Orgelsommer

Orgelsommer in Bottrop mit Bach, Buxtehude und den Folgen

Kantor Konrad Suttmeyer - hier an seiner Heimatorgel in St. Lamberti - eröffnete in Liebfrauen die Bottroper Reihe der Sommerlichen Orgelkonzerte des Bistums.

Kantor Konrad Suttmeyer - hier an seiner Heimatorgel in St. Lamberti - eröffnete in Liebfrauen die Bottroper Reihe der Sommerlichen Orgelkonzerte des Bistums.

Foto: Olaf Fuhrmann

Zu Beginn der Reihe spielte Konrad Suttmeyer in Liebfrauen Werke der berühmten Barockkomponisten - und zeigte deren Wirkung auf ihre Nachfolger.

Bach, Buxtehude und die Folgen: So könnte das Motto des Programms lauten, mit dem Konrad Suttmeyer den Bottroper Zyklus der Sommerlichen Orgelkonzerte des Bistums eröffnete. Auf der Seifert-Orgel in Liebfrauen, übrigens dem größten Instrument unter den drei teilnehmenden Kirchen, arrangierte der Kantor der Gladbecker Hauptkirche St. Lamberti, Kompositionen, die entweder als Hommage oder sogar als stilistische Bezugnahme auf die großen Barockkomponisten entstanden sind.

Pompöser Sound mit wuchtigem Pedaleinsatz

So war die 1987 komponierte „Hommage à Dietrich Buxtehude“ des Tschechen Petr Eben vielleicht sogar das spannendste, auf jeden Fall das ungewöhnlichste und farbenreichste Werk des Werk das Abends, dem die üppige Disposition der Liebfrauenorgel ideal entgegen kam. Suttmeyer hatte dieses Stück mit seinen Anspielungen auf barocke Formen wie Fuge oder Toccata aber auch Ebens Verschiebungen virtuos im Griff und arbeitete die Kontraste des vielgestaltigen Werks spannungsreich heraus. Bei Franz Liszts berühmtem Präludium und Fuge über B-A-C-H hüllte nicht nur der Komponist seinen berühmten Vorgänger in ein romantisches Gewand im Stile eines großen Orchesters. Auch Suttmeyer schwelgte im pompösem Sound des üppigen Präludiums mit wuchtigem Pedaleinsatz und sorgte für Rasanz bei den flirrenden Läufen bis hin zum prächtigen Schlussakkord der Fuge.

Anhaltender Schlussapplaus

Klar und transparent präsentierte er die alten Meister selbst: Elegant und fließend gestaltete Suttmeyer Bachs Choral „An Wasserflüssen Babylon“, während die F-Dur-Toccata, BWV 540, mit ihrem ausgedehnten Pedalsolo ebenso straff wie stilsicher perlte. Hörbar am Herzen lag dem Solisten César Francks 2. Choral cis-Moll mit dem er, im Gegensatz zum virtuos-schillernden Auftakt des „Carillon-Sortie“ von Henri Mulet, den Abend nachdrücklich ausklingen ließ. Anhaltender Applaus der gut 100 Besucher.

Für Suttmeyer war der Auftritt auf dem Eigen gewissermaßen ein Heimspiel. War der doch in seinen Anfangsjahren als Kirchenmusiker Organist der Pius-Kirche und später, in den 80er Jahren, Interpret einer ambitionierten Konzertreihe, die Musikliebhaber und Kenner damals bereits an Liebfrauen organisiert hatten.

Nächstes Konzert: Mittwoch, 24. Juli, 20 Uhr, Liebfrauen, Nordring, 46240 Bottrop-Eigen. Es spielt Dominik Gerhard (Essen). Eintritt frei. Info: bistum-essen.de

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