Projekt

Kinder erhalten in Voerde Einblick in Wasser als Lebensraum

Lena (9) und Timo (6) schauen sich das Innere eines Fisches an – mit unterschiedlicher Begeisterung.

Lena (9) und Timo (6) schauen sich das Innere eines Fisches an – mit unterschiedlicher Begeisterung.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Voerde.  Kinder konnten in Voerde drei Tage lang die Natur in und um das Wasser erkunden: Unter anderem sammelten sie Müll am Rhein und sezierten Fische.

Im Jugendhaus des Angelsport- und Gewässerschutzverein (ASV) Löhnen sitzen die Kinder auf Sitzkissen auf dem Boden. Vor ihnen steht Biologin Beate Pelzer und hält eine kleine Schleie in der Hand. „Wie viele Flossen hat so eine Schleie?“, fragt sie in den Raum. „Sieben!“, kommt die Antwort im Kinderchor aus Richtung des Bodens. Dann dreht sich die Biologin von den Kindern weg und greift zu einer kleinen Schere. „Jetzt wollen wir uns den Fisch mal von innen ansehen“, sagt sie und schneidet eine Seite des Fischkörpers weg.

Dann dreht sie sich wieder zu den Kindern. „Ich hole jetzt hier mal was raus“, kündigt sie an. Während sich die neunjährige Lena etwas angeekelt abwendet, schaut ihr jüngerer Bruder Timo (6 Jahre) gespannt zu, was passiert. Beate Pelzer hält die Schwimmblase des kleinen Fisches hoch, die von den Kindern sofort richtig identifiziert wird. „Die Schwimmblase wird vom Fisch mit Gas gefüllt“, erklärt Beate Pelzer. „Aber dann explodiert der doch!“, wirft eines der Kinder ein. „Nein. Das hilft dem Fisch zu schwimmen“, antwortet die Biologin und erklärt, wie die Schwimmblase funktioniert. Dann gibt es einen weiteren Exkurs in die Biologie der Fische, in unterschiedliche Körperformen und unterschiedliche Fischarten. „Ein Hecht kann bis zu 1,50 Meter lang werden. Größer als ihr“, erzählt Landschaftspfleger Christian Starkloff den Kindern.

Verständnis für biologische Zusammenhänge am Wasser schaffen

Er und Beate Pelzer sind die Experten für das Projekt FINNE, das von den Fischereiverbänden in NRW und dem Umweltministerium des Landes getragen wird. Das Projekt soll den nachhaltigen Umgang mit der Natur fördern und ein Verständnis für die biologischen Zusammenhänge am Wasser schaffen. „Für Vereine und Schulen ist das Projekt kostenlos“, erklärt Egon Lüttke, Verbandsjugendwart des Rheinischen Fischereiverbands, der für die Aktion nach Voerde gekommen ist.

Drei Tage sind die Kinder mit dem Projekt beim ASV Löhnen beschäftigt. Sie haben Kleinstlebewesen im Wasser mit Vergrößerungsgläsern untersucht, am Rhein Müll gesammelt und sich mit dem Fluss beschäftigt. Am letzten Tag steht die genauere Beschäftigung mit der Biologie der Fische auf dem Programm.

Aktion soll noch möglichst oft beim ASV Löhnen stattfinden

Und wie hat dieses Programm den Kinden gefallen? „Sehr, sehr toll“, sagt Lena, obwohl sie beim Blick ins Innerste des Fisches vorher noch leicht angeekelt war. „Das fand ich nicht so gut“, gibt sie zu. Dafür fand sie den Ausflug an den Rhein toll, wo die Bugwellen der vorbeifahrenden Schiffe die in Gummistiefeln steckenden Füße der Kinder umspülten. „Mir hat das Fische-Auseinandernehmen Spaß gemacht. Aber das Müll sammeln am Rhein fand ich nicht so schön“, sagt ihr Bruder Timo hingegen. Beide würden aber noch mal beim Projekt mitmachen.

„Wir wollen, dass diese Aktion möglichst oft hier stattfindet“, sagt Karl-Heinz Schmitz, der Jugendwart des ASV Löhnen. Flyer für das Projekt hat er bereits bei den Kindergärten der Stadt verteilt, aber auch für Schüler ist das Projekt geeignet.

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