Wirtschaft

Dinslakener schaffte es von der Großküche ins Restaurant

Der Inhaber von Det’s Burger, Detlef Pauls (von links), Beikoch Björn Schledorn und Marc Zeisel von der Werkstatt für behinderte Menschen freuen sich über ihre Zusammenarbeit.

Der Inhaber von Det’s Burger, Detlef Pauls (von links), Beikoch Björn Schledorn und Marc Zeisel von der Werkstatt für behinderte Menschen freuen sich über ihre Zusammenarbeit.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Björn Schledorn hat in der Werkstatt für behinderte Menschen gearbeitet. Nun hat er eine Festanstellung als Beikoch in einem Restaurant erhalten.

Die Küche ist sein Spezialgebiet. Ob beim Kleinschneiden von Gemüse oder Braten des Steaks, in seiner Rolle als Beikoch in dem Restaurant Det’s Burger & Grill geht Björn Schledorn voll auf. Dass der 25-Jährige eine Behinderung hat, schränkt ihn dabei überhaupt nicht ein. Ganz im Gegenteil. „Die Stelle passt zu ihm, wie die Faust auf’s Auge“, so Marc Zeisel, Integrationsassistent und Job-Coach der Dinslakener Albert-Schweitzer-Einrichtung, einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).

Seit Herbst 2016 ist Björn Schledorn in der WfbM. Schon damals brachte er Begeisterung für den Gastronomiebereich mit und arbeitete daraufhin in der hauseigenen Großküche der Einrichtung mit. Eine Beschäftigung, durch die er viele praktische Erfahrungen sammeln konnte und die ihn für ein Praktikum im Burgerrestaurant von Detlef Pauls qualifizierte.

Restaurant-Besitzer suchte Unterstützung

Als Inhaber von Det’s Burger & Grill war Detlef Pauls Anfang dieses Jahres auf der Suche nach einem geeigneten Standort für die Eröffnung seines Lokals im März. Im Zuge dessen besichtigte er Räumlichkeiten, die zu diesem Zeitpunkt zur Albert-Schweitzer-Einrichtung gehörten und beide Seiten kamen ins Gespräch. Da der Restaurant-Besitzer noch Unterstützung für sein Team aus Köchen und Servicekräften brauchte, stellte Marc Zeisel den Kontakt zu dem kochbegeisterten Björn Schledorn her. Und das mit Erfolg. Denn was als Praktikumsstelle begann, ist mittlerweile zu einem festen Arbeitsverhältnis geworden.

„Anfangs haben wir Herrn Schledorn als Praktikant in der Spülküche eingesetzt, was allerdings ganze fünf Tage angedauert hat“, erinnert sich Pauls. „Er hat aber ständig zu den Köchen rübergespäht und deutliches Interesse an der Zubereitung der Mahlzeiten gezeigt. Schnell war dann klar, dass eben diese Tätigkeit auch viel besser zu ihm passt.“ Björn Schledorn selbst betont: „Die Arbeit in der Küche macht mir riesigen Spaß.“ Heute ist Björn Schledorn fester Bestandteil des Teams und seit Anfang September unbefristet als Beikoch beschäftigt.

Salate zubereiten, Burger belegen und andere Küchenarbeiten gehören jetzt zu seinem Arbeitsalltag. Bei Veranstaltungen mit mehr Kundschaft, wie beispielsweise dem verkaufsoffenen Sonntag, steht der 25-Jährige sogar draußen am Grill oder bedient. „Besonders gut ist er außerdem beim Zubereiten und Verzieren der Desserts“, lobt Detlef Pauls seinen Mitarbeiter. Generell stecke er viel Mühe in das, was er mache und sei stets freundlich und zuverlässig.

Engagement und Fähigkeiten zählen

Die fehlende fachliche Ausbildung von Björn Schledorn ist für den Restaurantinhaber als Arbeitgeber kein Problem. Für ihn zählen einzig das Engagement und die Fähigkeiten seiner Arbeitskräfte. „Ich habe schon viele nach Hause schicken müssen, weil sie sich trotz Ausbildung nicht entsprechend verhalten oder kaum in ihre Aufgaben reingehängt haben“, erzählt Pauls. Björn Schledorn hingegen sei motiviert und die Behinderung stehe hier nirgends im Weg.

Integrationsassistent Marc Zeisel fügt hinzu: „Wir freuen uns sehr über die Björn Schledorns Übernahme auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und hoffen auch zukünftig auf weitere so erfolgreiche Job-Vermittlungen für Menschen mit Behinderung aus unserer Einrichtung.“

In diesem Jahr ist es mit der Einstellung von Björn Schledorn der Albert-Schweitzer-Einrichtung bereits zu zweiten Mal gelungen, einen Beschäftigten aus einer der Werkstätten für Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln. Marc Zeisel ist sehr stolz, betont aber auch: „Die Vergabe eines Arbeitsplatzes an einen beeinträchtigten Menschen funktioniert nur dank des wertschätzenden Verhaltens von Arbeitgebern.“ Detlef Pauls sei da ein gutes Beispiel.

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