Sportliche Reise

Radler meistern 1640 Kilometer von Bottrop nach Barcelona

In Barcelona angekommen: Die Radler Jürgen Schröer (re.) und Roland Riesner.

In Barcelona angekommen: Die Radler Jürgen Schröer (re.) und Roland Riesner.

Foto: Jürgen Schröer

Bottrop.  Anstrengend und schön zugleich: Jürgen Schröer und Roland Riesner sind mit dem Trekkingrad nach Spanien gereist. Hier ist ihr Bericht.

Ihre Trekkingräder, die stehen noch in Spanien. Aber Jürgen Schröer (61) und Roland Riesner (60) sind wohlbehalten von ihrer Tour gen Südeuropa zurückgekehrt. Im Gepäck: Erinnerungen an weite Landschaften mit kleinen Dörfern, herrliche Strände, gutes Essen und Gastfreundschaft. Aber auch an Strapazen auf Geröllwegen, an fordernde Steigungen und Hitze um die 40 Grad. Von Bottrop nach Barcelona sind die beiden geradelt, in 19 Etappen über gut 1640 Kilometer. „So etwas muss man einfach einmal gemacht haben“, meint Roland Riesner mit einem breiten Lächeln.

Die Idee für die Radtour nach Barcelona reifte schon länger

Nun muss man sagen: Die beiden sind diese Tour alles andere als unvorbereitet angegangen. Als Mitglieder in der Radsport-Abteilung vom DJK Adler 07 Bottrop e.V. absolvieren sie im Jahr um die 10.000 Kilometer, überwiegend auf dem Rennrad. Die Idee zu dieser langen Rad-Reise reifte auch schon etwas länger. „Wir sind im vergangenen Jahr beide zusammen in Altersteilzeit gegangen“, erzählt Jürgen Schröer. Zuvor hatten sie bei der RBH Logistics GmbH in Gladbeck gearbeitet.

Außerdem fahren die Männer regelmäßig einmal im Jahr gemeinsam auf Mallorca Fahrrad. Das sollte ursprünglich auch das Ziel der Reise von Mittel- bis Südeuropa sein. „Aber dann haben wir gedacht: Ab Barcelona bis Mallorca würden wir sowieso nur noch mit der Fähre fahren, nicht selbst radeln.“

Los ging es am 12. Juni; samt Anhänger und jeweils beachtlichen 30 Kilogramm Gepäck, inklusive Zelten und Schlafsäcken. „Die erste Etappe führte von Bottrop nach Brühl“, erzählt Schröer. Die vier Tage durch die Eifel schildert er als anstrengendste Phase. Wegen der Steigungen, und weil viele Wege unbefestigt gewesen seien.

„Wir wollten ja abseits der Hauptstraßen fahren“, ergänzt Riesner. Genauso hatten sie ihre Route extra geplant. „Dadurch mussten wir aber manchmal über Feldwege fahren, sogar über Wiesen.“ Ohne Navigationsgerät hätten sie manch Trampelpfad wohl gar nicht gefunden, berichten die beiden.

Im Schnitt sieben Stunden am Tag auf dem Rad

Im Schnitt radelten sie sieben Stunden am Tag, suchten sich ihre Unterkünfte (letztlich ohne Zelt) über eine Internetplattform immer erst kurz vorm jeweiligen Etappenziel. „Das hat hervorragend geklappt“, so Riesner. Besonders gut gefallen haben ihnen die Landschaften Frankreichs – und die Menschen dort.

„Einige Rennradfahrer sind an uns vorbei gekommen, die haben uns zugewunken und ,Willkommen in Frankreich’ gerufen.“ Bei Montpellier ging es runter ans Meer, bei Le Perthus über die Grenze nach Spanien. „Die Pyrenäen haben wir eher gestreift“, meint Schröer, 400 Höhenmeter mussten trotzdem bewältigt werden.

Wie auf der Sterkrader Kirmes

Schließlich radelten sie noch ein Stück die Costa Brava entlang und fuhren am 1. Juli in Barcelona ein. „Für mich herrschte da zu viel Trubel“, bemerkt Schröer. „Ich habe noch nie eine Stadt gesehen, die so voll ist. Auf der berühmten Rambla ging es zu wie auf der Sterkrader Kirmes.“ Und das bei enormer Hitze. Nach drei Tagen in Barcelona nahmen sie den Flieger zurück nach Deutschland – nur ihre Räder müssen per Frachter noch nachkommen.

Bei aller Anstrengung hat sich die Reise auf jeden Fall gelohnt, sind sich die beiden einig. Würden sie so eine Tour auch noch einmal wiederholen? „Ich mach das auf jeden Fall noch einmal“, sagt Riesner überzeugt. Dann aber mit reduziertem Gewicht, so viel steht schon fest.

Nächste Herausforderung: Ötztaler Radmarathon

Und bis dahin gibt’s ja noch weitere Herausforderungen für die Radler. Zum Beispiel diese: „Am 1. September fahre ich ein Rennen über vier Alpenpässen, den Ötztaler Radmarathon. Das ist der schwerste Marathon für Jedermann“, erzählt Riesner. Bereits zum vierten Mal nimmt er jetzt teil. „Für den Kurs braucht man so 13 Stunden, davon zehn Stunden bergauf. Um den zu schaffen, geht man ans Limit.“ Die Tour nach Barcelona sei dafür genau die richtige Basis.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben