Volle Kanne

ZDF sendet vom Schacht 10 des Bergwerks Prosper Haniel

Sendung aus dem Bergwerk: von links Comedian Atze Schröder, Museumschef Heinrich Grütter, DJ Moguai und Moderator Ingo Nommsen

Sendung aus dem Bergwerk: von links Comedian Atze Schröder, Museumschef Heinrich Grütter, DJ Moguai und Moderator Ingo Nommsen

Foto: Pascal-Amos Rest

Bottrop.  Zwei Folgen der Vormittags-Show „Volle Kanne“ spielen auf Prosper Haniel. Sie werden am 1. November und 28. Dezember im ZDF ausgestrahlt.

Fernsehstars und Bergbauexperten diskutieren am prall gefüllten Frühstückstisch mit Journalist und Moderator Ingo Nommsen über die Zechenschließung und das Ende des deutschen Steinkohlebergbaus. Kameramänner, Tontechniker und Regieassistenten umkreisen die Szene, die am Montagmorgen für die ZDF-Sendung „Volle Kanne“ am Förderkorb des Schachtes 10 aufgezeichnet wird.

Aus dem Förderkorb vor die Kamera

Im Hintergrund des ersten aufgebauten Sets schnellt das stählerne Transportmittel in die Tiefe. 1200 Meter geht es unter die Erde. Bei der Rückkehr steigt eine Gruppe von Bergleuten aus, die sich auf den Weg zu ihrer nächsten Station machen. Jörg Laftsidis (52) und Jürgen Jakubeit (49) lösen sich aus dem Pulk, sie setzen sich an den Tisch, beantworten Fragen und berichten von ihrem Arbeitsalltag.

Die „Vollblut-Bergleute“ gehen auf ihre Verbindung zur Zeche und sehr persönlichen Erinnerungen ein, die sie mit Prosper Haniel verknüpfen. Bereits am frühen Morgen begrüßte Produktionsleiterin Christina Hopp die Kumpel mit „Glück auf! Ihr wisst, dass ihr heute mitten im Geschehen seid.“

Am zweiten Set – der Lampenstube – ist eine andere Szene bereits im Kasten. Hier zeigte Wohn- und Designexpertin Ann-Kathrin Otto einzelne Möbelstücke im Industriedesign. Sie erklärte detailreich, wie die Unikate hergestellt werden. Dann beginnt der nächste Zwischeneinspieler, der erneut das aktuelle Thema „Schicht im Schacht“ aufgreift.

Sendung ist eine Weltpremiere

Ingesamt zeichnet das Sendungsteam des ZDF bei der Produktion zwei ganze, rund anderthalbstündige Folgen für die Übertragung am 1. November und 28. Dezember auf. Alleine 50 Mitarbeiter des Fernsehsenders sind vor Ort im Einsatz, um den Zuschauern eine informative und unterhaltsame Show zu bieten. Darunter sind Spezialisten aus der Produktion, Redaktion, Ton-, Bild- und Lichttechnik, der Aufnahmeleitung und Regie.

Eine neue Firma ordnet das Bergbauerbe

„Wir haben uns für Bottrop als Drehort entschieden, da die Stadt und das Ruhrgebiet stark durch den Bergbau geprägt sind. Toll, dass die Kollegen von der RAG alles möglich gemacht haben“, sagt Redaktionsleiterin Elke Jonkmanns. Die Sendung auf der Zeche Prosper Haniel sei eine Weltpremiere. Noch nie zuvor habe ein Fernsehteam so lange auf dem geschichtsträchtigen Bergbaustandort aufnehmen dürfen. Für die Eigenproduktion sei eine Ausnahme gemacht worden.

DJ legt Steigerlied neu auf

Einzelne „Teaser“, also kurze Ankündigungsfilme, filmten die Experten des ZDF bereits einen Tag zuvor. Die erste Sendung legt den Schwerpunkt auf die Zeche und ihre Vergangenheit, die zweite Sendung rückt die zukünftige Entwicklung der ehemaligen Bergbauflächen ins Blickfeld. Auf Fragen wie „Was wird aus den Arbeitern?“, „Wie verändert sich die Region?“, „Was bedeutet das Ende des Bergbaus für die Menschen?“ versuchen beide Folgen Antworten zu geben.

Bei der ersten Show sind unter anderem Comedian und Entertainer Atze Schröder, der Historiker und Direktor des Ruhr Museums, Prof. Heinrich Theodor Grütter, und DJ Moguai zu Gast, der das traditionelle Steigerlied neu aufgelegt und mit elektronischen Klängen zeitgemäß angepasst hat. Er stellt den Song in der Fernsehproduktion vor.

Unterbringung der Arbeitskräfte

Der Bergwerksdirektor Jürgen Kroker spricht mit Moderator Nommsen über die Unterbringung und Weitervermittlung der Arbeitskräfte nach Bergbau-Aus. Er spiegelt das bedeutende Thema aus seiner Perspektive.

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