Finanzielle Notlagen

Verbraucherzentrale verhindert Stromsperren in 383 Fällen

Kein Licht, keine Heizung, kein Kühlschrank. So weit muss es aber nicht kommen. Die Verbraucherberatungen in Bottrop -  sie ist auch für Gladbeck zuständig -  und Gelsenkirchen sind an dem Projekt „NRW bekämpft Energiearmut“ seit 2012 beteiligt.

Kein Licht, keine Heizung, kein Kühlschrank. So weit muss es aber nicht kommen. Die Verbraucherberatungen in Bottrop - sie ist auch für Gladbeck zuständig - und Gelsenkirchen sind an dem Projekt „NRW bekämpft Energiearmut“ seit 2012 beteiligt.

Foto: dpa

Bottrop / Gladbeck.  Die Verbraucherzentrale hilft Betroffenen, Stromsperren abzuwenden und Schulden zu begleichen. Auch Haushalte aus Bottrop und Gladbeck betroffen.

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Zahlungsprobleme rund um die Energierechnung zu regulieren und deren Ursachen anzugehen – dieses Ziel verfolgt das landesweite Projekt „NRW bekämpft Energiearmut“ seit 2012 erfolgreich an derzeit elf Standorten, auch in Bottrop und Gelsenkirchen. Hier konnten so in 383 Fällen Energiesperren verhindert werden.

Bottrop und Gelsenkirchen gehören zu den Projekt-Pionieren

Die Verbraucherzentralen in Bottrop und Gelsenkirchen gehören zu den Projekt-Pionieren, die Budget- und Rechtsberatungen für säumige Energiekunden seit Jahren anbieten. Nachdem das Land NRW und die kooperierenden Versorgungsunternehmen jetzt „grünes Licht“ gegeben haben, wird das Angebot drei weitere Jahre fortgeführt.

Gemeinsam mit Heinz Huyeng, Leiter Forderungsmanagement von der Emscher Lippe Energie (Ele), zeigen sich Energiearmutsberater Hendrik Franck und Projektleiterin Stephanie Kosbab überzeugt, dass die Anlaufstelle bei Energieschulden auch künftig Wege Lösungen finden kann.

Beratungsgespräche zeigen ganz oft Wirkung

Seit Beginn des Projekts wurden bereits 383 Bottroper, Gelsenkirchener und Gladbecker Haushalte mit Zahlungsproblemen rund um die Energierechnung in insgesamt 724 Beratungsgesprächen unterstützt. Für die meisten Betroffenen konnten in enger Zusammenarbeit mit der Ele auch dauerhafte Lösungen bei drohenden oder akuten Energiesperren erreicht werden.

So konnten durch den direkten Kontakt mit dem Versorger angekündigte Sperren häufig noch abgewendet werden: 85 Prozent der angedrohten Sperren konnten verhindert, 66 Prozent der bestehenden Sperren zeitnah wieder aufgehoben werden.

Hilfe in akuten existenziellen Notlagen

„Schnelle, unbürokratische und kostenlose Hilfe in akuten existenziellen Notlagen ist ein zentraler Baustein des Angebots“, erläuterte Stephanie Kosbab das Konzept: „Hierbei zahlt sich aus, dass wir unter dem Dach unserer Beratungsstelle vielfältige Informations- und Beratungsangebote bündeln und damit die unterschiedlichen Ursachen von Energiearmut angehen können.“

Der Umgang mit Energie komme dabei ebenso auf den Prüfstand wie überflüssige oder zu teure Versicherungen.

Es gilt, tragfähige Zahlungspläne mit der Ele zu vereinbaren

Aber auch Kassensturz bei Einnahmen und Ausgaben hilft, das Budget so einzuteilen, dass Miete und Energiekosten künftig vorrangig bezahlt werden können. Die Vereinbarung tragfähiger Zahlungspläne mit der Ele zur Regulierung der Schulden sei meist Schlüssel für dauerhafte Lösungen, heißt es.

„Es ist uns vor allem wichtig, dass sich die Kunden so früh wie möglich melden und nicht erst wenn die Sperrung unmittelbar ansteht“, erklärt Heinz Huyeng die Motivation der Ele mitzumachen. „Wir unterstützen das Projekt der Landesregierung finanziell, weil es unsere Kunden aktiv unterstützt, Zahlungsprobleme zu vermeiden.“

>> DER DIREKTE DRAHT

  • Der direkte Draht zu lokalen Ansprechpartnern garantiere, dass für Betroffene individuelle Lösungen gefunden werden können, verspricht Energiearmutsberater Hendrik Franck.
  • Termine für eine Beratung können mit ihm per Telefon unter 02041/ 5671670 oder per E-Mail an bottrop.energiehilfe@verbraucherzentrale.nrw vereinbart werden.

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