Park Control

Private Wachdienste verteilen Knöllchen an Falschparker

Der Kundenparkplatz der Getränkehandlung Zurheide wird neuerdings von der Firma Park Control verwaltet.

Der Kundenparkplatz der Getränkehandlung Zurheide wird neuerdings von der Firma Park Control verwaltet.

Foto: Michael Korte

Bottrop.   Immer mehr Bottroper Firmen halten Dauerparker von ihren Stellplätzen fern, indem sie Wachdienste einsetzen. Die schreiben saftige Knöllchen.

Falschparker und Dauergäste sind den Firmen mit ihren privaten Parkplätzen ein Dorn im Auge. Deshalb setzen in Bottrop immer mehr Supermärkte, Einkaufszentren oder Elektroläden auf einen privaten Sicherheitsdienst, der Strafzettel ausstellt und Bußgelder an Fahrzeughalter verteilt, die mit ihrem Wagen zu lange oder unberechtigt auf dem Gelände stehen. Es gilt das Hausrecht des Besitzers.

Wer nicht auf die Hinweisschilder am Parkplatzeingang, an Wänden oder zwischen Parkbuchten achtet, ist schnell 30 Euro oder mehr los. Die Parkenden sind nämlich automatisch einen Vertrag mit dem Anbieter eingegangen, der unter dem Namen „Park & Control“ läuft und der seine allgemeinen Geschäftsbedingungen hat.

Wer sich nicht dran hält, muss tief in die Tasche greifen

So weisen zum Beispiel auf dem Parkplatz hinter dem Elektrofachmarkt „Medimax“ und dem Fitnessstudio „FitX“ an der

Friedrich-Ebert-Straße gleich mehrere Schilder darauf hin, dass das Parken mit Parkscheibe höchstens drei Stunden erlaubt ist. Autofahrer, die sich nicht daran halten, müssen tief in die Tasche greifen. Hier sind zum Beispiel 30 Euro für eine Zeitüberschreitung oder für das Nichtausliegen der Parkscheibe fällig. 35 Euro kostet es, wenn das Auto auf einem Behindertenparkplatz steht. Zehn Euro zahlt der Kunde, wenn er sein Fahrzeug außerhalb der markierten Flächen abstellt.

Bußgeld mit Formular umgangen

Der Gelsenkirchener Hobbysportler Daniel Caçador (22) hatte vor kurzem Glück im Unglück. Er achtete nicht auf die Schilder und die allgemeinen Geschäftsbedingungen, legte aus Gewohnheit keine Parkscheibe aus. Nach seiner Trainingseinheit kam er zurück zu seinem Wagen, der bereits von einem beauftragten Wachmann umkreist wurde. „Ich war wirklich sauer. Ich sollte ein Bußgeld zahlen. Am nächsten Tag habe ich meinem Trainer davon erzählt. Er sagte mir, dass es als Kunde möglich ist, die Strafe über ein Formular zu umgehen. Das habe ich genutzt. Leider wird es nicht jedem so gehen.“

Es gibt auch Verständnis für die neuen Spielregeln

Die Bottroperin Stefanie Land (36) parkt am Mittwochmittag auf einem der Plätze vor dem Getränkehandel „Zurheide“ am Südringcenter. Dort wird an der Zufahrt wie auch an den Stellplätzen und Ladentüren auf die mögliche Parkzeit von einer Stunde hingewiesen. Sie hat Verständnis für die neuen Spielregeln. „Ich habe mich mittlerweile wirklich dran gewöhnt. Wenn man selber dran ist, ist das zwar eine blöde Sache, ich finde die Bußgelder aber sehr nachvollziehbar. Ich mag es auch nicht, wenn Leute über mehrere Tage Parkplätze blockieren, egal ob auf einem öffentlichen oder privaten Gelände.“ Die Einkäuferin glaubt, dass die allgemeine Parksituation in Bottrop zur Verschärfung der Regeln auf privatem Gelände beigetragen habe. „Wenn wir ehrlich sind, dann ist es sehr schwer, in der Innenstadt einen Parkplatz zu finden.“

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