Wirtschaft

Dinslaken: Energiegenossenschaft stellt Insolvenzantrag

Im Gewerbegebiet Hiesfeld entstanden neue Gebäude: Im vergangenen Jahr wurde Einweihung gefeiert.

Im Gewerbegebiet Hiesfeld entstanden neue Gebäude: Im vergangenen Jahr wurde Einweihung gefeiert.

Foto: Heiko Kempken / Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Den Kunden der Energiegenossenschaft garantieren die Stadtwerke Dinslaken Versorgungssicherheit. Insolvenzverwalter wurde bestellt.

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Die Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr (EGRR) hat beim Amtsgericht Duisburg beantragt, das Insolvenzverfahren zu eröffnen. Rechtsanwalt Mark Steh wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Für die Kunden der Genossenschaft bedetutet das, dass sie nicht mehr von Energiegenossenschaft beliefert werden. Alle Kunden der EGRR sollen Anfang 2020 eine Endabrechnung erhalten. Während der Dauer des Insolvenzverfahrens sind die Insolvenzverwaltung und das Abwicklungsteam der Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr eG Ihre Ansprechpartner.

Stadtwerke informieren EGRR-Kunden

Auf diese Nachricht haben die Stadtwerke Dinslaken reagiert. Wie es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung heißt, garantieren sie den betroffenen EGRR-Kunden Versorgungssicherheit. „Die Kunden der Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr werden derzeit von den Stadtwerken Dinslaken informiert, dass sie als Grund- und Ersatzversorger dafür Sorge tragen, dass die Wohnungen nahtlos und zuverlässig mit Strom und Gas weiterbeliefert werden“, heißt es in der Mitteilung.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr springen die Stadtwerke Dinslaken ein, damit Wohnungen im Stadtgebiet nicht von der Energieversorgung abgeschnitten werden. Nach der BEV Anfang des Jahres musste nun ein weiterer Energieversorger mit Kunden im Stadtgebiet Insolvenz beantragen.

Genossenschaft wurde 2007 gegründet

Hier gibt es mehr Artikel aus Dinslaken, Hünxe und VoerdeDie Anfänge der Genossenschaft liegen in Oberhausen, dann folgte der Umzug nach Dinslaken, wo 2018 ein eigenes Gebäude bezogen und eingeweiht wurde. Nach eigenen Angaben hatte die Genossenschaft mittlerweile 4000 Mitglieder, außerdem 20.000 Kunden. Als der Energiemarkt in Deutschland liberalisiert wurde, schlug für die beiden Gründer Gerfried Bohlen und Stephan Kubitza die Stunde.

2006 machten sie sich ehrenamtlich daran, eine Verbrauchergemeinschaft zu gründen, um der Macht der damals vier großen Stromanbieter in Deutschland etwas entgegenzustellen. 2007 geschah das durch die Gründung der Genossenschaft. Nach weiteren vier Jahren Vorbereitung trat sie auf den Markt. Sie verfolgt das Ziel, ihre Kunden mit Strom und Erdgas zu versorgen. Sie unterbreitet Angebote, um Häuser energetisch zu sanieren und Energie effizient einzusetzen und das alles ohne die Absicht, Gewinne zu erzielen, sondern sozusagen zum Selbstkostenpreis, als Genossenschaft eben.

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