Movie Park

Square-Tänzer legen im Bottroper Movie Park flotte Sohle hin

Zu Country- und Westernmusik erleben die Besucher in der Kulisse der Westernstadt ein einmaliges Tanzerlebnis.

Zu Country- und Westernmusik erleben die Besucher in der Kulisse der Westernstadt ein einmaliges Tanzerlebnis.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop-Kirchhellen.  Dieses Westernfestival brachte Schwung in den Bottroper Movie Park. Square-Tänzer aus ganz Deutschland tanzten vor Publikum in dem Freizeitpark.

Im Saloon ist Jörg Biewald in seinem Element. Alles hört beim Western-Festival im Movie Park auf sein Kommando. Er ist Caller, also derjenige, der beim Square Dance die Figuren singend oder sprechend ansagt. Biewald steht dazu auf einer kleinen Bühne. Zu seinen Füßen wirbeln die Männer und Frauen auf der Tanzfläche zu den Klängen flotter Countrymusik. Vier Paare bilden immer ein Quadrat (engl. Square). Das ist die Grundaufstellung.

„Load the boat“, sagt Biewald ins Mikrofon. Und die Tänzer bewegen sich wie von ihm angesagt. Alle paar Minuten wechseln die Figuren. „Flip the diamond“, dann „Peel the top“, „Follow your neighbor“, um nur einige zu nennen. Die Männer und Frauen legen allesamt eine flotte Sohle aufs Parkett. Unterdessen läuft die Musik weiter. Arme werden eingehakt, sich gedreht, abgeklatscht, die Hände einander gereicht und verbeugt. Gar nicht so einfach, da den Überblick zu behalten.

Bewegungen gehen Tänzern in Fleisch und Blut über

Die Aufgabe des Callers ist es, immer wieder neue Bewegungsabläufe zu gestalten. Als Tänzer muss man zuhören können. Das erfordert ein ziemliches Maß an Konzentration. Wenn man allerdings einmal die Figuren verinnerlicht hat, gehen die Bewegungen in Fleisch und Blut über. Die Verbindung von Kopf und Beine mache die Faszination von Square Dance aus, meint Biewald. „Die Wurzeln liegen in Amerika“, sagt er. Die Auswanderer, unter anderem aus Europa, haben ebenfalls ihren Einfluss bei den verschiedenen Tanzfiguren hinterlassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei Square Dance in Deutschland durch die amerikanische Besatzung populär geworden und freue sich über immer größerer Beliebtheit.

Seine Ansagen, die Calls, gibt er in amerikanischem Englisch. Diese sind normiert. Das heißt: Sie werden auf der ganzen Welt verstanden und somit kann jeder Square-Tänzer aus anderen Ländern jederzeit das Tanzbein schwingen.

Krawatte besteht aus einem Stück Schnur

Eines fällt beim Besuch im Saloon auf: Die Tradition gehört bei dem beliebten Volkstanz dazu wie Pferde zum Wilden Westen. Die Frauen haben sich zum Festival besonders optisch herausgeputzt. Sie tragen meistens eine Bluse, bunte Tellerröcke und Petticoats. Es ist die typische Square-Dance-Kleidung. Auch die Männer stehen ihnen in Nichts nach und haben sich in Schale geschmissen. Ganz traditionell haben sich viele ein langärmliges Westernhemd angezogen, dazu tragen sie lange Hosen und um den Hals ein Bolotie – eine Krawatte, die nur aus einem Stück Schnur besteht.

Gemeinsam mit Wolfgang Haehnel, der an diesem Tag als zweiter Caller im Movie Park im Einsatz ist, bringt Biewald ab 10.30 Uhr die Teilnehmer für mehrere Stunden auf der Tanzfläche ins Schwitzen. Gegen Mittag steigt die erste Show vor dem Saloon, am Nachmittag folgt das große Finale mit einer Parade. „Dann wollen wir allen, die heute den Park besuchen, zeigen, was wir machen und das werden wir nicht nur im Saloon tun, sondern auch auf offener Straße“, sagt Biewald und bittet die Paare zum nächsten Tanz.

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