Theater in Bottrop

Theater mit spannenden Stücken und starken Schauspielern

Foto: Helmut Seuffert

Bottrop.  Die neue Theatersaison mischt geschickt Anspruch und Unterhaltung. Stücke setzen sich mit Zeitthemen auseinander. Karten günstig für Jugendliche.

Viele Abonnenten kennen ihn schon länger - jetzt stellte das Kulturamt aber den Theater- und Konzertspielplan für die nächste Spielzeit noch einmal offiziell vor, denn nun liegt auch das Programmheft frisch vor. Das macht zunächst ein wenig stutzig: Eine sichtbar angestaubte Alt-Herren Mannschaft mit Zylinder und Blasinstrumenten posiert stolz fürs Foto. Die Bottroper Stadtkapelle 1921. Im Jubiläumsjahr darf man das. Denn es zeigt die Bemühungen der damals noch jungen Stadt (heute feiert man bereits 100 Jahre Stadtrechte), ihren Bürgern Kultur und Musik zu bieten. Den Kehraus auf der Rückseite macht die alte Schauburg, die bis zum Abriss Spielort für unzählige Theateraufführungen und davor sogar für Oper und Operette war.

Aktuelle Themen ziehen sich durch die Saison

Aber der Thespiskarren zieht weiter. Und so steht auch im Jubiläumsjahr das kommende Programm im Mittelpunkt. Das hat sich teilweise verjüngt, leicht verändert, setzt aber in seinen großen Zügen auf eine seit vielen Jahren bewährte Struktur. Die wichtigen Säulen bilden auch ab September wieder die großen Theaterreihen A (ernst) und B (leicht). Dass sich diese Unterschiede langsam verwischen, gereicht dem Angebot allerdings zum Vorteil. Denn spannend und unterhaltsam kann ein Klassiker wie George Orwells Zukunftsroman„1984“ (29. September) von 1948 ebenso sein, wie der zeitgenössische Krimi „Blackout“ von Marc Eisenberg (29. Oktober). Immerhin ist er mittlerweile würdig der Schullektüre, was angesichts des Themas Stromausfall durch Terroranschlag kein Wunder ist.

Bekannte Gesichter: Dominic Raacke und Doris Kunstmann

Und auch mit Moliéres „Tartuffe“ hat eine Komödie Eingang in die Reihe A gefunden. Mit dem Stück „Spatz und Engel“ setzt sich das Theater Thespiskarren mit der Beziehung von Marlene Dietrich (Der blaue Engel) zu Edith Piaf (Der Spatz von Paris) auseinander, die, zumindest zeitweise, über eine bloße Freundschaft hinaus ging. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit der beliebten Schauspielerin Doris Kunstmann, die mit einer ihrer Paraderollen in „Oskar und die Dame in Rosa“ nach Bottrop zurückkehrt.

„Tatort“-bekannt ist Dominic Raacke. Er ist in der Theaterreihe B in Stefan Vögels Komödie „Die Niere“ zu erleben. Dort gelingt der Spagat, ein ernstes wie aktuelles Thema wie Organspende bühnentauglich aufzuarbeiten. Überhaupt gibt sich die „leichte“ Reihe überraschend aktuell. „Mr. President First“ (7. Oktober) von Stefan Zimmermann untersucht den Einfluss von Milliardären auf die Politik bis hin zur Besetzung höchster Staatsämter. Ein Schelm, wer dabei Ähnlichkeiten zur real existierenden Systemen vermutet.

Günstige Karten für Jugendliche

Also: Die Spielzeit verspricht Spannendes - und für Schüler und Studenten sogar zum Superpreis von vier Euro. Den Preis für diese Zielgruppe gibt es eine Woche vor der Vorstellung im Vorverkauf oder als Last-Minute-Angebot direkt an der Abendkasse. Er gilt auch für Konzerte oder die Reihe „Junges Theater“.

Info und Vorverkauf

Karten für die Stücke der neuen städtischen Theaterspielzeit gibt es an der Theaterkasse des Kulturzentrums, Blumenstraße 12-14 oder unter 02041/70 33 08 oder im WAZ-Leserladen an der Osterfelder Straße 13. Die ermäßigten Karten zu vier Euro für Jugendliche gibt es eine Woche vor der Aufführung oder als Last-Minute-Angebot direkt an der Abendkasse des jeweiligen Aufführungsortes. Infos gibt es auch auf: www.bottrop.de

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