Karneval in Dinslaken

DKV Blau-Weiss: Hoppeditz-Rede für eine offene Gesellschaft

Die Karnevalisten des DKV Blau-Weiss feierten das Hoppeditz-Erwachen im GHZ in Hiesfeld.

Die Karnevalisten des DKV Blau-Weiss feierten das Hoppeditz-Erwachen im GHZ in Hiesfeld.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Der DKV Blau-Weiss feierte das Hoppeditzerwachen im GHZ und zog mit dem Lied „Echte Fründe“ in den Saal. Rede für eine offene Gesellschaft.

Schnarchen erfüllt den Saal des Gustav-Heinemann-Schulzentrums (GHZ) in Hiesfeld. Der Hoppeditz des Dinslakener Karnevalvereins Blau-Weiss liegt schlafend auf der Bühne und wartet darauf, geweckt zu werden. – Gegen 19.30 Uhr war es dann soweit: Mit den Worten „Hoppeditz, wach‘ auf!“ reißen zwei Funken den Hoppeditz aus seinem Schlaf. – Die Vereins-Session 2019/20 hat begonnen.

Tanzaufführungen, Mitgliederehrungen und Comedy füllten die Sessionssitzung des DKV Blau-Weiss. Die erste Rede am Abend hielt der Hoppeditz Jakob Buschmann nach seinem Erwachen. In seiner Rede trat Hoppeditz Buschmann für eine offene Gesellschaft ein und betonte: „Vielleicht ist es wichtiger denn je, sich in Gemeinschaft zu verbinden, in einer Zeit, wo Toleranz für alle und Akzeptanz einander schwinden.“ Das diesjährige Sessionsmotto des Vereins lautet in Anspielung auf die langwierigen Bauarbeiten der Kathrin-Türks-Halle: „Als Musketiere stürmen alle, doch nur zur Burg und nicht zur Halle“.

Alicia Rößler und Sarah Mokros sangen Vereinslied

Zum Karnevalsklassiker „Echte Fründe“ zogen die Blau-Weißen ein. Sie suchten sich ihren Weg durch die Tischreihen bis auf die Bühne, wo sie sich zum nächsten Karnevalshit „Wenn et Trömmelche jeht“ sammelten. Vom ersten Ton an stand das Publikum und klatschte mit. Nach einer kurzen Begrüßung der Karneval-Begeisterten und des nicht anwesenden „ersten Bürgers Dinslakens“ durch die Vereinspräsidenten Sven Burre-Jacobi und Jörg Brill, zog der Tambourkorps Voerde in den Saal ein. Als schließlich alle auf der Bühne versammelt sind, sangen Alicia Rößler und Sarah Mokros das Vereinslied.

Zahlreiche Tanzgruppierungen des Vereins präsentierten sich auf der Bühne des GHZ. Angeführt von einem Jungen marschierten zunächst die Jüngsten, die „Blau-Weissen Fünkchen“, auf die Bühne, um stolz ihre eingeübte Choreographie zu zeigen. Die ein oder andere der kleinen Tänzerinnen löste ihre in die Hüfte gestützten Hände, um ins Publikum zu winken. Auch die älteren Tänzerinnen und Tänzer des DKV zeigten in ihren Tanzgarden „Blau-Weisse Funken“ und „Blau-Weisse Sterne“ Hebefiguren und schnelle Beinarbeit in traditioneller Tanzmariechen-Kluft. Die „Crazy Jumper“ hüpften in schwarzer Sportleggings und T-Shirt zu Liedern wie „Cotton Eye Joe“ und „Boom Boom Boom Boom!“ im Tanzstil „Jumpstyle“ locker über die Bühne und führen somit die zehnjährige Jumpstyle-Tradition des DKV weiter. Das Publikum war begeistert von den jungen Tänzern und belohnte sie immer wieder mit Zwischenapplaus.

Verzögerten Bauarbeiten der Kathrin-Türks-Halle ein Thema

Polizist Rainer Ross stand in lederner Polizeiuniform auf der Bühne und erzählte Witze. Immer wieder wurden diese mit einem Tusch belohnt. In dem Comedy-Stück „Marco und sein Bautrupp“ schlugen die DKV-Spaßvögel eine schnelle Lösung für die verzögerten Bauarbeiten der Kathrin-Türks-Halle vor: Ein Baupfuscher und sein Bautrupp könnten die Halle doch günstig und schnell fertigstellen. Einige Abstriche müssten zwar gemacht werden, aber Hauptsache sei, dass die Halle endlich steht. In dem Lied „Pfusch die Mauer“, zu dem die DKVler in Warnwesten und mit Bierkästen in den Händen tanzen, heißt es: „Mauer hin, Mauer her, Mauer schief, Mauer scheiß drauf.“

Sie hoffen zumindest zur nächsten Vereinssession wieder gemeinsam mit anderen Karneval-Fans in der „Halle für alle“ feiern zu können. Im Anschluss an dem offiziellen Teil des Hoppeditzerwachens luden die Band „De Halunke“ und ein Buffet zum Ausklang des Abends ein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben