Wandertipp

Wandern im und um den Wildpark Grutholz in Castrop-Rauxel

November-Melancholie im Bergsenkungsgebiet Brunosee.

November-Melancholie im Bergsenkungsgebiet Brunosee.

Castrop-Rauxel.  Das Ruhrgebiet bietet mehr als Industriekultur. Dieser Wandertipp führt Sie auf krummen Wegen und engen Pfaden durch eher untypische Gegenden und lässt sie die grünen Seiten der Metropolregion erkunden. Ein Tourtipp zum Wildpark Grutholz in Castrop-Rauxel.

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Autobahnen, Eisenbahnstrecken, Leitungstrassen, Bachläufe zwischen Betonschalen, eine Industriebrache, eine mit Wasser zugelaufene Geländemulde, drumherum ein sumpfiger Wald mit an die 300 Bombenkratern, ein alles überragender stiller Kühlturm. Nur ein Jahrhundert Montangeschichte hat an der Emscher einen Landstrich hinterlassen, der bei all seinen Reizen auch unübersehbare Narben trägt.

Auch in Castrop-Rauxel kam in ungestümer Goldgräberlaune zunächst der Bergbau, dann die Chemie. Beide zusammen ließen Siedlungen wachsen, verbrauchten Gegend und zogen im Krieg die Bomber an wie Bienenstich die Wespen. Wie ein Denkmal dessen, was vorher war, hat sich in dieser Gemengelage ein schöner Wald erhalten, gerade groß genug für eine kleine Wanderung. Wie zum Trost der Menschen für den erlittenen Verlust an Landschaft wurde das Wäldchen nicht nur mit reichlich Bänken ausstaffiert, sondern erhielt 1969 sogar ein Wildgehege.

Wildpark Grutholz blieb erhalten dank Bürgerinitiative

2004 – das Wirtschaftswunder war Geschichte, die Stadtsäckel leer – wollte die Stadt den Wildpark der Kosten wegen schließen. Doch die Damen und Herren im Rat hatten ihre Rechnung ohne die Bürger aufgemacht. Besonders drei Frauen waren es, welche die Fahne des Tierparks hochhielten, hinter der sich dann 7751 Bürger mit ihren Unterschriften sammelten. Dem Bürgerwillen beugte sich schließlich der Rat und machte seinen Schließungsbeschluss einstimmig rückgängig.

[kein Linktext vorhanden] Seitdem betreut ein von den Bürgern getragener „Förderverein Wildgehege Grutholz“ das 40.000 qm große Gelände. Außer durch Mitgliedsbeiträge und Spenden geschieht dies wesentlich durch tätige Hilfe von Mitgliedern, Paten und anderen Freiwilligen. Im Herbst zum Beispiel sammeln Kinder tonnenweise Eicheln und Kastanien für die Tiere. Die drei Frauen, die Bürger, die Kinder – sie haben sich um Castrop- Rauxel verdient gemacht.

Wildpark Grutholz Castrop-Rauxel - die Wanderroute 

0 m Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz an der Grutholzallee in Castrop-Rauxel, am Evangelischen Krankenhaus, nahe der Anschlussstelle 26 der Autobahn 42. Vom Parkplatz aus geht es in nördliche Richtung. Rechts am Gebäude vorbei führt ein Weg in den Wald hinein.

340 m An der ersten Gabelung halten wir uns links. Bald trennt uns nur ein schmaler Waldsaum von der vielbefahrenen B 235. Das erste Wegstück ist reichlich mit Bänken bestückt bzw. deren Überresten. Etwas oberhalb der Bundesstraße unterqueren wir schließlich eine Bahnlinie.

[kein Linktext vorhanden] 1210 m Gleich nachdem wir unter der Bahnlinie hindurch sind, wählen wir den Pfad, der nach rechts in den Wald schwenkt, welcher den Namen Grutholz trägt. Für ein kurzes Stück wandern wir nahe des Bahndamms, bis sich ein Feld dazwischen schiebt. Der hübsche Pfad kann stellenweise ein wenig morastig sein. Nachdem wir links die Ruine (1) eines Gebäudes ausgemacht haben, erkennen wir kurz darauf auf der gleichen Seite eine Eiche, die ich als Kletterbaum (2) bezeichnen möchte. Der Weg verlässt den Wald und überquert auf einer Holzbrücke den Deininghauser Bach.

2440 m Hinter der Holzbrücke rechts ab.

2560 m Nochmals rechts ab, um erneut die Bahnlinie zu unterqueren.

2690 m Gleich hinter der Bahnlinie kommen wir an eine Wegkreuzung. Wenn wir einen Abstecher zum Brunosee (3) unternehmen wollen, der durch vom Bergbau verursachte Geländesenkungen entstanden ist, biegen wir an der Kreuzung nach links ab. Der Weg dorthin ist dank unserer Karte leicht zu finden und daher nicht näher beschrieben. Hin und zurück summiert er sich auf knapp 2,3 km. Wer den Abstecher zum Brunosee wählt, kann diese Strecke zu den Meterangaben hinzuzählen. Wer auf der hübschen, jedoch seit langem ungepflegten Aussichtsplattform (Stand: Dezember 2009) steht, befindet sich in einem Zipfel der Stadt Dortmund. Wen der Brunosee kalt lässt, der geht an der Kreuzung einfach weiter geradeaus auf dem für Betriebsfahrzeuge und Radfahrer gut geeigneten Weg. Links liegen ein kleiner Weiher (4) und der Deininghauser Bach (5) . Ein kurzes Stück des Bachlaufes wurde „renaturiert“, wovon man leider so gut wie nichts zu sehen bekommt, es sei denn, man benutzt zum Gehen die Trasse, die parallel zum „offiziellen“ Weg verläuft.

3710 m An der Nierholzstraße wenden wir uns nach rechts und überqueren den Bach. Rechts liegt ein Parkplatz mit einer Info-Tafel. Wir behalten die Richtung bei und sind bald im Nierholz.

4180 m Am zweiten Weg biegen wir links ab nach S.

4790 m Wir kommen schließlich an einen Teich (6) , den ein mit mehreren Bänken versehener Uferweg umrundet.

5110 m An der östlichen Seite des Teiches biegen wir rechts ab.

5210 m An der Kreuzung, wo zur Linken ein Spielplatz (7) liegt, gehen wir rechts weiter. Der Weg führt am Zaun des Wildgeheges (8) entlang.

5500 m Am südlichen Ende des Zaunes halten wir uns rechts.

5630 m Kurz darauf treten wir nach links aus dem Wald heraus.

5730 m Es geht rechts ab, weiter am Waldrand entlang.

6170 m Hinter dem Krankenhaus wenden wir uns nach links.

6350 m An der Straße geht es links zum Parkplatz.

6530 m Unsere Tour war insgesamt 6,5 km lang. Nimmt man einen Abstecher zum Brunosee hinzu, waren es 8,8 km.

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