen habe er sich beim Joggen über die ramponierte Stele mit der vor sich hinrottenden Halterung der entwendeten Bronze geärgert, so Begemann. Als er über seinen Sohn den jungen Steinbildhauer Dominik Mack und dessen Arbeiten kennen lernte, setzte er sich zusammen mit Kulturamtsleiter Dieter Wollek mit Mack in Verbindung. Der schuf in rund 200 Stunden Arbeit die neue Büste, in blau-grauem, sehr haltbarem irischen Sandstein (die WAZ berichtete).

Der 29-Jährige orientierte sich für sein gut durchgearbeitetes Werk offensichtlich an Bildnissen des jungen Humboldt, darunter auch eine Zeichnung, die Begemann kennt und den Forscher mit Mitte 30 zur Zeit der napoleonischen Besetzung um 1806 zeigt. Die gestohlene Arbeit zeigte Humboldt in späteren Jahren als einen ernsteren Herrn mittleren Alters. Bei Mack kommt er mit einem fast hintergründigen Lächeln daher.

Zusammen mit der ebenfalls von Mack und dessen Ausbildungsbetrieb, der in Duisburg und Mülheim beheimateten Werkstatt von Udo Wintges, überarbeiteten Stele und dem gereinigten Namenszug, bilden Skulptur und die kürzlich neu angepflanzte Zierkirsche dahinter nun wieder einen Blickfang am Hauptdurchgang des alten Parkteils zwischen dem denkmalgeschützten Torhaus und dem Museum Quadrat.

Für Oberbürgermeister Bernd Tischler sind Engagements wie das von Arndt Begemann ein „Glück für die Stadtgesellschaft“. Aber natürlich versuche man, den öffentlichen Raum und da vor allem auch Orte wie den Stadtgarten für die Bevölkerung ansprechend zu gestalten.

Eine Aufgabe, die sicher zuweilen an die Arbeit des berühmten Sisyphos erinnert - nur das die Stadt weit mehr als nur einen zu bewegen hat.

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