Workshop

Zivilcourage: Ein Crashkurs in politischer Einmischung

Daniela von Bremen von der Integrationsagentur im Martinszentrum bietet einen kostenlosen Crashkurs ins Sachen politischer Einmischung an.

Daniela von Bremen von der Integrationsagentur im Martinszentrum bietet einen kostenlosen Crashkurs ins Sachen politischer Einmischung an.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Bottrop.  In einem kostenlosen Workshop der Bottroper Integrationsagentur können sich Teilnehmer in geistiger Notwehr üben.

Um Menschen dabei zu unterstützen, sicher mit heiklen Situationen umzugehen und einen Weg zwischen passivem Zuschauen und riskanter „Zivilcourage“ zu finden, bietet das Integrationszentrum im evangelischen Martinszentrum im September und November Workshops zu diesem Thema an.

Ein Streit auf der Straße. Eine Person, die beleidigt wird, Fremde, die grundlos auf Konfrontation aus sind. „Soll ich was sagen? Doch was? Ich sage besser nichts.“ Diese oder ähnliche Fragen haben sich die meisten Menschen in den unterschiedlichsten Situationen ihres Alltags schon stellen müssen. „Ob im Bus oder auf der Straße. Man sieht Situationen, von denen man denkt, dass das doch jetzt so nicht gehe. Und steht man selber auf, ist man sofort mitten drin.“ So beschreibt Daniela von Bremen von der Integrationsagentur Situationen, in denen Außenstehende in einen Konflikt mit sich selbst geraten können.

Wenn Menschen von anderen diskriminiert werden

Der Workshop im Herbst ist ein Crashkurs in Sachen politischer Einmischung. Er will vermitteln, was, wann und wie etwas in Situationen unternommen werden kann, in denen fremde Menschen von anderen diskriminiert werden. Geleitet wird das Training von der Schauspielerin und Argumentationstrainerin Karin Kettling zusammen mit Jürgen Albrecht, dem Schauspieler und Theaterpädagogen.

Die Teilnehmer können in bühnenreifen Darstellungen in die unterschiedlichsten Situationen hineinschnuppern und sich in geistiger Notwehr üben. Sie lernen, wie man sich redegewandt für die grundlegendsten Menschenrechte anderer einsetzen kann, ohne Gefahr zu laufen, die Lage zu eskalieren.

Teilnahme ab 16 Jahren möglich

Das Kurskonzept der erfahrenen Mentoren beruht auf dem „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“ des Bildungswissenschaftlers Klaus-Peter Hufer, Professor an der Universität Duisburg-Essen. Unterstützt wird das Projekt von der Bundesstiftung „Demokratie leben – aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“.

Mitmachen kann jeder ab 16 Jahren, ob „jung, alt, mit oder ohne Migrationshintergrund, einfach jeder, der Interesse hat“, kündigt Daniela von Bremen an. Der Kurs lebe von seinen Teilnehmern, deren vielfältigen Erfahrungen und dem Engagement, sich sozial einbringen zu wollen. Egal ob im Alltag, im Haupt- oder im Ehrenamt.

Um vorherige Anmeldung wird gebeten

Der Workshop ist für alle Teilnehmer kostenlos. Um eine vorherige Anmeldung wird jedoch gebeten. Die Plätze sind pro Kurs auf 20 bis 25 Personen beschränkt, um auch den persönlichen Austausch zwischen den Teilnehmern möglich zu machen.

Die Termine sind am Montag, 16. September, von 14 bis 17 Uhr, und am Dienstag, 19. November, von 10 bis 13 Uhr.

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