Wolf

Nabu zu Riss in Hünxe: Wolf abschießen als letztes Mittel

Förster des Regionalverbandes Ruhr (RVR) filmte einen Wolf in der Kirchheller Heide. Der Nabu spricht von einem Abschuss unter bestimmten Bedingungen.

Förster des Regionalverbandes Ruhr (RVR) filmte einen Wolf in der Kirchheller Heide. Der Nabu spricht von einem Abschuss unter bestimmten Bedingungen.

Foto: RVR / PR

Hünxe.  Unter bestimmten Voraussetzungen schließt der Nabu den Abschuss eines Wolfes nicht mehr aus. Dieser müsse aber das letzte Mittel sein.

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Der Nabu schließt den Abschuss eines Wolfes nicht mehr aus. Dieser sei allerdings „das letzte Mittel, das auch immer eine Einzelfallentscheidung bleiben muss“. Das stellt Christian Chwallek, stellvertretender Vorsitzender des NABU NRW, anlässlich des erneuten Risses in Hünxe klar.

Die Stimmen, die fordern Wölfin Gloria (GW 954f) abzuschießen würden sich mehren, so Christian Chwallek. Der Nabu sei sich mit dem Bundesverband Berufsschäfer und neun weiteren Verbänden einig, dass an gutem Herdenschutz „kein Weg vorbei“ führe. Wenn aber „alle möglichen Maßnahmen des erweiterten Herdenschutzes ausgeschöpft“ seien, „kann eine Entnahme durch eine fachliche Person auf Anordnung der zuständigen Landesbehörde erfolgen“, so Chwallek. Das sei etwa der Fall, wenn der Wolf mehrmals einen 1,20 Meter hohen Herdenschutzzaun überwindet.

Nabu will die Situation für Herdenschutz verbessern

In einem bereits im Sommer dieses Jahres vorgelegten Verbändepapier heißt es hierzu, das betreffende Tier muss hinreichend identifiziert sein. Bestenfalls werde es „direkt bei einem Folgeübergriff auf eine geschützte Herde gestellt“. Auch zeige die Erfahrung aus anderen Bundesländern, dass Wölfe, die einmal gelernt haben einen solchen Herdenschutz zu überwinden, dieses Wissen auch an ihre Nachkommen weitergeben können.

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Chwallek forderte vom Umweltministerium die Situation für erfolgreichen Herdenschutz in NRW grundsätzlich weiter zu verbessern. Auch in „Nicht-Wolfsgebieten“ müsse es zukünftig leichter möglich sein, bereits präventiv Herdenschutzmaßnahmen ergreifen zu können, damit durchziehende Wölfe gar nicht erst lernen würden, dass Schafe leichte Beute sind.

Nur flächendeckender Herdenschutz würde dies ermöglichen und zukünftigen Problemen mit stationären Wölfen oder Wolfsrudeln angemessen vorbeugen. Auch müsse die extensive Weidetierhaltung grundsätzlich stärker gefördert werden, um Schäfer und Tierhalter langfristig zu unterstützen. (red)

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