Digitalisierung

Gesamtschule Hünxe hat nun Interaktive Displays statt Tafeln

Präsentierten die neuen interaktiven Displays an der Gesamtschule Hünxe: Bürgermeister Dirk Buschmann (v.l.), Lehrer Christian Woike, Schulleiter Klaus Ginter sowie Sven Linda, Anke Schott und Klaus Stratenwerth (alle drei Gemeinde Hünxe).

Präsentierten die neuen interaktiven Displays an der Gesamtschule Hünxe: Bürgermeister Dirk Buschmann (v.l.), Lehrer Christian Woike, Schulleiter Klaus Ginter sowie Sven Linda, Anke Schott und Klaus Stratenwerth (alle drei Gemeinde Hünxe).

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Hünxe.  Alle Klassenräume der Gesamtschule Hünxe wurden mit digitalen Bildschirmen ausgestattet. Die Gemeinde Hünxe ist damit Vorreiter am Niederrhein.

Die Klassenräume an der Gesamtschule Hünxe sehen seit diesem Jahr etwas anders aus: Zwischen den Jahren sind hier 40 interaktive Displays, digitale Tafeln also, angebracht worden. Finanziert wurden sie aus Bundes-, Landes- und Gemeinde-Mitteln (nähere Informationen dazu siehe unten).

Die Gesamtschule ist damit am Niederrhein laut Sven Linda, der in der Gemeinde Hünxe unter anderem für die Fachbereiche EDV und Internet zuständig ist, „eine der ersten Schulen, die diesen Weg beschreitet“ – sprich komplett auf die Arbeit mit den interaktiven Displays umgestellt wurde.

Schulleiter: „Ein Gewinn für unsere Schule“

„Das ist ein Gewinn für unsere Schule“, sagt auch Leiter Klaus Ginter. „Die Displays werden von Lehrern und Schülern durchweg sehr gut aufgenommen.“ Und Bürgermeister Dirk Buschmann bewertet die neue moderne technische Ausstattung als „ein Zeichen, das auch nach außen wirkt“. Denn, so erklärt er: „Eine gut funktionierende Schullandschaft ist auch ein Zuzugsgrund – davon sind wir in Hünxe überzeugt.“

Rund 6000 Euro hat jede der interaktiven Tafeln gekostet – das, da sind sich die Vertreter von Gesamtschule und Gemeinde einig – sind sie auch wert. „Die Tafeln bieten einen ungeheuren Mehrwert beim Unterrichten, weil wir nun noch viel mehr auf die Schüler eingehen können“ – dieses Fazit kann Gesamtschullehrer Christian Woike schon nach wenigen Tagen ziehen. Er spricht exemplarisch von einer Mind-Map, einer grafischen Darstellung also, mit der Ideen gesammelt und geordnet werden können. „Früher musste ich da immer wieder etwas wegwischen, sobald neue Ideen kamen – jetzt kann ich sie einfach mit meinen Fingern verschieben und neu anordnen“, sagt Woike.

Displays können viel mehr als bloße Tafeln sein

Die interaktiven Displays könnten also nicht nur wie normale Tafeln genutzt werden, sondern um viele digitale Elemente erweitert werden. Christian Woike ruft beispielhaft einen digitalen Atlas auf. „Da habe ich nun ganz andere Möglichkeiten als bei einem gedruckten Atlas. Wenn es mir zum Beispiel nur um das Straßennetz geht, kann ich das mit wenigen Klicks hervorheben“, sagt er und tippt auf sein Tablet: Im Nu ist die anfangs unübersichtliche Karte viel vereinfachter dargestellt – und damit auch sofort leichter zu verstehen. „Da kann ich also ganz andere Lernerfolge bei den Schülern erzielen“, sagt er. Gerade an einer Gesamtschule, wo Schüler mit unterschiedlichsten Kenntnisse stärker zusammenkämen als beispielsweise an einem Gymnasium, sei das „unheimlich wertvoll“.

Auch Audio- oder Video-Dateien abzuspielen und so in den Unterricht einzubinden, sei nun überhaupt kein Problem mehr, eine schnelle gemeinsame Recherche im Netz ebenso wenig. „Ich bin auch nicht mehr daran gebunden, vor der Klasse an der Tafel zu stehen, sondern kann an jedem x-beliebigen Platz im Raum stehen, so viel besser auf die Schüler eingehen oder auch mal näher bei demjenigen sein, der gerade vielleicht nicht ganz so konzentriert ist“, sagt er. Ein spontaner Raumwechsel sei dank der interaktiven Displays ebenfalls kein Problem mehr: „Ich habe ja jetzt alles digital mit dabei.“

>> Alle Lehrer der Gesamtschule Hünxe werden Anfang Februar zum Umgang mit den neuen digitalen Tafeln geschult. Aber auch jetzt, sagt Schulleiter Klaus Ginter, sei die Akzeptanz der neuen Tafeln innerhalb des Kollegiums „sehr hoch“. Auch in den drei Grundschulen wurden bereits erste Geräte zum Testen aufgestellt. Gänzlich mit interaktiven Whiteboards ausgestattet werden sollen die drei Grundschulen bis zum kommenden Jahr.

>>Bislang über 1,1 Millionen in Digitalisierung investiert

Die Gemeinde Hünxe hat die digitale Ausstattung ihrer Schulen durch Förderprogramme von Bund, Land und eigene Fördermittel vorangetrieben. Insgesamt wurden und werden hier über 1,1 Millionen Euro investiert.

Aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ hat Hünxe insgesamt 400.000 Euro unter anderem in die Netzwerkinfrastruktur an den Schulen gesteckt.

Die Kommune selbst hat am 18. Juni 2019 beschlossen, 300.000 Euro in die Digitalisierung der Schulen zu stecken.

Aus dem Bundesprogramm „Digitalpakt Schule“ sollen künftig weitere 429.000 Euro fließen, so viel steht der Gemeinde Hünxe laut Sven Linda zu.

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