Karriere

Selbstständige Power-Frauen gründen in Bottrop ein Netzwerk

Bianka Heinz (2.v.l) ist die Initiatorin des Netzwerkes für selbstständige Frauen "Frauen Power Bottrop". Dazu gehören auch Inge Schmidt-Mayer (1.v.l.), Christina Rottenfußer (3.v.l.) und Finja Fiertel (4.v.l.).

Bianka Heinz (2.v.l) ist die Initiatorin des Netzwerkes für selbstständige Frauen "Frauen Power Bottrop". Dazu gehören auch Inge Schmidt-Mayer (1.v.l.), Christina Rottenfußer (3.v.l.) und Finja Fiertel (4.v.l.).

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Knapp 40 selbstständig tätige Frauen wollen sich in Bottrop gegenseitig unterstützen. Ihr neu gegründetes Netzwerk heißt „Frauen Power Bottrop“.

Gemeinsam sind sie stärker: Das neue Netzwerk „Frauen Power Bottrop“ ist gerade einmal zwei Monate alt, doch schon jetzt machen knapp 40 selbstständig tätige Frauen mit. Sie wollen sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam Präsenz in der Stadt zeigen. „Alle sind tolle Powerfrauen“, findet die Initiatorin Bianka Heinz. Zuwachs ist willkommen.

Netzwerk vereint unterschiedlichste Branchen

Bianka Heinz, die selbst seit knapp 20 Jahren beruflich auf eigenen Beinen steht, ist Reiki-Lehrerin. Zum Netzwerk gehören außerdem Selbstständige aus den Bereichen Friseurhandwerk, Versicherung, Steuerberatung, Wäscherei, darstellende Künste, Schmuckdesign, Erwachsenenbildung, Gesundheit und mehr. „Je mehr Berufsbilder im Netzwerk zusammenkommen, desto mehr können wir voneinander profitieren“, sagt Versicherungsfachfrau Christina Rottenfußer. Und: „Wir wollen uns gegenseitig unterstützen, voneinander lernen und austauschen.

Selbstständige haben doch noch einmal andere Probleme als Angestellte.“ Zum Beispiel, was Rechte und Pflichten gegenüber Mitarbeitern angehe, Kranken- und Rentenversicherungsfragen oder aktuell der Umgang mit dem Thema Datenschutz.

„Viele Angestellte verstehen die Ängste von Selbstständigen nicht“, weiß Inge Schmidt-Mayr, Chefin einer Wäscherei. „Hat man noch Mitarbeiter, hat man immer Druck. Sie sind ja von einem abhängig.“ So gebe es immer mal wieder ein Tief, das sich durch gegenseitigen Zuspruch leichter überwinden lasse. Das weiß Inge Schmidt-Mayr aus langjähriger Erfahrung, denn sie ist bereits seit 1995 selbstständig. Und glücklich damit. „Wenn meine Kollegen in den Urlaub fahren, bereue ich es jedes Jahr – ansonsten nicht“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Familie und Selbstständigkeit unter einen Hut bringen

„Viele Frauen haben Kinder und müssen Familie, Haushalt und Selbstständigkeit unter einen Hut bringen“, ergänzt die mobile Friseurmeisterin Finja Fiertel. „Manche aus dem Netzwerk, die nicht ganz so eingespannt sind, haben sich schon als gelegentliche Babysitter angeboten“, berichtet Bianka Heinz von der spontanen solidarischen Hilfe untereinander. Insgesamt seien Frauen in der Selbstständigkeit auch noch nicht so alltäglich. „Mein Job ist eine totale Männerdomäne“, sagt Christina Rottenfußer. „Ich finde es schön, mich mit Frauen auf Augenhöhe zu unterhalten.“

Geplant ist nun, dass sich die Frauen persönlich besser kennenlernen. Für ihre monatlichen Treffen wollen sie sich bestimmte Themen vornehmen, vielleicht auch Referenten einladen. Sie wollen einander bei Kunden empfehlen und gemeinsam auftreten. „Wir planen, dass wir uns bei Stadtfesten als Gruppe präsentieren“, erzählt Bianka Heinz. Um in dieser geballten Form auf sich aufmerksam zu machen und zu werben – für sich selbst und in der Gruppe.

Facebook-Gruppe und persönliche Treffen

Die Idee für das Netzwerk kam Bianka Heinz übrigens wortwörtlich im Schlaf: „Ich habe geträumt, dass ich mit Frauen zusammensitze, dass wir gemeinsam diskutieren und planen.“ Ein guter Plan, dachte sie, wieder erwacht. Und erstellte zunächst eine Facebook-Gruppe, auf die sie viel Resonanz erhielt. Auf den ersten Aufruf hin hatten sich schon über 30 Frauen gemeldet. Inzwischen hat bereits das erste persönliche Treffen stattgefunden. „Im Chillten – und die Chefin möchte sich uns auch anschließen.“ Womit das Netzwerk wieder um eine Branche reicher wäre.

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