Kindertheater

Moderner „Froschkönig“ überzeugte im Burgtheater Dinslaken

Das Tamalan Theater führte im Burgtheater das Theaterstück vom Froschkönig für Kinder ab vier Jahre auf.

Das Tamalan Theater führte im Burgtheater das Theaterstück vom Froschkönig für Kinder ab vier Jahre auf.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Darbietung des Tamalan Theaters unter dem Titel „Froschkönig oder - wie man ins Schloss kommt“ lockte viele Familien ins Burgtheater Dinslaken.

„Wir machen, ich sage mal, komische Interpretationen klassischer Märchen“, erklärt ein Schauspieler des Tamalan Theaters dem Publikum. Auf das Theaterstücks „Froschkönig oder - wie man ins Schloss gelangt“ traf das in jedem Fall zu. Das Stück zog hunderte neugierige Familien ins Dinslakener Burgtheater.

Schon vor Beginn der Darbietung konnten die Kinder einen ersten Eindruck von den beiden Schauspielern bekommen, die winkend durch die Sitzreihen des Burgtheaters liefen. Die erste Diskussion zwischen dem Mann und der Frau entfachte sich, als sie darüber stritten, wer denn nun die Prinzessin spiele, wofür der Schauspieler vereinzelt empörtes Kopfschütteln erntete.

Als die Rollenverteilung klar ist, geht’s los

Als die beiden sich dann auf die vorgesehene Rollenverteilung geeinigt hatten, konnte das Theaterstück losgehen. In einem pinken Kleid hüpfte die Schauspielerin als Prinzessin durchs Publikum und präsentierte den Kindern aus nächster Nähe ihre Sing- und Tanzkünste sowie ein lila Tuch, das sie über die Köpfe der Kinder schwenken ließ. Dann trat der zweite Schauspieler als ihr Vater, der König, hinzu und sang mit ihr gemeinsam, bis im Verlauf des Liedes „der ganze Hofstaat in Dinslaken“ mit einstimmte.

Natürlich durfte auch die bekannte goldene Kugel nicht fehlen, die der König der Prinzessin gab. Nicht nur die Kinder brachte die Schauspielerin zum Schmunzeln, als sie mit der Kugel in der Hand und ihrem Tuch auf dem Kopf als Wahrsagerin rief: „Ich sehe skeptische Erwachsene!“ Darauf warf sie die Kugel einigen Leuten aus dem Publikum zu, bis die Kugel in den Brunnen fiel und der Frosch auftauchte und die Prinzessin so erschreckte, dass er das Publikum zum Lachen brachte. Er versuchte auch der Prinzessin zu imponieren, indem er verkündete: „Ich singe noch ein anderes Lied, vielleicht von Justin Bieber.“

Die klassische Handlung wird beibehalten, aber modern interpretiert

Abgesehen von solchen Aussagen erlebten die Zuschauer die klassische Handlung, in der die Prinzessin dem Frosch verspricht, von ihrem Geschirr zu essen und in ihrem Bett schlafen zu lassen, um die Kugel wieder zu bekommen. Doch sie hielt sich nicht daran und flüchtete ohne ihn über die Sitzreihen des Theaters. So stand dieser mit geschlossenen Augen und gespitzten Lippen bereit, bis das Gelächter der Kinder ihn aufmerksam werden ließ. Der Frosch wusste sich allerdings zu helfen und erklärte dem Publikum, wie anstrengend das Hüpfen ja sei und gestand: „Manchmal schummle ich ein bisschen.“ So richtete er sich ungeniert auf, um der Prinzessin dann aufrecht hinterherzulaufen.

Häufig sparte der Frosch nicht an moderner Sprache, etwa als die Prinzessin ihn angeekelt hereinließ. „Mach mal nicht so’n Heckmeck“, erwiderte er genervt. Auch empfand er es offenbar als eine solche Frechheit, sich selbst bedienen zu müssen, dass er den Königspalast kurzerhand „Mc Schloss“ nannte.

Kinder fanden sich schnell in ihre Zuschauerollen ein

Die Kinder fanden sich schnell in ihre Zuschauerollen im Stück ein, so dass sie sowohl dem König halfen, die Prinzessin zu suchen, indem sie lautstark „hier!“ riefen und mit ihren Fingern stolz auf das Versteck der Prinzessin zeigten, als auch die Prinzessin vor dem Frosch warnten, der ihr Zimmer betrat, um dort zu schlafen. Da er sie durch seine Anwesenheit zu nerven schien, warf sie ihn wie im Märchen gegen eine Wand und aus dem Froschkostüm erhob sich ein Prinz mit schimmerndem Kostüm.

Bevor das Stück unter Applaus endete, sangen Prinzessin und Froschkönig gemeinsam mit dem Publikum noch ein gemeinsames Lied.

>> Im Schnitt sind es 300 Besucher

  • Das Stück „Froschkönig oder – wie man ins Schloss kommt“ ist Teil des städtischen Kinderferienprogramms und wird laut Stadtsprecher Marcel Sturm vom Fachdienst Kultur organisiert. Laut Sturm reichen die Aufzeichnungen derartiger Angebote zurück bis ins Jahr 1987, also „schon richtig lange“.
  • Die Organisation laufe in der Regel so ab, dass der Fachdienst Kultur schon im Herbst beginne, Stücke für das kommende Jahr auszuwählen. Dabei sei es vor allem wichtig, dass die Aufführungen für Kinder ab drei Jahren freigegeben und draußen im Burgtheater spielbar seien.
  • Auf die Auswahl des Stücks folgen die frühzeitige Reservierung des Burgtheaters und der Kartenvorverkauf, meistens ab April oder Mai.
  • Zusätzlich kümmern sich die Mitarbeiter um die Werbung (Plakate, Flyer, Pressemitteilungen, Facebook). Auch sorgten sie dafür, dass das Stück „Froschkönig oder – wie man ins Schloss kommt“ im Programmheft der Kinderferientage verzeichnet ist.
  • Die durchschnittliche Besucherzahl bei den bisherigen Theaterstücken im Burgtheater sei „natürlich wetterabhängig“, sie liege bei ungefähr 300 Besuchern: Dazu zählen laut Sturm hauptsächlich Familien mit ihren Kindern.

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