Weiterführende Schulen

Offener Ganztag an Sek I: Stadt verzichtet auf Elternbeitrag

Auch an den weiterführenden Schulen gibt es Ganztagsangebote. In NRW können die Schulen dafür Mittel aus einem Landesprogramm in Anspruch nehmen.

Auch an den weiterführenden Schulen gibt es Ganztagsangebote. In NRW können die Schulen dafür Mittel aus einem Landesprogramm in Anspruch nehmen.

Foto: Julian Stratenschulte / picture alliance / dpa

Bottrop.   Einige Eltern dürfen sich freuen. Bei den offenen Ganztagsangeboten an weiterführenden Schulen entfallen aus wichtigem Grund bald die Beiträge.

Entlastung für die Haushaltskasse, wenn auch nur bei wenigen Familien. Wenn Kinder nämlich ein offenes Ganztagesangebot an einer weiterführenden Schulen besuchen, müssen die Eltern in Zukunft keinen Beitrag mehr bezahlen. Der Grund: Die zu erwartenden Einnahmen decken nicht den dafür erforderlichen Verwaltungsaufwand. Rund 139 Kinder sind betroffen,

Das Land fördert Betreuungsangebote an den weiterführenden Schulen aus dem Landesprogramm „Geld oder Stelle“. Das bedeutet, Geld gibt es entweder für Lehrerstellen oder für die pädagogische Betreuung und Aufsicht in der Mittagspause oder für Angebote an freien Tagen und in den Ferien. Sieben Schulen nehmen bislang das Förderprogramm in Anspruch. Das Land zahlt der Stadt insgesamt 283.050 Euro. Die gibt das Geld komplett an die Evangelischen Kirche weiter, die in Bottrop den offenen Ganztag an weiterführenden Schulen organisiert.

Das Geld vom Land reicht nicht aus

Das Geld reicht allerdings vorne und hinten nicht. Das liege sowohl an den steigenden Personalkosten als auch an nicht förderfähigen Sachkosten wie Lebensmittel oder Bastelmaterial, heißt es in einem Bericht der Verwaltung für den nächsten Hauptausschuss. Bisher habe die Kirche das Defizit aus der eigenen Tasche ausgeglichen, das gehe in Zukunft nicht mehr. Außerdem erheben die drei Bottroper Gymnasien eigenständig Elternbeiträge zwischen 25 und 40 Euro, die an die evangelische Kirche gehen. Das sind rund 27.500 Euro.

Elternbeiträge sind in Zukunft nicht mehr möglich, weil bei der Stadt die dafür vorgeschriebene Satzung fehlt. Die will die Stadt aber gar nicht erlassen, weil damit ein „nicht unerheblicher Verwaltungsaufwand“ einhergehe. Zudem befürchtet sie auch mehr Personalbedarf. „An dieser Stelle ist zu prüfen, ob der erhöhte Verwaltungsaufwand verhältnismäßig wäre“, heißt es in dem Papier. In Zahlen lasse sich dies zwar nicht beziffern, schreibt die Verwaltung weiter, schlägt aber vor, die Eltern ab dem neuen Schuljahr nicht mehr zur Kasse zu bitten und die Kosten stattdessen zu übernehmen.

139 Schülerinnen und Schüler werden in der Sek I betreut

Erst kürzlich hagelte es Kritik für die Verwaltung, als die Elternbeiträge für die OGS an den Grundschulen – wie vorgeschrieben – nach Einkommen gestaffelt hat, für die Überprüfung der Fälle nun aber zwei neue Stellen schaffen muss. Die Mehreinnahmen werden so komplett aufgefressen.

An den vom Land geförderten offenen Betreuungsangeboten nehmen derzeit 139 Schülerinnen und Schüler aus den drei Gymnasien sowie aus der Gustav-Heinemann-Realschule und der Adolf-Kolping-Schule teil. Nach den Sommerferien kommt die Janusz-Korczak-Schule dazu, die Adolf-Kolping-Schule wird geschlossen. Gebundenen Ganztag wird außerdem an der Hauptschule Welheim und der Marie-Curie-Realschule mit zusammen fast 900 Schülern gefördert. Hier ist die Ganztagsbetreuung sowieso beitragsfrei.

27.500 Euro will die Stadt in diesem Jahr noch in den Haushalt einstellen. Ab 2020 rechnet sie mit einem Eigenanteil von rund 55.000 Euro.

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